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Hodenkrebs

Das Hodenkarzinom bzw. besser: der maligne Keimzelltumor des Mannes ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern zwischen 20 und 35 Jahren. Generell muss man zwischen den sogenannten Seminomen und den sogenannten Nichtseminomen unterscheiden. Diese Unterscheidung erfolgt anhand einer Gewebeprobe bzw. an der Untersuchung des entfernten Hodens sowie durch Bestimmung spezifischer Tumormarker. Bei Seminomen lässt sich der Tumormarker Beta-hCG nachweisen, beim Nichtseminomen das Alpha-Feto-Protein (AFP); für beide Tumorarten wird die Laktatdehydrogenase (LDH) als ergänzender Tumormarker hinzugezogen. In Abhängigkeit von der Höhe der Tumormarker sowie der Histologie (der Gewebeuntersuchung durch den Pathologen) erfolgt die Chemotherapie mit den Substanzen Cisplatin, Etoposid und Bleomycin für 3 bzw. 4 Zyklen. Die Zyklen werden in der Regel im dreiwöchentlichen Abstand verabreicht, wobei die individuellen Blutwerte berücksichtigt werden müssen. Durch diese Kombinationschemotherapie geht man aktuell von einer Heilungsrate des malignen Keimzelltumors von fast 90 % aus. Leider kommt es in wenigen Fällen trotz leitliniengemäßer erster Chemotherapie zu einem Rückfall der Erkrankung (der Fachbegriff ist „Rezidiv“). Für diese Patienten bieten wir an unserer Klinik im Rahmen der sogenannten P-ICE-Studie ein intensives Chemotherapiekonzept an, bei dem durch Verwendung körpereigener Blutstammzellen eine deutlich intensivere Chemotherapiedosis verabreicht werden kann. Diese sogenannte Hochdosistherapie setzen wir seit Jahren erfolgreich bei Rezidiven von Keimzelltumoren ein. 

Aufgrund unserer ausgesprochenen Expertise auf dem Gebiet der Keimzelltumore unterstützen wir Sie gerne auch bei der Wahl der optimalen Behandlungsstrategie auch in frühen Stadien (Stadien I und II nach IGCCCG) der Erkrankung. Hier erfolgt z.B. die individuelle ausschließliche Überwachungsstrategie bzw. in Ausnahme auch Chemotherapie als Alternative zur Strahlentherapie beim Seminom bzw. anstelle einer Lymphknotenentfernung beim Nichtseminom auf der Basis Ihrer Befunde.

Für weitere Informationen möchten wir auf die europäische Leitlinie (ESMO Clinical Practice Guideline)  verweisen, unter Mitarbeit von Oberärztin PD Dr. Jordan 2010 erstellt und in Annals of Oncology publiziert wurde. 

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Kontakt

PD Dr. med. Lutz P. Müller
Komm. Direktor
 

Universitätsklinikum Halle
Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV
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06120 Halle (Saale)

Telefon:(0345) 557 2924
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