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 Wächterlymphknoten (Sentinel lymph node) - Markierung

 

Welchen Zweck hat die Untersuchung?

Als Wächterlymphknoten (Sentinel lymph node) wird der erste Lymphknoten im Lymphabflussgebiet eines Tumors bezeichnet. Streut der Tumor seine Krebszellen über die Lymphbahnen, bleiben diese zuerst in dem Wächterlymphknoten hängen. Finden sich dort keine Krebszellen, ist davon auszugehen, dass auch die nachfolgenden Lymphknoten tumorfrei sind.

Bei dieser Untersuchung wird der Wächterlymphknoten markiert (mit Radioaktivität und mit Filzstiftmarkierung in 2 Ebenen auf der Haut). Während der Operation wird er entnommen und der Pathologe prüft das Material im Schnellschnittverfahren auf Tumorzellen. Dadurch kann bei unauffälligem Wächterlymphknoten eine größere Operation mit Entnahme vieler Lymphknoten vermieden werden. Manchmal finden sich auch mehrere Wächterlymphknoten.

Die Markierung wird entweder am gleichen Tag der OP oder einen Tag zuvor durchgeführt.

 

Welche Vorbereitung ist notwendig?

Keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Patienten können essen, trinken und ihre gewohnten Medikamente einnehmen.

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Es erfolgen 3-4 Einstiche mit einer feinen Nadel unter die Haut im Randbereich des Tumors bzw. der Narbe oder um die Brustwarze (bei Brustkrebs). Im Anschluss werden die Injektionsstellen massiert, um einen optimalen Abfluss zu gewährleisten.

Die Untersuchung erfolgt meist in Rückenlage (ggf. Bauchlage je nach Tumorlokalisation) an der Gammakamera.

Bei Brustkrebs dauern die Aufnahmen ca. 10-15 Minuten. Zeigt sich bis dahin noch kein Wächterlymphknoten, muss ggf. gewärmt werden und nach ca. 20-60 Minuten eine erneute Aufnahme (ca. 1min) gestartet werden.

Bei den anderen Tumorarten erfolgen nach den frühen Aufnahmen (10-15 Minuten) noch verschiedene späte (1-2h später), je nach Lokalisation.

Ist der bzw. sind die Wächterlymphknoten identifiziert, wird mit Filzstift eine Markierung auf der Haut gesetzt. Während der Operation ist der Wächterlymphknoten nun leicht auffindbar (Operateure nutzen zusätzlich eine Gammasonde zur Detektion).

 

Wird die Untersuchung gut vertragen?

In der Regel merken Sie von dem verabreichten Radiopharmakon nichts.

Wie jede nuklearmedizinische Untersuchung sind auch diese mit einer (geringen) Strahlenexposition verbunden. Diese ist nicht höher als bei anderen radiologischen Untersuchungen. Bei Verwendung der üblichen Aktivität beträgt die effektive Dosis < 0,5 mSv. Zum Vergleich: die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung in Deutschland beträgt pro Jahr ca. 2,1 mSv. Bei einer Computertomographie des Brustraums (CT Thorax) beträgt die effektive Dosis 5,8 ‑ 8 mSv.

 

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Ggf. bei Schwangerschaft (relative Kontraindikation).

 

Bezahlt meine Krankenkasse die Untersuchung?

Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für die Untersuchung.

Privatversicherten empfehlen wir, sich im Vorfeld mit Ihrer Krankenkasse abzustimmen.

  

Wo/Wie melde ich mich an?

Am besten über das Anmeldeformular (Link), alternativ  telefonisch (0345/557-4308 oder -4363), per E-Mail (nuklearmedizin@uk-halle.de) oder Fax (0345/557-3466).

Zur Untersuchung bringen Sie bitte ihre Chipkarte, einen gültigen Überweisungsschein sowie Vorbefunde und Medikamentenliste mit.

 

Weiterführende Links

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin: www.nuklearmedizin.de/leistungen/leitlinien/docs/SLN-Verfahrensanweisung091026.pdf