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Hausärztliche Suchtprävention: Untersuchung motivationaler Barrieren gegen Maßnahmen zur Suchtprävention in der Hausarztpraxis


Projektleitung: 

Prof. Dr. Thomas Fankhänel, Sektion Allgemeinmedizin

Koordination:

Prof. Dr. Thomas Fankhänel, Sektion Allgemeinmedizin
Franziska-Antonia Samos M.A., Sektion Allgemeinmedizin

Studentische Mitarbeiterin:

Katharina Trescher

Laufzeit:

01.10.2014 bis 31.03.2016

Förderer:

Bundesministerium für Gesundheit

 

Hintergrund

Seit Jahren fordern WHO und andere Institutionen von Hausärzten ein regelmäßiges Screening zum Alkoholkonsum einschließlich Kurzintervention bei Patienten mit zu hohem Alkoholkonsum. Im Rahmen unserer Untersuchung möchten wir gern in Erfahrung bringen, wie Hausärzte den aktuellen Versorgungsbedarf einschätzen und welche Probleme bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen in der Praxis erwarten. 

Ziel 

Ziel unseres Forschungsvorhabens ist eine Überarbeitung bestehender Ansätze unter Berücksichtigung der realen Versorgungssituation in deutschen Hausarztpraxen.

Im Rahmen einer Vignettenstudie sollen deshalb folgende Hypothesen überprüft werden: 

H1: Unbefriedigende Adherence von Patienten nach hausärztlicher Empfehlung zur Reduktion des Alkoholkonsums bzw. Aufnahme einer Entwöhnungsbehandlung beeinträchtigt die Bereitschaft von Hausärzten zur Durchführung suchtpräventiver Maßnahmen stärker als zu geringe Vergütung entsprechender Maßnahmen durch Krankenkassen. 

H2: Unbefriedigende Machbarkeit etablierter Instrumente für Screening und Kurzintervention (bspw. Störung der Arzt-Patient-Kommunikation, zeitlicher Aufwand) beeinträchtigt die Bereitschaft von Hausärzten  zur Durchführung suchtpräventiver Maßnahmen stärker als zu geringe Vergütung.

H3: Die Bevorzugung reaktiver und ereignisbezogener Interventionen im Vergleich zu proaktiver Versorgung durch Maßnahmen zur Primärprävention wie Screening und Kurzintervention beeinträchtigt die Bereitschaft von Hausärzten zur Durchführung suchtpräventiver Maßnahmen stärker als zu geringe Vergütung.

In einer zweiten Studie sollen die Fragestellungen: 1) Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um Hausärzte für eine wirksame Umsetzung suchtpräventiver Maßnahmen zu motivieren? und: 2) Wie können motivierte Hausärzte mehr erwerbsfähige Patienten mit Suchterkrankung trotz niedriger Adherence zur Aufnahme einer Weiterbehandlung bewegen? 

Methodik

Hierzu sollen Hausärzte mit Niederlassung in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen durch Fragebogen befragt werden. 

Die zweite Studie mittels explorativen Forschungsdesigns untersucht werden. Durch die Befragung von Hausärzten mit hoher Bereitschaft zur Suchtprävention (Hausärzte mit positiver Einstellung gesmäß der ersten Studie) soll hausärztliches Erfahrungs- und Handlungswissen im Interesse höherer Wirksamkeitserwartung ermittelt und zur Konzeption alternativer Vorgehensweisen insbesondere zur Bewältigung entscheidender Barrieren herangezogen werden.  

Ansprechpartner 

Prof. Dr. Thomas Fankhänel
E-Mail.: 
Tel.: (0345) 557 5347