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Belastung von onkologischen Patienten durch Multisymptomerleben: eine multizentrische Querschnittsstudie

Kurztitel

  • Belastung von onkologischen Patienten durch Multisymptomerleben: eine multizentrische Querschnittsstudie

Zeitraum

  • 06/2010 - 05/2011

Leitung

  • Prof. Dr. Margarete Landenberger (wissenschaftliche Leitung)

Mitarbeiter

Partner

  • MRI, TU Muenchen

Förderung

  • ProKID, Verein zur Förderung der Krebsinformation in Deutschland e.V., Heidelberg, Förder-Nr.: clinical trials NCT01317355

Projektausführung

  • Universitätsklinikum Halle, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 
  • Universitätsklinik für Gynäkologie (GST, Tagesklinik))
  • Universitätsklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG)
  • Universitätsklinik für Innere Med. I (St. 6) (Gastroenterologie) 
  • Universitätsklinik für Innere Med. III (St. 9) (Pneumologie) 
  • Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV (10-12, Tagesklinik)
  • Universitätsklinik für Urologie (St. 1, 2 & 3, Tagesklinik)

Zusammenfassung

Hintergrund

Tumorpatienten leiden häufig an mehreren krankheits- und therapiebedingten Symptomen sowie Einschränkungen der Funktionalität. Da anhaltendes Symptomerleben sowohl die Lebensqualität beeinträchtigen als auch die Behandlungsintensität limitieren oder zu einem vorzeitigen Abbruch der Tumorbehandlung führen kann, ist es Ziel unterstützender Therapie, lindernde Maßnahmen möglichst frühzeitig einzuleiten. Hierzu sind standardisierte Symptomerfassung und ein guter Informationsfluss vom Patienten zu den beteiligten Berufsgruppen anzustreben. In der Studie wurde in Kooperation mit dem Department of Symptom Research, Prof. Cleeland, zur Erfassung der Symptombelastung onkologischer Patienten das M.D. Anderson Symptom Inventory in der deutschen Version (MDASI–G) eingesetzt. 

Methoden: 

In einer multizentrischen Querschnittsstudie unter Beteiligung von 5 Uniklinika wurden n= 697 Patienten mit diagnostiziertem solidem Tumor, im Alter zwischen 18 und 80 Jahren, laufender ambulanter oder stationärer Tumortherapie und Einverständnis zur Teilnahme nach ihren Symptomen befragt. Primärer Endpunkt war die Symptombelastung (Symtomburden: Summenscore aus Symptombelastung und Funktionseinschränkungen), erfasst durch Selbsteinschätzung der Patienten mit dem MDASI–G bezogen auf die letzten 24 h (NRS 0-10). Sekundäre Endpunkte waren Zusammenhänge von Symptomburden mit Distress und globaler Lebensqualität (EORTC QLQ C 30).

Erste Ergebnisse

Im Durchschnitt wurden 6 (±3) Symptome (Intensität ≥1) benannt. Bezogen auf die Belastungsstufen wurden häufig Fatigue (43% leicht, 26% moderat, 9% schwer), Sorgen/Kummer (36% leicht, 23% moderat, 10% schwer), Traurigkeit (36% leicht, 18% moderat, 9% schwer) sowie Schlafstörungen (37% leicht, 20% moderat, 10% schwer) angegeben. 18% der Patienten gaben schwere Einschränkungen der Alltagstätigkeit an. Es zeigten sich signifikante Zusammenhänge sowohl zwischen Symtomburden (MW 46,6 ±30,6) und der globalen gesundheitsbezogenen Lebensqualität (MW: 49,4±22,7) (r=0,66; p<0,01) als auch zwischen Symptomburden und Distress (Distress Thermometer: MW 5,13 ±2,7) (r=0,59; p<0,01).

Schlussfolgerungen:

Das neu eingesetzte MDASI scheint sich gut zur Erfassung der Symptombelastung onkologischer Patienten zu eignen. Um den schnellen transdisziplinären Informationsfluss bezüglich aktueller Symptome und somit auch deren Therapie zu optimieren, sind weitere Untersuchungen, die unterschiedliche therapeutische Settings und Patientenkollektive fokussieren, notwendig.

 

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die Ergebnisse der ProKID-Studie veröffentlicht wurden:

  • Schmidt, H., Cleeland, C. C., Bauer, A., Landenberger, M. & Jahn. P. (2014) Symptom Burden of Cancer Patients: Validation of the German M. D. Anderson Symptom Inventory. A Cross-Sectional Multicenter Study, J Pain Symptom Manage. 2015 Jan;49(1):117-25. DOI: 10.1016/j.jpainsymman.2014.04.007. Epub 2014 May 23
  • Schmidt, H., Kitzmantel, M., Abraham, J., Landenberger, M. & Jahn. P. (2013) Chemo: Welche Symptome belasten Patienten? Die Schwester Der Pfleger 52. Jahrg. 10/13