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Schlaflabor

Das Schlaflabor ist eine diagnostische Einrichtung, die dazu dient, Störungen des Schlafes genauer zu erkennen und einzuordnen. Dabei kann es sich um Krankheitsbilder mit einem Mangel an Schlaf oder mit übermäßiger Schläfrigkeit handeln, oder es liegt eine Störung mit auffälligen nächtlichen Verhaltensweisen vor. Um diese Erkrankungen zu unterscheiden und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden, ist es erforderlich, im Schlaf verschiedene Körperfunktionen im Rahmen der sogenannten Polysomnographie kontinuierlich aufzuzeichnen. Im Einzelnen handelt es sich um eine Aufzeichnung der Hirnströme (EEG), eine Aufzeichnung der elektrischen Herzströme (EKG), der Augenbewegungen (EOG), der Atmung, der Muskelaktivität (EMG) und des Sauerstoffgehaltes im Blut. Im Einzelfall können weitere Ableitungen hinzukommen, abhängig von der jeweiligen Untersuchung.

Die Ableitung und Registrierung der genannten Körperfunktionen geschieht mittels Elektroden, die auf die Haut aufgeklebt werden. Meist werden 4 Elektroden an der Kopfoberfläche und 7 Elektroden im Gesicht angebracht, weitere am Rumpf und an den Beinen. Die verwendete Spezialklebepaste lässt sich leicht mit Wasser wieder entfernen. Bei empfindlichen Personen kann es zu Hautrötungen und Jucken kommen; diese Beschwerden klingen jedoch rasch wieder ab. Die Elektroden werden über dünne Kabel mit einem Verstärker verbunden. Die Aufzeichnung und Speicherung der Daten erfolgt mit Hilfe eines Computers im Nebenraum. Die Untersuchung selbst ist schmerzlos und ungefährlich. Um nächtliche Körperbewegungen zu erfassen, wird der Schlaf mit einer Videokamera aufgezeichnet. Mit den so gewonnenen Daten, die jeweils am folgenden Tag ausgewertet werden, kann der Arzt eine Schlafstörung genauer diagnostizieren und behandeln.

Das Schlaflabor unserer Klinik verfügt über zwei Ableitplätze und wurde von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) akkreditiert.

Die diagnostischen Schwerpunkte unseres Schlaflabors liegen im Bereich:

  • Insomnie (Schlaflosigkeit)
  • Schlafstörungen bei psychischen Erkrankungen
  • Störungen der Schlafmotorik
  • Narkolepsie
  • Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus
  • Störungen mit abnormem Verhalten im Schlaf (z. B. Schlafwandeln

Eine Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen (z. B. Schlafapnoe-Syndrom) ist hier nicht möglich. Es besteht jedoch eine Zusammenarbeit mit internistischen Schlafzentren.

Die Untersuchung im Schlaflabor erfolgt nach Möglichkeit teilstationär, d. h. die Patienten kommen nur zur Untersuchung während der Nacht in die Klinik. Die Untersuchung im Schlaflabor wird in zumeist drei bzw. vier aufeinanderfolgenden Nächten durchgeführt. Jedem Patienten steht ein Einzelzimmer mit Bad zur Verfügung. Während der gesamten Nacht ist Fachpersonal anwesend, das die Aufzeichnung überwacht und bei Problemen zur Seite steht. Etwa 14 Tage nach der Untersuchung im Schlaflabor erfolgt eine Befundbesprechung in der Schlafambulanz.

Die Anmeldung zur schlafmedizinischen Untersuchung ist über unsere Ambulanz möglich. Vor der Untersuchung im Schlaflabor erfolgt die ambulante Diagnostik in der Schlafsprechstunde.