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Lungenszintigraphie – Ventilations- und Perfusionsszintigraphie der Lunge

 

Welchen Zweck hat die Untersuchung?

Verschiedene Erkrankungen der Lunge können ähnliche, teilweise sehr unspezifische Beschwerden verursachen. Die Lungenszintigraphie stellt die Lungenfunktion dreidimensional derart dar, dass belüftete und nicht belüftete beziehungsweise durchblutete und nicht durchblutete Areale genau beurteilt werden können. Dies ist insbesondere zum Ausschluss oder Nachweis einer akuten Lungenembolie, einer potentiell lebensgefährlichen Erkrankung, relevant.

 

Eine andere Anwendungsmöglichkeit ist die Prognose der postoperativen Lungenfunktion, um abzuschätzen, welche Lungenrestfunktion bei geplanter Lungenteilresektion (zum Beispiel bei Lungenkrebs) zu erwarten ist.

 

Weitere Fragestellungen adressieren die Diagnose und Differenzierung angeborener Anomalien der Lungen oder den Nachweis und die Quantifizierung eines Rechts-links-Shunts.

 

Welche Untersuchungen gibt es?

Bei der Ventilationsstudie (V) werden durch ein radioaktiv markiertes Aerosol diejenigen Bereiche der Lunge dargestellt, die „belüftet“ sind.

Bei der Perfusionsstudie (Q) werden durch ein venös gespritztes Radiopharmakon diejenigen Bereiche der Lunge dargestellt, die durchblutet sind.

Durch den Vergleich beider Studien (V/Q) kann zum Beispiel eine akute Lungenarterienembolie mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden.

 

Welche Vorbereitung ist notwendig?

Keine.

Sie müssen nicht nüchtern sein, alle Medikamente können wie gewohnt eingenommen werden.

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Bitte planen Sie für die Untersuchung etwa 3 Stunden ein.

Die Untersuchung besteht aus zwei Teilen.

Für die Ventilationsstudie müssen Sie ein radioaktiv markiertes Aerosol (99mTc-Pertechnetat) in aufrechter Sitzposition über einen Schlauch ausschließlich durch den Mund inhalieren. Vor der „aktiven“ Studie werden wir einen Testlauf mit Ihnen durchführen, um das Procedere genau zu erklären.

Das Aerosol wird im Anschluss mittels einer SPECT-Kamera sichtbar gemacht. Die Bildaufnahme (Scan) dauert ca. 30 Minuten. Während dieser Bildaufnahmezeit müssen Sie ruhig auf dem Rücken liegen, die Arme werden über Kopf gelagert. Sollten Sie dies z.B. schmerzbedingt nicht oder nur eingeschränkt können, teilen Sie uns dies bitte bereits Planung der Untersuchung mit, so dass wir gemeinsam eine Lösung finden können.

Die verwendete SPECT-Kamera dreht sich mit zwei großen Platten (den sogenannten Kollimatoren) langsam und relativ nahe um ihren Körper. Sollten Sie unter Raumangst leiden, teilen Sie uns dies bitte ebenfalls im Vorfeld mit.

 

Im Anschluss daran, bekommen Sie für die Perfusionsstudie radioaktiv markierte Eiweißpartikel (99mTc-MAA) in eine Armvene gespritzt. Auch hierbei werden Sie aufgefordert tief ein- und auszuatmen. Die Bildaufnahme wird analog zur Ventilationsstudie wiederholt.

 

Je nach Fragestellung kann es sein, dass nur eine Teilstudie notwendig ist, oder die Untersuchung um eine Niedrig-Dosis-CT (SPECT/CT – wenn Sie stationär aufgenommen sind) ergänzt wird.

 

Wird die Untersuchung gut vertragen?

Es bestehen keine Einwände zur Durchführung der Untersuchung bei eingeschränkter Nierenfunktion, Schilddrüsenerkrankungen oder einer Kontrastmittelallergie.

 

In der Regel merken Sie von dem verabreichten Radiopharmakon nichts.

Allergische Reaktionen sind selten. Bei Verwendung der üblichen Partikelanzahl werden maximal 0,1 % aller Lungenkapillaren verschlossen, damit ist das Risiko für eine Lungenarterienembolie sehr gering.

Wie jede nuklearmedizinische Untersuchung sind auch diese mit einer (geringen) Strahlenexposition verbunden. Diese ist nicht höher als bei anderen radiologischen Untersuchungen. Bei Verwendung der üblichen Aktivität beträgt die effektive Dosis 3,4 mSv. Zum Vergleich: die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung in Deutschland beträgt pro Jahr 2,1 mSv. Bei einer Computertomographie des Brustraums (CT Thorax) beträgt die effektive Dosis 5,8 ‑ 8 mSv.

 

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Schwangere dürfen die Untersuchung nicht erhalten.

 

Bezahlt meine Krankenkasse die Untersuchung?

Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für die Untersuchung.

Privatversicherten empfehlen wir, sich im Vorfeld mit Ihrer Krankenkasse abzustimmen.

 

Wo/Wie melde ich mich an?

Sie können sich telefonisch oder auch per E-Mail anmelden:

0345/557-4308 oder -4363 bzw.  nuklearmedizin@uk-halle.de

Zur Untersuchung bringen Sie bitte ihre Chipkarte und einen gültigen Überweisungsschein mit.

 

Meist wird die Untersuchung aber im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt, dann erfolgt die Anmeldung durch die Sie betreuende Station.

 

Weiterführende Links:

http://nuklearmedizin.de/leistungen/leitlinien/html/lunge_szin.php?navId=53

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/065-002l_S2k_VTE_2016-01.pdf