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Psychisch Kranke im SGB II

Kurztitel

  • Psychisch Kranke im SGB II

Zeitraum

  • 10/2010 - 03/2011

Leitung

  • Prof. Dr. Johann Behrens

Mitarbeiter

Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft

  • Katrin Parthier
  • Dr. Michael Schubert

Aktion Psychisch Kranke e. V. Bonn

  • Jörg Holke
  • Ulrich Krüger
  • Prof. Dr. Reinhardt Peukert

Partner

  • Aktion Psychisch Kranke e. V. Bonn
  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg (IAB)
  • Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt-Thüringen

Förderung

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales / Bundesagentur für Arbeit

Zusammenfassung

Hintergrund

Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen haben häufig vielfältige Schwierigkeiten am Arbeitsleben teilzuhaben. Gerade die oftmals krankheitsbedingt eingeschränkte Fähigkeit den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, reduziert bei psychisch Kranken Menschen die Chance der Ausübung einer Erwerbstätigkeit und - für junge psychisch beeinträchtigte Menschen besonders problematisch - die Chance des Erreichens eines Ausbildungsabschlusses. Zudem sind hohe berufliche Anforderungen, Arbeitsverdichtung und Leistungsdruck nicht selten inkompatibel mit den (psychosozialen) Ressourcen, die psychisch beeinträchtigten Menschen zur Verfügung stehen. Daher ist diese Personengruppe einerseits in besonderem Maße einem höheren Exklusionsrisiko aus dem Erwerbsleben (Negativselektion) ausgesetzt. Andererseits befördert dauerhafte Arbeitslosigkeit die (weitere) Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes. In der Folge haben v.a. psychisch beeinträchtigte Menschen oftmals große Schwierigkeiten einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Daher kann davon ausgegangen werden, dass diese Gruppe im Personenkreis der Leistungsbezieher nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) überrepräsentiert ist.

Gegenstand und Ziel

Bislang weitgehend unklar ist die Frage, wie sich die Situation psychisch beeinträchtigter, aber erwerbsfähig hilfebedürftiger Personen mit Leistungsbezug nach SGB II, insgesamt quantitativ und qualitativ darstellt. Aus diesem Defizit ergeben sich für die Zielgruppe vier Komplexe von Fragestellungen:

  1. Welche Bedeutung kommt psychisch beeinträchtigten Menschen quantitativ in der Praxis der Arbeitsverwaltungen (v.a. Grundsicherungsträger) zu?
  2. Welche erwerbsrelevanten Problemlagen weist der Personenkreis qualitativ auf und welche arbeitsmarktpolitischen Leistungen und Strategien können zu einer Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben beitragen?
  3. Wie stellt sich das Wissen (status quo) einerseits über und der Umgang mit psychisch beeinträchtigten Menschen bei den Leistungsträgern des SGB II sowie andererseits über Möglichkeiten der Förderung der Erwerbsausübung bei den psychiatrischen/psychosozialen Einrichtungen dar und wo bestehen ggf. Optimierungspotenziale?
  4. Wie gestaltet sich die Kooperation der unterschiedlichen Institutionen und Dienste, wo gibt es Schnittstellen und Vernetzungspotenziale?

Methoden

Neben einer Literatur- und Dokumentenanalyse werden insgesamt 40 persönlicher Interviews in fünf Regionen bundesweit mit relevanten professionellen Akteuren durchgeführt. In die Erhebung einbezogen werden dabei

  • Mitarbeiter der Arbeitsverwaltung im Rechtskreis SGB II (Grundsicherungsträger)
  • Ärztliche und Psychologische Fachdienste der Arbeitsagentur
  • Sozialpsychiatrische Dienste
  • Institutionen/Angebote zur psychiatrischen Behandlung (z.B. Psychiatrische Kliniken, Tagesklinien)
  • Wohnangebote und Angebote der soziale Rehabilitation (Alltagsbegleitung)
  • Institutionen/Angebote im Bereich Arbeit und Beschäftigung (z.B. Integrationsfirmen)
  • Integrationsfachdienste

Erwartete Ergebnisse

Die Studie soll im Rahmen von fünf Standortberichten Erkenntnisse zur Anzahl psychisch beeinträchtigter, erwerbsfähiger SGB II-Leistungsbezieher liefern. Zudem sind Integrationsprobleme und Unterstützungsperspektiven aus interprofessioneller Sicht zu beschreiben. Darüber hinaus soll die Studie Erkenntnisse zur regionalen Vernetzung der professionellen Dienste und Einrichtungen gewinnen, entsprechende Vernetzungspotenziale ermitteln und zukünftige Forschungsfelder aufzeigen.