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Erkrankungen der thorakalen Aorta (Aortenaneurysma/Aortendissektion)

Die Hauptschlagader (Aorta) entspringt aus der linken Herzkammer und ist das größte, arterielle Blutgefäß im Körper. Die Aorta hat im Durchschnitt einen Durchmesser von 25 - 40 mm. Dieser Durchmesser ist stark von der Körpergröße und dem Alter abhängig und nimmt im Rahmen des normalen Alterungsprozesses zu (Abbildung). 

Eine abnorme Erweiterung der Hauptschlagaderbezeichnet man als Aortenaneurysma (Aussackung der Aorta). Dieses kann in allen Abschnitten der Aorta auftreten. Bei der oft dünnen und geschädigten Gefäßwand kann es zur einer Ruptur oder zu einem isolierten Einreißen der inneren Gefäßschicht kommen, sodass eine sogenannte Aortendissektion entsteht. Die Gefahr einer Ruptur beim Aortenaneurysma oder einer Aortendissektion ist besonders hoch bei einem Aortendurchmesser über 45 mm.

Eine Aortendissektion ist eine Aufspaltung der Wandschichten der Hauptschlagader mit nachfolgender Einblutung zwischen die Wandschichten. Sie verursacht in aller Regel plötzlich einsetzende, heftige Schmerzen, z. B. zwischen den Schulterblättern und ist unmittelbar lebensbedrohlich, weil sie zu einem Aufplatzen der Hauptschlagader (Aortenruptur) und zu akuten Durchblutungsstörungen verschiedener Organe führen kann. 

Die genauen Ursachen von Aortenaneurysmen und Aortendissektionen sind vielfältig und noch weitestgehend unbekannt. Aortenaneurysmen und Aortendissektionen entstehen oft bei Patienten die an Bindegewebserkrankungen (z. B. Marfan-Syndrom), angeborene Fehlbildungen oder Bluthochdruck leiden. Während das Aortenaneurysma häufig ein Zufallsbefund ist, entsteht die Aortendissektion meist akut. Die Patienten bemerken charakteristischerweise einen heftigen und plötzlich einsetzenden Schmerz, der oft als reißend oder stechend erlebt wird und in der Regel sofort mit maximaler Intensität beginnt. Allerdings kann eine Dissektion auch schmerzlos („stumm“ oder asymptomatisch) verlaufen, so dass sie gelegentlich nur durch Zufall bei beschwerdefreien Menschen entdeckt wird.

Während  noch vor 50 Jahren eine akute Aortendissektion meist tödlich endete, überlebt heute die Mehrzahl der Betroffenen. Dies ist aber nur durch eine möglichst rasch eingeleitete Operation möglich. Eine unverzügliche Diagnostik (Ultraschall, Computertomographie) ist deshalb bei dieser Krankheit von entscheidender Bedeutung. Ziel der Operation ist es, die erkrankten Teile der Hauptschlagader durch eine künstliche Aortenprothese zu ersetzen.

Neben den konventionellen Operationsverfahren zum Ersatz der Aorta ascendens, des Aortenbogens und der thorakalen Aorta gibt es für spezielle Indikationen die Möglichkeit der endovaskulären Therapie. Dabei wird eine Prothese in der Regel über die Leistengefäße so in der Aorta platziert, dass das Aneurysma nicht mehr durblutet und somit nicht mehr rupturgefährdet  ist. In einigen Fällen ist im Vorfeld die Verlagerung von Gefäßen die der Aorta entspringen ein sogenanntes „Debranching“ notwendig.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie ist eine solche Vorgehensweise bei passender Indikation jederzeit möglich.

Direktor:

Prof. Dr. med. H. Treede

 

Sekretariat: 

Frau Sandra Butterling

 

Hausanschrift:

Mitteldeutsches Herzzentrum am

Universitätsklinikum Halle (Saale)

Universitätsklinik und Poliklinik für Herzchirurgie

Ernst-Grube-Str. 40

06120 Halle (Saale) 

 

Kontakt:

Telefon: +49 (345) 557 2719 
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