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Sarkome und Neuroendokrine Tumoren

 

 

Weichteilsarkome und Osteosarkome gehören zu einer heterogenen Gruppe von

bösartigen Tumoren mit mesenchymalem Ursprung. Die jährliche Inzidenz beträgt

etwa 2-3/100000 und steht damit für etwa 1 % aller soliden Krebsarten. Bei

fortgeschrittenen Weichteilsarkomen haben nur wenige Chemotherapeutika wie

Doxorubicin, Ifosfamid, Dacrabazin, Trabectedin, Gemcitabin und Docetaxel

(klassische Zytostatika) ihre Wirksamkeit bewiesen, wenn eine Operation nicht

möglich ist oder ein Rezidiv auftritt. Sie sind zudem sehr toxisch und im Allgemeinen

ohne kurativen oder länger anhaltenden Wirkungseffekt. Obwohl einige spezifische

Chromosomenveränderungen identifiziert und als Diagnosekriterien, v. a. bei

kindlichen Osteosarkomen oder Rhabdomyosarkomen, etabliert worden sind, ist die

genaue Pathogenese der Erkrankung weiterhin unklar.

Neue und zielgerichtete Substanzen sind möglicherweise in der Lage, alleine oder in

Kombination mit klassischer Chemotherapie das Ansprechen und damit das

Überleben zu verbessern. Reine Angiogeneseinhibitoren wie z. B. Bevazicumab

scheinen v. a. eine Rolle bei den Angiosarkomen zu spielen. Dagegen scheinen

Multityrosinkinaseinhibitoren wie Pazopanib (anti VEGFR/PDGFR/KIT) bei vielen

Sarkomen stärker wirksam zu sein wegen ihres Potenzials, mehrere

Wachstumswege der Tumoren gezielt und gleichzeitig zu blockieren.

Neuroendokrine Tumore (NET) stellen mit einer ständig zunehmenden aktuell

jährlichen Inzidenz von ca 3 / 100.000 / Jahr ebenfalls gleichwie seltene und

heterogene Gruppe von Tumoren dar, deren Mehrheit im Gastrointestinaltrakt

vorkommt. An unserer Klinik besteht eine langjährige klinische und wissenschaftliche

Expertise in der Diagnostik und Therapie von NET. In Verbindung mit unseren

interdisziplinären Kooperationspartnern (Diagnostische und Interventionelle

Radiologie, Chirurgie, Gastroenterologie, Nuklearmedizin, Pathologie) können wir

das gesamte Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für

NET jeder Lokalisation vorhalten. Über die nationalen Netzwerke und die Teilnahme

an den jeweils aktuellen Klinischen Studien können wir den Patienten frühzeitig

innovative Medikamente und Therapieverfahren anbieten. 

Unsere Klinik bietet Studien zu interessanten Fragestellungen bei Sarkomen und

Neuroendokrinen Tumoren an. Durch unsere Forschungsaktivität bei diesen seltenen

Tumoren wollen wir vor allem den Nutzen neuer und zielgerichteter Substanzen bei

Patienten mit fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung bestimmen. Dieser

muss festgemacht werden am Potenzial dieser Substanzen, die Erkrankung zu

stabilisieren und damit das Überleben zu verlängern. Zielgerichtete Substanzen

haben im Vergleich zur klassischen Chemotherapie weniger die Fähigkeit,

Tumorzellen zu zerstören, sie stoppen eher das Wachstum und sind damit in vielen

Fällen in der Lage, die Erkrankung zu chronifizieren mit der Folge eines länger

anhaltenden Überlebens und weniger Nebenwirkungen als unter Chemotherapie.

Darüber hinaus versuchen wir durch unsere Forschungsaktivität die Mechanismen

von Resistenzentwicklung zu verstehen und Biomarker zu entwickeln, die zu einer

mehr individualisierten Medizin bei spezifischen, besser verstandenen Subgruppen

der Tumoren führen.

 

 

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