Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Nierentransplantation

Wenn die Nieren ihre lebenswichtige Funktion zur Filterung des Blutes nicht mehr ausreichend oder gar nicht erfüllen, wird von Niereninsuffizienz gesprochen. Um eine Vergiftung des Körpers (Urämie) durch sogenannte harnpflichtige Substanzen zu verhindern, gemeint sind hauptsächlich Abbauprodukte des Stoffwechsels und andere chemische Substanzen, gibt es zwei Möglichkeiten der Behandlung: die Blutwäsche (Dialyse) oder die Transplantation einer gesunden Fremdniere, die dann die Funktion der eigenen Nieren übernimmt. Häufigste Ursachen für chronisches Nierenversagen sind Zuckerkrankheit und Bluthochdruck.

Nach Zahlen von 2014 leiden in Deutschland rund 2,5 Millionen Menschen unter einer mittelgradigen oder noch schwereren Niereninsuffizienz - mit zunehmender Tendenz. Etwa 80.000 Patienten erhalten hierzulande eine Dialysetherapie, rund 20.000 weitere leben mit transplantierten Nieren. Von den Dialysepatienten wartet etwa jeder zehnte, gut 8000, dringend auf eine Nierentransplantation. Gegenüber der Dialyse, die ein bewährtes und effektives Therapieverfahren ist, liegt der Vorteil einer transplantierten Niere besonders auch darin, dass sie kontinuierlich das Blut reinigt und weitere wichtige Funktionen etwa bei der Bildung roter Blutkörperchen und für die Produktion von Vitamin D leistet.

Das Nierentransplantationszentrum des Landes Sachsen-Anhalt ist Teil der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie in Halle. Seit 1974 haben wir fast 2000 Nieren als postmortale oder als Lebendspende transplantiert. Die Bereitschaft zur postmortalen Nierenspende, die infolge des jüngsten Transplantationsskandals drastisch eingebrochen war, stabilisiert sich allmählich wieder. Zugleich gewinnt die Lebendspende zunehmend an Bedeutung. In Halle entnehmen wir die Lebendspende laparoskopisch, das heißt ohne großen Bauchschnitt. Unsere handassistierte Donornephrektomie bietet unter anderem den Vorteil, dass durch die unmittelbare „Handarbeit“ im letzten Schritt der Zeitraum zwischen dem Absetzen der Gefäße und dem Beginn der Perfusion wesentlich kürzer ausfällt. Dies mindert das Risiko für ein Trauma der Niere und schont ihre Funktionsfähigkeit.

Ein Spezialgebiet unserer Klinik ist die blutgruppenungleiche Nierentransplantation, die wir seit 2008 durchführen. Die Blutgruppenungleichheit birgt zwar ein höheres Risiko für immunologische Abstoßungsreaktionen, andererseits wächst für den Patienten die Chance auf ein potenzielles Spenderorgan. Was gerade bei Patienten mit der Blutgruppe 0 und bei Wartezeiten von bis zu 10 Jahren auf eine postmortale Nierentransplantation in den letzten Jahren sehr an Bedeutung gewonnen hat. 

Durch eine Kooperation mit dem zweiten Transplantationszentrum Sachsen-Anhalts, das an der Universitätsklinik Magdeburg auf die Transplantation von Leber und zukünftig auch auf Bauchspeicheldrüse spezialisiert ist, können wir bei einem operativen Eingriff gleich entsprechend kombinierte Transplantationen durchführen.

 

Kontakt

NTZ Sachsen-Anhalt
Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie
Funktionsgebäude 1, 3. Etage
Ernst-Grube-Straße 40  
06120 Halle

Station:
Tel. 0345-557-1801 oder
Tel. 0345-557-4690
E-Mail: nierentransplantations zentrum@uk-halle.de

Transplantationsbüro: 
Annette Haberland
Tel. 0345-557-1214
E-Mail: annette.haberland(at)uk-halle.de

Nierentransplantations-Sprechstunde:
montags bis freitags,
jeweils ab 8.00 Uhr

Terminvereinbarung:  
Tel. 0345-557-1699

Hier als Download:
Patienten-Info des 
NTZ Sachsen-Anhalt 
"Leben spenden!"

Organspende,Warteliste
und Transplantation -
Sachstandsbericht 2015