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Sakrale Neuromodulation

Die sakrale Neuromodulation (SNM) ist ein minimal-invasives Therapieverfahren, das durch elektrische Stimulation des Nervengeflechts im Kreuzbeinbereich die physiologische Restfunktion des Beckenbodens aktiviert. In der Urologie ist dieses Verfahren besonders bei der idiopathischen überaktiven Blase, die auf keine der gängigen Therapien anspricht, eine Behandlungsoption, kommt aber gleichermaßen bei chronischer nicht-obstruktiver Harnverhaltung oder beim chronischen Beckenschmerzsyndrom zur Anwendung.

Das SNM-Verfahren wird in zwei Stufen durchgeführt. In der ersten Phase findet eine periphere Nervenevaluation (PNE) statt. Mit Testelektroden, die in einem kleinen Eingriff durch die Haut eingesetzt werden, und einem externen elektrischen Impulsgeber wird zunächst über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen der Effekt der sakralen Neuromodulation individuell geprüft. Erst wenn diese Testphase eine Besserung um mehr als 50 Prozent nachweist, werden in der zweiten Phase permanente Elektroden und der batteriebetriebene Impulsgenerator minimal-invasiv unter die Haut implantiert. Über eine externe Handfernbedienung kann der Patient seinen „Blasenschrittmacher“ jederzeit selbst kontrollieren und ein- oder ausschalten.

Die Erfolgsraten für Patienten, die bei uns einen sakralen Neuromodulator erhalten haben, sind groß: Bei überaktiver Blase betrugen sie 80 Prozent und bei chronischer nicht-obstruktiver Harnretention 77 Prozent. In unserer Klinik dauert die Implantation des Systems im Durchschnitt etwa eine Stunde. In der Regel ist für jede der beiden Phasen ein stationärer Aufenthalt von etwa fünf Tagen erforderlich. Risikofaktoren der Implantation sind Infektionen und technische Defekte, die Folgeeingriffe notwendig machen können. Die Batterie des Schrittmachers hält im Durchschnitt etwa sieben Jahre.