Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Rehabilitation zwischen Transformation und Weiterentwicklung - Individualisierung und Differenzierung von Rehabilitation im Falle gesundheitsbedingter Exklusionsrisiken in Ost- und Westdeutschland, Schweden, Schweiz, Italien und Tschechien

Kurztitel

  • SFB 580 - C5

Zeitraum

  • 07/2004 - 06/2008

Leitung

  • Prof. Dr. Johann Behrens

Mitarbeiter

Förderung

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Institutionelle Anbindung

  • Teilprojekt C5 des Sonderforschungsbereichs 580 "Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch: Diskontinuität. Tradition. Strukturbildung" der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. www.sfb580.uni-halle.de

Zusammenfassung

Fragestellung und Ziel

Analysiert werden die unterschiedlichen sozialen und individuellen Akteurperspektiven der Klienten, der Leistungsträger und der Leistungserbringer der ambulanten und stationären Versorgung nach der Übernahme der westdeutschen Strukturen. Auf institutioneller Ebene wird in der Annahme, dass gesellschaftliche Differenzierungs- und Individualisierungsprozesse auch für die Versorgungsstrukturen zu wechselnden Herausforderungen führen, ambulante und stationäre Rehabilitation und rehabilitative Pflege in ihren unterschiedlichen Bedeutungen für professionelles Handeln als assistierende Hilfe, die nach dem Neunten Sozialgesetzbuch "Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft" fördern und ermöglichen soll, untersucht. Als exemplarisches Versorgungsproblem werden rehabilitative Pflege und medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation nach dem Ereignis eines Schlaganfalls verfolgt.

Hintergrund und Forschungsstand

Das Vorhaben widmet sich zwei überlagernden "Challenges": Die westdeutschen Rehabilitations- und Pflegeanstalten zur Bewältigung von Inklusionsrisiken ersetzen die eher betriebszentrierten Einrichtungen der DDR genau in dem Moment, in dem die westdeutschen Anstalten selber durch den demographischen Wandel und Effektivitätsnachweise herausgefordert werden. Dadurch ergibt sich in den kommenden beiden Phasen des SFB die Chance, in Längsschnittsperspektive nicht nur Rehabilitation als Inklusion durch –zumindest ihrem Anspruch nach selbstbestimmte Teilhabe fördernde– Rehabilitation und Pflege, sondern auch die Entwicklung der Gesundheits- und Sozialversicherungsreform als Antwort auf den demographischen Wandel zu verfolgen.

Arbeitsplan und Methode

Die Analyse folgt einer zweifachen Längsschnittorientierung: 1) einer prospektiven Untersuchung individueller Verläufe als Rückkehr in den Arbeitsprozess oder Frühberentung und 2) der prospektiven Transformation gegenwärtiger lokaler Institutionalisierungen (u.a. als historischen Kompromiss der Frühberentung und der eher stationären als ambulanten Pflege und Rehabilitation) unter dem Druck der demographischen Entwicklung und der Kosten- und Vergütungsentwicklung im Sozial- und Gesundheitswesen über die kommenden acht Jahre. Die Erfassung der empirischen Materialien erfolgte durch Experteninterviews, die durch Fallvignetten ("paper patients") und Konfrontation mit folgenden repräsentativen prozessproduzierten Nutzungsdaten gestützt werden: 1.) prospektive Daten individueller Verläufe in Frührente und (stationäre) Pflege in den neuen und alten Bundesländern (eigene Datenerhebung und Routinedaten der Rentenversicherungsträger), 2.) die Erfassung und Analyse von klientenbeteiligten Beratungsgesprächen bzw. Rehabilitationsplanungen, 3.) einer Longitudinalerhebung von Rehabilitationsverläufen unter Einbeziehung von Prozessdaten und Selbstauskünften von Betroffenen oder ihrer Angehörigen.

Transferperspektive

Darstellung von Klienten- und Professionspräferenzen, Evidence-Basierung im internationalen Rahmen ("best practice"), Methodenentwicklung in der international komparativen Forschung

Publikationen