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Child-Adolescent-Young-Adult-Unit (CAYA) zur Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Krebs

Die Child-Adolescent-Young-Adult-Unit (CAYA) am Universitätsklinikum Halle (Saale) berücksichtigt die altersbedingt komplexe therapeutische und psychosoziale Situation in der Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Krebs

Am Universitätsklinikum Halle (Saale) werden seit März 2011 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren mit einer neu diagnostizierten Krebserkrankung interdisziplinär von internistischen und pädiatrischen Onkologen behandelt. Hierfür wurde als spezielle Versorgungseinheit die Child-Adolescent-Young-Adult-Unit (CAYA) geschaffen. Durch die räumliche Nähe der kinderonkologischen Station (Kinderstation 1 der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin) sowie der internistischen Onkologie im Landeszentrum für Zell- und Gentherapie (LZG) wird gewährleistet, dass in der Behandlung dieser Patienten ihrer altersbedingt komplexen therapeutischen und psychosozialen Situation Rechnung getragen werden kann. Die CAYA-Unit repräsentiert ein Alleinstellungsmerkmal am Universitätsklinikum Halle (Saale) in der Krankenversorgung junger Menschen mit Krebs im südlichen Sachsen-Anhalt. 

 

Etwa 4000 Jugendliche und junge Erwachsene erkranken jährlich in Deutschland an einer Form von Krebs. Die Diagnose trifft die Patienten in einem schwierigen Lebensabschnitt, der normalerweise  von einer zunehmenden Selbstständigkeit, beginnender beruflicher Karriere und entstehenden Partnerschaften geprägt wird. Diese existentiellen Fragen bedürfen bereits frühzeitig einer professionellen psychoonkologischen Unterstützung sowie einer sozialrechtlichen Beratung. Zudem erfordern die guten Heilungschancen in dieser Altersgruppe von den Behandlern eine gezielte Betrachtung möglicher therapiebedingter Spätfolgen. Neben dem erhöhten Risiko der Entwicklung von Sekundärmalignomen stellt für Jugendliche und junge Erwachsene die mögliche Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit eine nicht zu unterschätzende psychische Belastung dar. Aufgrund der überwiegenden Betreuung älterer Patienten können in der internistischen Onkologie die spezifischen Bedürnisse dieser Altersgruppe nicht umfassend genug berücksichtigt werden. 

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und die Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) haben die Notwendigkeit der Berücksichtigung der Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Behandlung von Krebserkrankungen erkannt und ein deutschlandweites CAYA-Netzwerk initiiert.  Die CAYA-Unit am Universitätsklinikum Halle (Saale) bietet mit der gemeinsamen Nutzung des LZG durch die internistische und pädiatische Hämatologie und Onkologie im Vergleich zu anderen Standorten in Deutschland ein einzigartiges Behandlungskonzept an. Ambulante und stationäre medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung, Labordiagnostik sowie auch die Möglichkeiten für Wissenschaft und Forschung sind unter einem Dach untergebracht. 

Dadurch werden eine optimale Patientenbetreuung ohne lange Wege und ein direkter fachlicher Austauch zwischen den Internisten und Pädiatern gewährleistet. Auch wenn die Patienten bis zum Alter von 18 Jahren in pädiatrische Behandlungsprotokolle eingeschlossen werden, gestattet die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit das Einbringen von spezifischen Erfahrungen in die individuellen Behandlungskonzepte. Ist der Patient älter 18 Jahre wird ein internistisches Therapieprotokoll angewandt, das ebenfalls individuell zugeschnitten ist. 

Die Berücksichtigung möglicher therapiebedingter gesundheitlicher Langzeitfolgen nimmt bereits seit langem einen hohen Stellenwert in den Therapiestrategien der pädiatischen Onkologen ein. Als europaweite Studienzentrale für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Morbus Hodgkin verfügt das Team der Kinderklinik am Universitätsklinikum Halle (Saale) über international anerkanntes Fachwissen in Bezug auf die Erstellung von Behandlungskonzepten unter gleichzeitiger Evaluierung eventueller Spätfolgen. Die gemeinsame Patientenbetreuung eröffnet den pädiatrischen Hämato-Onkologen wiederum einen direkten Einblick in die klinische Anwendung innovativer internistischer Therapiekonzepte (z. B. gezielte Therapie), welche noch nicht in großem Umfang in der Pädiatrie Anwendung finden.  

 

CAYA Kontakt

CAYA-Station
K1 - Innere 11

Telefon: 0345/ 557-2467
Telefax: 0345/ 557-7253 

Dr. med. Toralf Bernig
Oberarzt
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Tel.: 0345-557-2026

Dr. med. Thomas Kegel
Oberarzt
Klinik für Innere Medizin IV
Tel.: 0345-557-7215

PD Dr. med. Roland Haase
Komm. Direktor
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Tel.: 0345-557-2388  

PD Dr. med. Lutz P. Müller
Komm. Direktor der Klinik für Innere Medizin IV
Tel.: 0345-557-2924