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Screening zur Identifikation rehabilitationsbedürftiger Arbeitssuchender in den Agenturen für Arbeit und bei Leistungsträgern des SGB II

Kurztitel

  • SCIRE

Zeitraum

  • 10/2008 – 09/2009

Leitung

Mitarbeiter

  • Kristin Bretschneider 
  • Stephanie Schmidt

Partner

  • Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt-Thüringen

Förderung

  • Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Zusammenfassung

Hintergrund 

Umfangreiche Forschung zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Gesundheit in den letzten Jahrzehnten konnte nachweisen, dass Nichterwerbsphasen mit einer schlechteren Gesundheit einhergehen und dass sich der Gesundheitszustand mit steigender Dauer der Beschäftigungslosigkeit zunehmend verschlechtert. Weiterhin ist bekannt, dass sich die gesundheitlichen Beschwerden Arbeitsloser häufig auf progrediente chronische oder chronifizierende Erkrankungen zurückführen lassen. Analysen zum Frühberentungsgeschehen konnten zeigen, dass Personen die aus einer Nichterwerbsphase in Erwerbsminderungsrente zugehen, zuvor signifikant seltener an einer medizinischen Rehabilitation teilgenommen haben. Zudem hat sich eine Reihe von Studien mit den Fragen befasst, was die Reha-Antragstellung seitens der potenziell rehabedürftigen Versicherten beeinflusst. Ziel des beantragten Screeningprojektes ist es zu prüfen, ob das Wissen über "Risikoprofile" von Arbeitslosen, zu denen im Projekt "Frühberentete ohne Rehabilitation" diagnostische und erwerbsbiographische Merkmale ermittelt wurden, sich mit dem Risiko einer Frühberentung ohne Rehabilitation verbundene Eigenschaften zusammenzufassen lassen und für ein Screening zugunsten der rehabilitationsbedürftigen Versicherten zu nutzen sind. Als Einflussfaktoren besitzen insbesondere die Kenntnis über mögliche Rehabilitationsleistungen, der Krankheitsverlauf und die Empfehlung einer Reha-Teilnahme durch Dritte umfassende Evidenz.

Fragestellung 

Zielgröße der Studie sind die Bedingungen für ein wirksames Screening der betroffenen Risikogruppe und eine reibungslose Überleitung an einen Rehaberater der Arbeitsagentur oder DRV, je nach versicherungsrechtlichen Voraussetzungen und nach der Art des medizinischen und/oder beruflichen Rehabilitationsbedarfes. Gerade eine direkte Ansprache, Beratung oder Aufforderung zur Rehabilitation scheint für "Reha vor Rente" besonders förderlich zu sein.

Methoden 

Bei der Studie handelt es sich um

  • eine Sekundäranalyse zur Ableitung der Risikokonstellationen zu - möglicherweise geschlechtsspezifischen - "Risikoprofilen" Arbeitsloser besonders bei Suchterkrankungen und psychischen Erkrankungen; Stichprobe hierzu sind Datensätze zum Rentenzugang der Deutschen Rentenversicherung.
  • eine qualitative Analyse des aktuellen Geschehens der Ermittlung von Rehabilitationsbedarf in den Servicestellen der Bundesagentur für Arbeit und bei den Trägern des SGB II.

Aufgaben und Methoden des Projektes sind:

  1. die Erarbeitung und Zusammenfassung von Risikokonstellationen zu - möglicherweise geschlechtsspezifischen - "Risikoprofilen" Arbeitsloser
  2. die Durchführung und Auswertung von Experteninterviews mit Beraterinnen sowie Leiterinnen von Servicestellen der Bundesagentur für Arbeit und der Träger des SGB II in Sachsen-Anhalt zu den Vorgaben (Soll-Verlauf) und zum tatsächlichen Handeln hinsichtlich der Erhebung von Screening-Indikatoren potentiellen Rehabilitationsbedarfs und der Beratung in Richtung medizinischer und beruflicher Rehabilitation. Die Experteninterviews werden durch den Einsatz von Fallvignetten unterstützt, bei denen spezifisches professionelles Handeln in definierten Situationen simuliert wird.
  3. eine Prüfung, ob die aus den Risikoprofilen Arbeitsloser abzuleitende Screening-Indikatoren in die von den Beraterinnen der Servicestellen benutzten Gesprächsleitfäden und damit in die Beratungswege zu integrieren sind, sowie ggf. Empfehlungen zur Umsetzung einer solchen Integration und zu der Frage, wie aktualisierte Kenntnisse der DRV über Risikoprofile regelmäßig in die Beratungsroutinen der Servicestellen der Bundesagentur für Arbeit eingespeist werden können. Hierzu wird eine abschließende Expertenrunde konstituiert.

Aus den Risikoprofilen sollen Screening-Indikatoren eines potentiellen Rehabilitationsbedarfs vor allem für Versicherte mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankung abgeleitet werden und in die Beratungswege der Servicestellen integriert werden.