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Akute Myeloische Leukämie (AML) und Chemoresistenz

Die Resistenz gegenüber Chemotherapeutika stellt immer noch eine der größten Herausforderungen bei der Behandlung von AML-Patienten dar. Zum einen können AML-Patienten bereits zu Behandlungsbeginn schlecht auf die Chemotherapie ansprechen, zum anderen können nach initialer Remission Rückfälle der AML auftreten. Es ist daher von großer Bedeutung die Mechanismen zu identifizieren, welche zur Chemoresistenz führen und die dafür verantwortlichen Moleküle zu entdecken.  Eine Hemmung oder Aktivierung solcher verantwortlichen Moleküle mittels chemischer Substanzen kann dann eine Grundlage für neuartige Kombinationstherapien für solche AML-Patienten darstellen, die schlecht auf die bisherige Standardbehandlung ansprechen.

Wir haben eine AML-Zelllinie und deren Chemotherapie-resistente Variante untersucht und dabei ein Enzym identifiziert, dessen Verlust mit einer erhöhten Resistenz gegenüber Chemotherapeutika einhergeht. Ein artifizielles Ausschalten dieses Enzyms in Zellkultur-Zellen führt zu einer zunehmenden Resistenz gegenüber Standardchemotherapeutika. Hemmt man jedoch den Abbau des Enzyms mittels chemischer Substanzen, so führt dies wieder zu einem Ansprechen auf die chemotherapeutische Behandlung. 

 

Untersuchungen an einer Kohorte von AML Patienten haben zudem gezeigt, dass Patienten mit einer verringerten Enzymexpression zum Zeitpunkt der Diagnose eine schlechtere Prognose aufweisen als Patienten mit einer höheren Enzymmenge. Die schlechtere Prognose der Patienten mit geringer Enzymmenge könnte auf einem schlechteren Ansprechen auf die nachfolgende Chemotherapie basieren. Daher wollen wir in unseren weiterführenden Untersuchungen testen, ob sich die in der Zellkultur erzielten Ergebnisse auf Behandlungsoptionen bei Patienten übertragen lassen.