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Affektive Störungen mit Hauptschwerpunkt auf suizidalem und aggressivem Verhalten

Es existiert eine existentielle Überlappung nicht nur psychischer Symptome innerhalb psychiatrischer Erkrankungen, sie teilen auch eine substantielle Anzahl genetischer Risikovarianten. Diese Ergebnisse aus krankheitsübergreifenden Untersuchungen könnten für die Überarbeitung der Nosologie unterstützend verwendet werden.

Cross-Disorder Group of the Psychiatric Genomics Consortium (2013) Genetic relationship between five psychiatric disorders estimated from genome-wide SNPs. Nat Genet. Sep; 45(9): 984-94.

Insbesondere liegt die Konzentration auf der Genetik und Neurobiologie affektiver Störungen mit Hauptschwerpunkt suizidales und aggressives Verhalten. Suizidales Verhalten besitzt eine genetische Komponente, die unabhängig von psychiatrischen Erkrankungen ist. Insbesondere liegt hierbei der Fokus auf impulsiv-aggressivem Verhalten als Risikofaktor für Suizidalität, aber auch von Aggressivität und Gewaltbereitschaft in der Allgemeinbevölkerung. Es konnte eine Reihe von Kandidatengenen identifiziert werden, die eine Assoziation mit suizidalem Verhalten und intermediären Phänotypen aufweisen. So zeigt eine Serie von Genen im Zusammenhang mit Aggressions-assoziiertem Verhalten in einer großen genetischen Fall-Kontrollstudie Zusammenhänge mit suizidalem Verhalten und intermediären Persönlichkeitsphänotypen.

Darüber hinaus wurde mittels Hochdurchsatzgenotypisierung eine Vielzahl von genetischen Variationen in weiteren Genen bestimmt, die in knock out Mäusen Aggressions-assoziiertes Verhalten beeinflussen. Weiterhin wurde die differenzielle Genexpression von ca. 15.000 Genen in post mortem Gehirnen von Suizidpatienten und Kontrollen untersucht. Momentan erfolgen weitere Hochdurchsatzgenotypisierungen an den mittels Genexpression gefundenen Genen. In einer ersten genomweiten Assoziationsstudie zu suizid-assoziierten Persönlichkeitseigenschaften konnte unter Verwendung von Replikationsschritten schon frühzeitig MAMDC1 als ein mit Neurotizismus assoziiertes Gen identifiziert werden.

Van den Oord EJ et al. (2008) Genomewide association analysis followed by a replication study implicates a novel candidate gene for neuroticism. Arch Gen Psychiatry. Sep; 65(9): 1062-71.

Momentan erfolgt in einer Kooperation mit der Columbia University und basierend auf einem vom NIH geförderten Antrag eine genomweite Assoziationsstudie zu suizidalem Verhalten.

2008: National Institutes of Health: 1R01MH082182-01A1: Suicidal Behavior in Mood Disorders: Genes and Intermediate Phenotypes, Principal Applicant Prof. J.J. Mann, USA (Rujescu: Principal Investigator).

Prof. Dr. Dan Rujescu ist zudem Mitglied des Lenkungsgremiums „Molekulargenetik“ des BMBF-geförderten Kompetenznetzes „Depression/Suizidalität“, der Sektion “Suicidology” der Association of European Psychiatrists, Chair der Task Force „Genetics of Suicide“ der International Association for Suicide Prevention (IASP), Mitglied des Referates “Suizidologie” der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), der International Academy of Suicide Research (IASR), des ECNP-Network on Research in Suicidology, sowie der “Reference group on clinical guidance for the risk assessment, care and treatment of suicidal patients“ der European Psychiatric Association (EPA).


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