Tauch- und Überdruckmedizin

Die Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin mit der Abteilung Hyperbare Oxygenation ist auch Ihr kompetenter Partner in allen Fragen zur Tauchmedizin.

Wir bieten dazu folgende Leistungen:

  • Tauchseminar (50 m Tauchgang, ärztliche Schulung)
  • tauchmedizinische Untersuchung (Tauchtauglichkeitsuntersuchung) nach
    GTÜM-Standard
  • Kurse Tauch- und Hyperbarmedizin (Teil I, IIa und IIb) nach GTÜM
    !!! Die Ankündigung zum nächsten Tauchkurs finden Sie --> hier
  • Tauchunfallberatung und -behandlung mit 24-h-Notfallbereitschaft

    +49 (0345) 557 4350

    Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte unserer Patientenbroschüre.

Wie wirkt die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)?

Die HBO ist eine Behandlungsform, bei der die Patienten unter Überdruckbedingungen (= hyperbare Atmosphäre) medizinisch reinen Sauerstoff (Oxygenation) einatmen. Um einen therapeutischen Effekt zu erzielen, muss der Druck deutlich über dem normalen Umgebungsdruck liegen. Zunächst wird der Druck der Therapiekammer abhängig von der behandelten Erkrankung auf das 2,4- bis 3-fache des Normaldruckes erhöht. Dann wird über eine Atemmaske das "Medikament Sauerstoff" geatmet. In der Behandlungsdruckkammer selbst befindet sich während der gesamten Behandlungsdauer Luft in normaler Zusammensetzung. Der eingeatmete Sauerstoff wird über die Lunge an das Blut weitergegeben. Durch den erhöhten Druck in der Therapiekammer wird zusätzlich erheblich mehr Sauerstoff physikalisch in den flüssigen Bestandteilen des Blutes (Serum) gelöst - ähnlich wie die Kohlensäure in der geschlossenen Sprudelflasche.
Durch die HBO-Therapie erreicht man eine Lösung von bis zu 7% Sauerstoff im Blut, was eine Steigerung um mehr als das 20-fache des normalen Wertes bedeutet. So können auch Körperbereiche, die wegen ihrer Lage oder wegen Vorschädigungen schlecht versorgt werden, in ausreichendem Maße Sauerstoff erhalten. Dadurch werden biologische Prozesse in Gang gesetzt, die ohne Sauerstoff nicht ablaufen. 

Welchen therapeutischen Nutzen bietet die hyperbare Sauerstofftherapie?

Bei Erkrankungen, die durch eine Unterversorgung der Gewebe mit Sauerstoff entstehen oder aufrecht erhalten werden, hat die hyperbare Sauerstofftherapie gute therapeutische Effekte:

  • Verminderung der durch Wassereinlagerung entstandenen Gewebe-
    schwellung
  • Steigerung der Bindegewebsneubildung
  • Neubildung von Blutkapillaren (Haargefäßen)
  • antibakterielle Wirkung
  • Knochenneubildung und Abbau von defekter Substanz
  • Vermeidung von Gewebeschädigungen, die durch Blutzellenanlagerungen
    an der Gefäßwand entstehen.

Durch die verbesserte Sauerstoffversorgung kritischer Bereiche, aber auch des gesamten Körpers über das mit Sauerstoff angereicherte Blut, werden bestimmte Stoffwechselvorgänge beschleunigt. Zellen, die bisher nur noch die allernotwendigsten Stoffwechselleistungen erbrachten, nehmen ihre volle Funktion wieder auf und werden zur Zellteilung angeregt. Heilungsvorgänge werden so erst möglich oder zumindest erheblich beschleunigt.

Die Wirkungen der HBO-Therapie bei:

  • Tauchunfall/Dekompressionskrankheit
  • Rauchgas- und Kohlenmonoxidvergiftung
  • clostridiale Myonekrose (Gasbrand)/nekrotisierende Weichteilinfektionen
  • Ausgewählte Problemwunden (nicht heilende Wunden):
    - diabetisches Fußsyndrom
    - Haut- und Muskeltransplantate, die nicht einheilen
    - arterielle Verschlusskrankheit, z. B. Raucherbein
  • Knochen- und Knochenmarkerkrankungen:
    - aseptische Knochennekrose (z.B. aseptische Hüftkopfnekrose, M. Ahlbäck)
    - akute Osteomyelitis des Unterkiefers
    - chronische therapierefraktäre Osteomyelitis
  • Strahlenspätfolgen:
    - nicht heilende Wunden nach Bestrahlung (z.B. Brustkrebsfolgen, Gewebefisteln
      und Knochendefekte)
    - Mundtrockenheit nach Bestrahlung im Kiefer-Gesichtsbereich Strahlenzystitis 
      und Strahlenproktitis (Blasen- und Mastdarmschädigung nach Bestrahlung)
  • Hörsturz, Ohrgeräuschen, Schall- oder Knalltrauma

und anderen Erkrankungen beruhen auf physikalischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten.

Die HBO ist eine schulmedizinische und wissenschaftlich abgesicherte Behandlungsmethode - im Gegensatz zu anderen Sauerstoff- oder Ozonbehandlungen. Internationale medizinische Fachgesellschaften überprüfen fortlaufend wissenschaftliche Ergebnisse der HBO und erarbeiten aktualisierte Leitlinien für die Behandlung bestimmter Erkrankungen.

Gibt es Risiken bei der hyperbaren Sauerstofftherapie?

Jede wirkungsvolle Therapie beinhaltet letztlich ein, wenn auch oft minimales, Risiko. Durch einen speziellen, hyperbarmedizinischen Qualitätsstandard sowie durch sorgfältige Information, ärztliche Untersuchung und Behandlung beziehungsweise Beratung sind Barotraumen (z.B. Mittelohr, Nasennebenhöhlen, Lunge) oder toxische Sauerstoffwirkungen (Krampfanfall, kollabierende Lungenabschnitte, Sehstärke-veränderungen) extrem selten.

Welche Kontraindikationen gibt es für die hyperbaren Sauerstofftherapie?

Anfallerkrankungen (z.B. Epilepsie), akute fieberhafte Infektion, z.B. der oberen Atemwege, blasenbildendes Lungenemphysem, Kugelzellanämie, akute Entzündung des Sehnervs, psychiatrische Erkrankung, Schwangerschaft, schweres Bronchialasthma (Atemnot), Zustand nach Eingriffen am Ohr mit Verlust der Fähigkeit, einen Druckausgleich herbeizuführen, Zustand nach Operation am Brustkorb (relativ).
Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen: keine. 

Tauchmedizin:

CO-Intoxikation:

Hier können Sie das Ablaufschema bei CO-Intoxikation herunterladen.

 

Kontakt zum Direktor

Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)

Direktor:
Prof. Dr. Michael Bucher

Sekretariat:
Frau Elfie Müller-Böhme
Tel: +49 (0)345 557-2322
E-Mail:
anaesthesie©uk-halle.de

Kontakt Druckkammer

Ansprechpartner: 

OÄ Dr. Annett Seiffart

Ernst-Grube-Str. 40
FG15 U02
06120 Halle (Saale)

Tel.: +49 (0)345 557-4350

E-Mail: hbo(at)uk-halle.de