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Radiosynoviorthese (RSO) – Was ist das?

Die Radiosynorviorthese (RSO) ist eine ambulante nuklearmedizinische Therapie zur Behandlung von entzündeten Gelenken.

 

Wie funktioniert das Prinzip der RSO?

Zur Beseitigung der Entzündungsreaktion werden radioaktive Nuklide in das betroffene Gelenk injiziert. Die nur kurzstreckig wirksame Strahlung entfaltet ausschließlich intraartikulär (im Gelenk) ihre Wirkung und führt zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden.

 

Für welche Erkrankungen eignet sich die RSO?

1.      Rheumatoide Arthritis

2.      Aktivierte Arthrose

3.      Nach Synovektomie

4.      Seronegative Spondylarthropathie

5.      Kristallarthropathie

6.      Villonoduläre Synovitis

7.      Arthropathie bei Hämophilie

 

Welche alternativen Therapieverfahren stehen zur Verfügung?

Neben den zur Verfügung stehenden medikamentösen Behandlungen besteht die Möglichkeit zur Durchführung einer Röntgenreizbestrahlung durch die Kollegen der Strahlentherapie.

 

Welche Voraussetzungen müssen für die RSO erfüllt sein und welche Vorunter-suchungen sind notwendig?

Um die RSO erfolgreich durchführen zu können, ist es wichtig die Gelenkentzündung nachzuweisen. Das gelingt mit einer 3-Phasen-Skelettszintigraphie. Häufig werden Gelenkschmerzen auch durch Verschleiß verursacht, ohne dass eine zusätzliche Entzündung  vorliegt. In dieser Situation wird eine RSO zu keiner Beschwerdebesserung führen. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen ob eine Kontrast-mittelallergie oder ob blutverdünnende Medikamente eingenommen werden. Zum Teil müssen die Blutverdünner kurzzeitig pausiert werden oder umgestellt werden.

 

1.      Aktuelle Mehrphasen-Skelettszintigraphie

2.      Gelenkultraschall

3.      Ggf. Röntgen

 

Wie erfolgt die RSO?

Die Therapie wird ambulant durchgeführt. Nach Aufklärung und ggf. Gelenkultraschall wird abgesehen vom Kniegelenk die Punktion des entsprechenden Gelenkes unter Röntgenkontrolle durchgeführt. Die korrekte Lage der Nadel wird durch eine Kontrast-mittelgabe überprüft. Im Anschluss wird der radioaktive Tracer (in Abhängigkeit vom zu therapierenden Gelenk) in das Gelenk appliziert und steriles Wasser oder Cortisonlösung hinterhergespritzt. Danach wird ein Verband angelegt und das Gelenk durchbewegt. Bei der Verwendung von Yttrium und Rhenium wird abschließend eine Verteilungsszintigraphie angefertigt.

 

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Nebenwirkungen sind sehr selten. Es können vereinzelt Gelenkentzündungen, Fieber oder bei fehlerhafter Applikation des Radiotracers Nekrosen um die Einstichstelle herum auftreten.

 

Welche Erfolge sind zu erwarten?

Je nach Gelenkzustand sind nach der RSO bei 40-80% der Patienten innerhalb von 3-4 Monaten eine subjektive Verbesserung sowie ein Rückgang der entzündlichen Symptome - wie Schmerzen und Schwellung - zu erwarten. Die Wirkungen können zum Teil mit erheblicher zeitlicher Verzögerung eintreten.

 

Wie geht es nach der Therapie weiter?

Nach der Behandlung muss das therapierte Gelenk 48 h geschont werden. Wenn es zu keiner Befundbesserung kommt, kann die Therapie wiederholt werden. Circa ¼ Jahr nach der RSO wird eine kontrollierende Mehrphasen-Skelettszintigraphie durchgeführt.

 

Wer übernimmt die Kosten für die Behandlung?

Die Kosten werden regulär von der Krankenkasse getragen.

 

Links:

http://www.nuklearmedizin.de/leistungen/leitlinien/html/radiosynoviorthese.php?navId=53