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Demenzen und gesundes Altern

Neben der Schizophrenie und affektiven Störungen zählen Demenzen und gesundes Altern zu den Forschungsschwerpunkten. 

Es bestehen hochkarätige Kooperationen auf dem Gebiet der Demenzen, insbesondere sei hier die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft zu nennen. 

Die intensive internationale Zusammenarbeit mit einem der führenden Zentren für Genetik (Prof. Williams, Cardiff) führte zu einer erstmaligen genomweiten Untersuchung der Alzheimer Demenz an einer sehr großen Patienten- und Kontrollgruppe von über 16.000 Probanden. Die Arbeit, welche in Nature Genetics publiziert wurde und weltweit ein starkes Echo erfuhr, konnte drei neue mehrfach replizierte Gene für die Alzheimer Erkrankung finden. 

Neben der Bestätigung von ApoE als Suszeptibilitätsgen wurden signifikante Signale für die Gene PICALM, dessen Protein in die Steuerung synaptischer Übertragungsprozesse involviert ist, und CLU bzw. ApoJ identifiziert. CLU, welches in einer weiteren großen Studie bestätigt werden konnte (Lambert et al. 2009), ist an Signalwegen beteiligt, die die Aggregation von Aβ regulieren. Auch das Gen CR1 (Complement Rezeptor 1), involviert in die Regulation von Immunreaktionen, konnte in dieser Studie ermittelt werden.

Mit dieser Methode, genomweit nach Risikogenen zu suchen, wurde ein großer Schritt getan, um nach Ursachen und damit nach Möglichkeiten einer kausalen Therapie zu suchen.

Harold D et al. (2009) Genome-wide association study identifies variants at CLU and PICALM associated with Alzheimer's disease, and shows evidence for additional susceptibility genes. Nat Genet. Oct; 41(10): 1088-93.

Eine Nachfolgeuntersuchung an knapp 60.000 Patienten und Kontrollprobanden konnte weitere Gene identifizieren, u.a. ABCA7, EPHA1, CD33, CD2AP und der MS4A6A/MS4A4E Locus (Nature Genetics, 2011).

Hollingworth P et al. (2011) Common variants at ABCA7, MS4A6A/MS4A4E, EPHA1, CD33 and CD2AP are associated with Alzheimer's disease. Nat Genet. May; 43(5): 429-435.

Interessanterweise konnten zusätzlich genetische Überlappungen im Bereich der Demenzen und anderer neurodegenerativer Erkrankungen gefunden werden.

Van Es MA et al. (2009) Genome-wide association study identifies UNC13A and 9p21.2 as susceptibility loci for sporadic Amyotrophic Lateral Sclerosis. Nat Genet. Oct; 41(10): 1083-7.

Im Rahmen großer Konsortien, z.B. des GERAD-Konsortiums (The Genetic and Environmental Risk in Alzheimers Disease) oder des CHARGE-Konsortiums (The Cohorts for Heart and Aging Research in Genomic Epidemiology) wird diesen und ähnlichen Fragestellungen weiter nachgegangen.

In Zusammenarbeit mit deCODE Genetics wurde eine neue genetische Risikovariante für die Alzheimer Demenz entdeckt, die im Gen-Produkt zu einem funktionellen Aminosäureaustausch im Gen TREM2 führt. TREM2 ist u.a. an der Phagozytose, z.B. von toxischen Amyloid-Plaques beteiligt, so dass mit diesem Gen ein möglicher neuer Baustein zur Aufklärung der Ursachen der Alzheimer Demenz gelungen ist.

Jonsson T et al. (2013) Variant of TREM2 Associated with the Risk of Alzheimer's Disease. N Engl J Med. Jan 10; 368(2): 107-16.

Darüber hinaus konnten wir weitere hoch signifikante Gene identifizieren, die in Zukunft ebenfalls Basis weiterer klinischer Studien sein können.

Eine genomweite Meta-Analyse mit 74.046 Individuen europäischer Herkunft führte neben der Bestätigung des ApoE Locus, sowie weiterer in GWAS ermittelter Suszeptibilitätsloci zur Identifikation 11 neuer Loci für die Alzheimer Erkrankung mit spätem Beginn (late onset alzheimer’s disease, LOAD).

Lambert JC et al. (2013) Meta-analysis of 74,046 individuals identifies 11 new susceptibility loci for Alzheimer's disease. Nat Genet. 2013 Dec; 45(12): 1452-8.

Lambert JC et al. (2013) Meta-analysis of 74,046 individuals identifies 11 new susceptibility loci for Alzheimer's disease. Nat Genet. 2013 Dec; 45(12): 1452-8.

Zusätzlich bestehen bereits heute enge Kooperationen mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) sowie mit dem Fraunhofer Institute for Cell Therapy and Immunology (IZI) Department of Drug Design and Target Validation, Halle Biocenter (Prof. Demuth)

Ein weiterer Schwerpunkt auf dem Gebiet der Demenzen umfasst innovative Behandlungs- und Biomarkerstudien und hierbei insbesondere Immunisierungsstudien.


Zudem besteht an der Universität Halle der Forschungsschwerpunkt Altern, der dieses zukunftsrelevante Thema aufgreift. 


Aktuell arbeiten wir auf dem Gebiet von iPS-Zellen und Demenzen


Publikationen zu Demenzen und gesundem Altern