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Partizipatives Rehabilitationsprozessmanagement "Schlaganfall in Sachsen-Anhalt"

Kurztitel

  • PaReSiS

Zeitraum

  • 04/2008- 03/2011

Leitung

Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft:

Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie:

  • Prof. Dr. med. Stephan Zierz
  • Dr. med. Tobias Müller

Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik:

  • Prof. Dr. med. Andreas Stang MPH
  • Dr. sc. Hum. Oliver Kuss

Mitarbeiter

Partner

  • Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt
  • Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Förderung

  • BMBF im Rahmen des Förderschwerpunktes "Versorgungsnahe Forschung- Patientenorientierung und chronische Krankheiten"

Zusammenfassung

Hintergrund 

Bisherige Forschungen zur Betroffenenperspektive von Patienten und Rehabilitanden nach einem Schlaganfall zeigen, dass vor allem die Phase nach der Anschlussrehabilitation (also die weitere "Nachsorge") und die mögliche Rückkehr ins Alltags- und auch Arbeitsleben durch ein sehr uneinheitliches Bild gekennzeichnet sind (vgl. Zimmermann et al. 2006). Während konsekutive Therapien in manchen Fällen trotz bleibender Einschränkung nicht stattfinden, gelingt es anderen Rehabilitanden vor allem mit starker Unterstützung durch Hausarzt oder Familienmitglieder, eine kontinuierliche therapeutische Versorgung und berufliche Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erhalten und für ihre Rehabilitation zu nutzen. Übereinstimmend berichten sie jedoch von deutlichen Schwierigkeiten im Vorfeld der Leistungsgewährung bei allen Trägern der Gesundheitsversorgung.

Fragestellung 

Das Projekt verfolgt die Fragestellung, ob und inwieweit bei von Schlaganfall Betroffenen und ihren Angehörigen der erfolgreiche Verlauf des Rehabilitationsprozesses nach Schlaganfall durch ein integriertes am individuellen Patientenbedarf ausgerichtetes Versorgungsmanagement in der ambulanten Nachversorgung gesteuert werden kann. Der Fokus des Vorhabens liegt ausdrücklich auf der Gestaltung des Rehabilitationsprozesses nach bzw. außerhalb der institutionellen Versorgungsstrukturen der Akutklinik (stroke unit) und stationären und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen.

Methoden 

Die Studie wird als kontrollierte experimentelle Studie durchgeführt. Das Interventionsprogramm wird einer zufällig gebildeten Gruppe von Schlaganfallpatienten angeboten. Zur Sicherung der Validität des eingesetzten Instrumentariums inklusive der Intervention wird sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe eine Stichprobe für ein qualitatives Tiefeninterview gezogen.

Stichprobe 

Eingeschlossen sind Frauen und Männer über 18 Jahre mit akutem Schlaganfall (Erstereignis, ischämisch oder hämorrhagisch) mit den entsprechenden Diagnosen der ICD-10 I61 und I63, die in der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Halle aufgenommen wurden. Weitere Einschlusskriterien sind ein Erstwohnsitz in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Thüringen und die Beherrschung der deutschen Sprache.

Von der Teilnahme sind Personen ausgeschlossen mit Reinfarkt, Alkoholismus, NIHSS>25, Obdachlosigkeit (bei Nichterreichbarkeit) oder die bereits in der Klinik versterben. In den qualitativen Studienarm werden sowohl Teilnehmer der Interventions- als auch Kontrollgruppe aufgenommen.

Intervention 

Für das nachsorgende Rehabilitationsprozessmanagement werden verschiedene Zugangswege genutzt, die im Rahmen der Intervention etabliert werden sollen:

  1. Patienten-Informations-Briefe
  2. Internetportal
  3. Telefonische Nachsorge & Hotline
  4. Zentrale Informationsveranstaltungen für Betroffene und Bezugspersonen
  5. Individuelle Einzelberatung für Betroffene und Bezugspersonen
  6. Mobiles Rehabilitationsmanagement (Hausbesuche)

Betroffene und deren Angehörige haben so die Wahl, nicht nur den Umfang der professionellen Unterstützung zu steuern, sondern können zudem zwischen verschiedenen Formen der Informationsbeschaffung wählen.

Erwartete Ergebnisse 

Erwartet wird, dass sich die Teilnehmer der Interventionsgruppe in der Hauptzielgröße der physischen Funktionsfähigkeit signifikant von den Mitgliedern der Kontrollgruppe unterscheiden.