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Erkrankungen der Herzklappen

Die Aortenklappe befindet sich zwischen linker Herzkammer und großer Hauptschlagader (Aorta). Sie  stellt sicher, dass das Blut nur in eine Richtung, und zwar aus der Herzkammer hinaus, in den Körperkreislauf fließt. Normalerweise hat die Aortenklappe eine Öffnungsfläche von ca. 3-4 cm².  Ist diese Öffnungsfläche kleiner als 1 cm² geht man von einer hochgradigen Aortenklappenverengung aus. Mit dem Alter, und zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen aber auch durch angeborene Herzfehler (z.B. bikuspide Aortenklappe) oder genetische Faktoren, führt dies zu einer Degeneration und zunehmender Verkalkung der Aortenklappen. Die Folgen sind eine Verengung oder Undichtigkeit der Klappe (Aortenklappenstenose oder Aortenklappeninsuffizienz). 

Im Falle einer Aortenklappenstenose muss die linke Herzkammer deutlich mehr Arbeit leisten, um das Blut in den Kreislauf zu pumpen. Die Beschwerden korrelieren oft mit der Restöffnungsfläche der erkrankten Herzklappe: Je kleiner die Öffnungsfläche, desto ausgeprägter die Beschwerden. Bei einer Aortenklappeninsuffizienz, schließt die Aortenklappe nicht mehr vollständig und Blut fließt aus der Hauptschlagader in die linke Herzkammer zurück. Dies führt zu einer deutlichen Belastung der linken Herzkammer, so dass sie  auch in diesem Fall effektiv mehr Leistung bringen muss, um das Blut im Kreislauf voranzupumpen. 

Typische Beschwerden bei einer Aortenklappenerkrankung sind Luftnot und eine progrediente Abnahme der Leistungsfähigkeit. Dieses wird zuerst bei starker Belastung bemerkbar. Mit Voranschreiten der Krankheit verspürt die Patientin/der Patient die Beschwerden auch bei immer leichteren Belastungen. Sowohl Schwindel als auch kurzzeitiger Verlust des Bewusstseins („Synkope“) können aufgrund einer kurzzeitigen Minderversorgung des Gehirns bei hochgradigen Aortenklappenverengung eintreten. 

Im Falle einer Aortenklappeninsuffizienz ist die Aortenklappe zwar undicht, oft jedoch die Herstellung einer normalen Klappenfunktion ohne den Austausch der körpereignen Klappe möglich (Aortenklappenrekonstruktion). Bei einer Aortenklappenstenose, die in den meisten Fällen durch eine Verkalkung der nativen Klappe entsteht ist der Austausch der kranken Herzklappe durch eine Herzklappenprothese notwendig. Heutzutage stehen zwei Arten von Herzklappenprothesen zur Verfügung die unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten: Künstliche (mechanische) Herzklappen und biologische (aus natürlichem Gewebe hergestellte) Herzklappen.

Mechanische Herzklappen bestehen aus einem metallenen Gerüst und kunststoffummantelten Segeln, die ventilartig ein Öffnen und Schließen der Klappe gewährleisten. Alle mechanischen Herzklappen verursachen ein mehr oder weniger hörbares Klappengeräusch, welches Patientinnen und Patienten aber selbst kaum oder gar nicht wahrnehmen. Nach einem mechanischen Herzklappenersatz ist eine lebenslange Blutverdünnung durch Medikamente, wie z.B. Marcumar® oder Falithrom® notwendig, um die Bildung von Blutgerinnseln an der Klappe zu verhindern. Mechanische Aortenklappen bietet eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit. 

Biologischen Klappen bestehen primär aus tierischem Gewebe. welches aus dem Herzbeutel von Rindern oder aus der Aortenklappe von Schweinen gewonnen wird. Bei biologischen Prothesen ist eine lebenslange Blutverdünnung durch starke blutverdünnende Medikamente (wie z.B. Marcumar® oder Falithrom®) nicht notwendig. Die Haltbarkeit dieser Klappen ist aber begrenzt und die durchschnittliche Haltbarkeit altersabhängig (kürzere Haltbarkeit bei jüngeren Patienten). Bei Patienten, die zwischen 60 - 65 Jahren alt sind, beträgt die durchschnittliche Haltbarkeit ca. 10 bis 15 Jahre.

Die Entscheidung für eine biologische oder mechanische Klappe kann von vielen Faktoren beeinflusst werden, wie zum Beispiel dem Alter des Patienten, bestehendem Kinderwunsch bei Frauen, wichtigen Begleiterkrankungen und dem persönlichen Lebensstil. Während Ihres Aufklärungsgesprächs werden Ihnen alle Vor- und Nachteile jeder Option erläutert. Gemeinsam mit Ihrem Operateur wird die für Sie beste Option festgelegt. 

Ein isolierter Aortenklappenersatz oder eine isolierte Aortenklappenrekonstruktion wird heutzutage in minimal-invasiver Technik, durch einen 5 bis 7 cm langen Hautschnitt, durchgeführt. Eine komplette Eröffnung des Brustkorbs über das Brustbein ist heutzutage meist nicht mehr nötig. Dieses vermeidet viele Komplikationen nach dem Eingriff, wie zum Beispiel eine Brustbeininstabilität, verringert die Wahrscheinlichkeit für eine postoperative Wundheilungsstörung und sorgt für Ihre schnellere Genesung.

 

Weitere Informationen über Ihre neue Herzklappe finden Sie unter: www.neueherzklappe.de

Direktor:

Prof. Dr. med. H. Treede

 

Sekretariat: 

Frau Sandra Butterling

 

Hausanschrift:

Mitteldeutsches Herzzentrum am

Universitätsklinikum Halle (Saale)

Universitätsklinik und Poliklinik für Herzchirurgie

Ernst-Grube-Str. 40

06120 Halle (Saale) 

 

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Telefon: +49 (345) 557 2719 
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Kooperationspartner der Deutschen Herzstiftung

 

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