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Pressemitteilung: Herausforderung und Chance zugleich | Wissenschaftsrat evaluiert die Universitätsmedizin in Halle

NUMMER 24 vom 15. Juli 2013

Die Universitätsmedizin in Halle steht vor großen strukturellen Herausforderungen, auch wenn in den letzten Jahren wichtige Entwicklungen bereits angestoßen wurden.  So konnten zum Beispiel große Fortschritte in der Lehre erzielt werden und auch die Krankenversorgung befindet sich auf einem guten Niveau. Weitere notwendige Veränderungsprozesse stehen aus Sicht des Wissenschaftsrats aber noch aus. Insbesondere  ist es dem Standort trotz erheblicher Anstrengungen bisher nicht gelungen, ein klares wissenschaftliches Profil zu entwickeln. Was Forschungsqualität und –quantität insgesamt betrifft, ist der Standort weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Wissenschaftsrat hält deshalb deutliche Strukturveränderungen am Standort Halle für unausweichlich.

Ungeachtet dessen wird ausdrücklich anerkannt, dass am Standort einige Initiativen existieren, denen ein hohes Entwicklungspotenzial bescheinigt werden kann. Sie finden sich insbesondere im Bereich der Epidemiologie, der Gesundheits- und Pflegewissenschaften und betreffen darüber hinaus weitere Einzelaktivitäten, beispielsweise in der Molekularen Zellbiologie. Hier macht der Wissenschaftsrat Vorschläge, wie durch eine Fokussierung auf eben diese Stärken konkurrenzfähige Initiativen erhalten und ausgebaut werden können.

Sicherzustellen ist dies vor allem über den Erhalt Halles als klinisch-medizinischer Standort. Für den vorklinischen Ausbildungsabschnitt empfiehlt der Wissenschaftsrat jedoch eine Verlagerung an den zweiten hochschulmedizinischen Standort in Sachsen-Anhalt. So könnten neben der Weiterentwicklung des Forschungsschwerpunkts auch die Qualität in Lehre und Krankenversorgung gewährleistet bleiben. Gleichzeitig eröffnen sich Gestaltungsspielräume für das Land in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.

Eine solche Neuausrichtung in Halle bietet dem Standort die Chance, neue Wege in Forschung und Lehre zu gehen und damit eine Leistungssteigerung zu erzielen. Gleichzeitig könnte die Universitätsmedizin auch dazu beitragen, die großen Herausforderungen in der Region (demographischer Wandel, Deckung des Ärztebedarfs) durch geeignete Forschungs- und Translationsaktivitäten aktiv aufzugreifen. Mit seinen innovativen Ansätzen könnte Halle auch als Attraktor – sowohl für Studierende als auch für Lehrende und Forschende – in der Region wirken.

Parallel zur Evaluation der Universitätsmedizin in Halle hat der Wissenschaftsrat eine strukturelle Begutachtung der gesamten Hochschullandschaft in Sachsen-Anhalt durchgeführt. Die Verfahren erfolgen vor dem Hintergrund eines beschleunigten demographischen Wandels sowie zunehmender finanzieller Restriktionen in Sachsen-Anhalt. Die Stellungnahme zur Universitätsmedizin sowie die Empfehlungen zur Entwicklung des Hochschulsystems Sachsen-Anhalt wurden bereits im Vorfeld der Verabschiedung kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert.

 

Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Selbstbericht der halleschen Universitätsmedizin 2009 - 2011

MBHier finden Sie den Selbstbericht der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Universitätsklinikums Halle (Saale) im Zeitraum 2009 bis 2011 für die Begutachtung durch den Wissenschaftsrat:

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