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Hirn-Szintigraphie / Neuro-SPECT – DaTSCAN™ und IBZM-SPECT

 

Welchen Zweck hat die Untersuchung?

Verschiedene Erkrankungen des Gehirns können sehr ähnliche Beschwerden verursachen. Ihr behandelnder Hausarzt oder Neurologe möchte deshalb bei Ihnen eine Hirn-Szintigraphie zur Sicherung der Diagnose und Optimierung der Therapie durchführen lassen. Dabei geht es in erster Linie um Bewegungsstörungen wie Morbus Parkinson, atypische Parkinsonerkrankungen und die Differenzierung zu nicht neurodegenerativen Erkrankungen wie z.B. essentieller Tremor. Aber auch bei bestimmten Demenzen (z.B. Lewy-Body-Demenz) und andere Bewegungsstörungen wie z.B. der Chorea Huntington können diese Verfahren eingesetzt werden.

 

Strukturveränderungen, die mit herkömmlichen Untersuchungen (CT und MRT) gesehen werden können, treten meist erst sehr spät im Krankheitsverlauf auf. Die diesem Prozess vorausgehende eigentliche Funktionsstörung bestimmter Nervenverbindungen (des dopaminergen Systems) kann dabei nicht dargestellt werden. Die Darstellung der Funktion beziehungsweise der Funktionsstörung ist das Ziel und die Stärke nuklearmedizinischer Verfahren. Die Szintigraphie kann so schon in einem frühen Krankheitsstadium zur Diagnosesicherung beitragen. 

 

Welche Untersuchungen gibt es?

Den verschiedenen Erkrankungen liegen unterschiedliche Ursachen zugrunde, deshalb gibt es verschiedene Untersuchungen. Möglicherweise werden bei Ihnen auch mehrere Untersuchungen empfohlen. 

Die I-123-FP-CIT-SPECT (auch DaTSCAN™) erfasst die sogenannten präsynaptischen Dopamintransporter. Der IBZM-SPECT prüft die postsynaptischen Dopaminrezeptoren.

Darüber hinaus wird in einem zweiten Schritt immer häufiger auch die Hirn-PET zur Prüfung des Glukose-Stoffwechsels eingesetzt. 

Aus der Zusammenschau der Befunde kann ein ziemlich genaues Bild der Funktionsstörung erstellt werden. Zum Beispiel kann bei einem unauffälligen DaTSCAN™ das Vorliegen eines Parkinsonsyndroms zu 97 % ausgeschlossen werden.

 

Welche Vorbereitung ist notwendig? Gilt für DaTSCAN™ und IBZM-SPECT

Ab drei Tagen vor der Untersuchung bis drei Tage nach der Untersuchung muss eine Schilddrüsenblockade (z.B. mit Irenat-Tropfen®) erfolgen, da die verwendeten Substanzen iodhaltig sind. In der Regel bekommen Sie diese Tropfen von Ihrem Hausarzt oder Neurologen, welcher die Untersuchung anfordert. 

 

Sie müssen nicht nüchtern sein.

 

Verschiedene Medikamente haben einen Einfluss auf die Hirnfunktion und müssen deshalb vor der Untersuchung pausiert werden. Dies können vor allem zentral wirksame Medikamente wie Psychostimulanzien, Antidepressiva, Anticholinergika, Neuroleptika, L-Dopa, Doapmin-Agonisten und Dopaminergika sein. Teilen Sie uns bei Anmeldung bitte Ihre vollständige Medikation mit, wir sprechen mit Ihnen genau ab, welche Medikamente Sie für welche Untersuchung wie lange (teilweise mehrere Tage) pausieren müssen.

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Planen sie für die Untersuchung bitte etwa fünf Stunden Zeit ein.

 

Zur Darstellung der Hirnfunktion wird Ihnen ein sogenanntes Radiopharmakon in eine Armvene gespritzt. Dieses wird an bestimmte Transporter, bzw. Rezeptoren im Gehirn gebunden, wenn diese funktionsfähig sind. Das gekoppelte 123I, ein radioaktives Iodisotop, wird später durch die SPECT-Kamera sichtbar gemacht. 

 

Nach dem Spritzen haben Sie circa 1,5-2 Stunden (IBZM) beziehungsweise 3 Stunden (DaTSCAN™) Zeit, bevor die Aufnahme gestartet werden kann. Sie müssen diese Zeit nicht bei uns in der Abteilung verbringen, können aber natürlich gerne in unseren Warteräumen bleiben. 

 

Die eigentliche Untersuchung (Scan) dauert etwa 45 Minuten. Während dieser Bildaufnahmezeit müssen Sie ruhig auf dem Rücken liegen. Sollten Sie dies z.B. schmerzbedingt nicht oder nur eingeschränkt können, teilen Sie uns dies bitte bereits Planung der Untersuchung mit, so dass wir gemeinsam eine Lösung finden können. 

Die verwendete SPECT-Kamera dreht sich mit zwei großen Platten (den sogenannten Detektoren) langsam und relativ nahe um ihren Kopf. Ihr Kopf wird in einer Schale mit einem Band über der Stirn gegen unwillkürliche Bewegungen leicht fixiert. Sollten Sie unter Raumangst leiden, teilen Sie uns dies bitte ebenfalls im Vorfeld mit.

 

Wird die Untersuchung gut vertragen?

In der Regel merken Sie von den verabreichten Substanzen nichts. Sehr selten auftretende Nebenwirkungen können beim DaTSCAN™ gesteigerter Appetit, Kopfschmerzen, Hautkribbeln und Schwindel sein. Allergische Reaktionen sind bei beiden Verfahren sehr selten.
 
 

Wie jede nuklearmedizinische Untersuchung sind auch diese mit einer (geringen) Strahlenexposition verbunden. Diese ist nicht höher als bei anderen radiologischen Untersuchungen. Bei Verwendung der üblichen Aktivität beträgt die effektive Dosis beim DaTSCAN™ 4,4 mSv, bei der IBZM-SPECT 6,3 mSv. Zum Vergleich: die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung in Deutschland beträgt pro Jahr 2,1 mSv. Bei einer Computertomographie des Brustraums (CT Thorax) beträgt die effektive Dosis 5,8 ‑ 8 mSv. 

 

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Schwangere dürfen die Untersuchung nicht erhalten.

Bei stillenden Müttern muss eine Stillpause von 24 h nach der Untersuchung eingehalten werden.

 

Bezahlt meine Krankenkasse die Untersuchung?

Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für den DaTSCAN™. Für die IBZM-SPECT muss ein Kostenübernahmeantrag gestellt werden. Dies würden wir für Sie übernehmen. 

Privatversicherten empfehlen wir, sich im Vorfeld mit Ihrer Krankenkasse abzustimmen.

 

Wo/Wie melde ich mich an?

Sie können sich telefonisch oder auch per E-Mail anmelden: 

0345/557-4308 oder -4363 bzw.  nuklearmedizin@uk-halle.de

Bitte halten Sie ihren Medikamentenplan bei der Anmeldung bereit.

Zur Untersuchung bringen Sie bitte ihre Chipkarte und einen gültigen Überweisungsschein mit.

 

Weiterführende Literatur:

http://www.nuklearmedizin.de/leistungen/leitlinien/html/spect_rez.php?navId

http://www.nuklearmedizin.de/leistungen/leitlinien/docs/031-037.pdf

http://www.dgn.org/leitlinien/3219-030-010-idiopathisches-parkinson-syndrom