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Peptidtherapie – Was ist das?

Eine Peptidtherapie (Peptid-Rezeptor-vermittelte Radiotherapie – PRRT) ist eine stationäre nuklearmedizinische Behandlung für Patienten mit metastasierten neuroendokrinen Tumoren. 

 

Wie funktioniert das Prinzip der Peptidtherapie?

Neuroendokrine Tumore, gut differenzierte neuroendokrine Karzinome und deren Metastasen besitzen Somatostatinrezeptoren auf ihrer Oberfläche. Somatostatinanaloga binden an diesen Strukturen, was sowohl zur Diagnostik als auch zur Therapie ausgenutzt werden kann indem radioaktive Tracer an sie gebunden werden. Dadurch kann die Strahlung direkt zu den Metastasen gebracht werden und somit eine spezifische Bekämpfung der Krebszellen erfolgen, ohne dass relevante Nebenwirkungen auftreten. 

 

Für welche Erkrankungen eignet sich die Peptidtherapie?

Metastasierte neuroendokrine Tumore und gut differenzierte neuroendokrine Karzinome mit einem ausreichenden Somatostatinrezeptorbesatz.

 

Welche alternativen Therapieverfahren stehen zur Verfügung?

Die Peptidtherapie wird im Regelfall erst dann angewendet wenn die leitliniengemäße Standardtherapie (Operation, Somatostatinanaloga, Chemotherapie) ausgeschöpft wurde und es trotzdem zu einem Voranschreiten (Progress) der Erkrankung kommt. 

 

Welche Voraussetzungen müssen für die Peptidtherapie erfüllt sein und welche Voruntersuchungen sind notwendig?

  1. In einem interdisziplinären Tumorboard wird die Indikation zur Durchführung einer Peptidtherapie gestellt und ein Kostenübernahmeantrag bei der Krankenkasse gestellt.
  2. Ausführliche Anamnese bezüglich der stattgehabten und laufenden Therapien, insbesondere eine Therapie mit einem Depot-Somatostatin.

  3. Bestimmung des Somatostatinrezeptorbesatzes mit 99mTc-markiertem Somatostatinanalogon und/oder 68Ga-DOTA-PET/CT.

  4. Laboruntersuchungen – v. a. Blutbildparameter zur Abschätzung der Knochenmark-reserve sowie Retentionsparameter. 

  5. Nierensequenzszintigraphie zur Bestimmung und Verlaufskontrolle der Nierenfunktion.

  6. Ausreichender Allgemeinzustand

Wie erfolgt die Peptidtherapie?

Die Behandlung findet unter stationären Bedingungen statt und dauert im Regelfall zwischen 2 und 5 Tagen. Am Aufnahmetag findet nach einem nochmaligen Arztgespräch eine Laborkontrolle statt. Am späten Vormittag beginnt das Infusionsprogramm mit einer Aminosäurelösung zum Schutz der Nieren, weshalb auch eine ausreichend hohe Trinkmenge im Verlauf notwendig ist. Nach circa 1 h wird das Therapeutikum (in den meisten Fällen 177Lu-Somatostatinanalogon) innerhalb einer halben Stunde ebenfalls in die Vene verabreicht. Zur Kontrolle der Anreicherung des Therapeutikums an den Tumorzellen werden im stationären Verlauf mehrfach Ganzkörperbilder erstellt. Es findet eine kontinuierliche Überwachung der von den Patienten ausgehenden Strahlung statt, so dass in Zusammenarbeit mit den Medizinphysikern der Entlassungszeitpunkt abgelesen werden kann. 

 

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Im Rahmen der Aminosäureinfusion können vorrübergehend Unwohlsein und Übelkeit auftreten, was medikamentös sehr gut behandelt bzw. durch prophylaktische Gabe sogar vermieden werden kann. In den ersten Wochen nach der Therapie können sich die Blutbildparameter etwas verschlechtern und ein Müdigkeitssyndrom kann auftreten. Durch den Einsatz von  177Lu-Somatostatinanalogon als Therapeutikum ist die Gefahr einer relevanten Nierenschädigung im Verlauf  nicht wahrscheinlich.

 

Welche Erfolge sind zu erwarten?

Die bei ansonsten „austherapierten“ Patienten eingesetzte Peptidtherapie führt im Allgemeinen nicht zu einer Heilung, auch wenn vereinzelt komplette Remissionen erreicht werden können. In 70 % der Fälle kommt es zu einer Reduktion der Symptome und eine messbare Verkleinerung der Tumormanifestationen ist in 30 % der Fälle zu erreichen. Das führt zu einer Verlängerung des sogenannten progressionsfreien Überlebens (NETTER 1 Trial).

 

Wie geht es nach der Therapie weiter?

Nach der Entlassung sollten in den ersten Wochen regelmäßige ambul