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Perkutaner transarterieller Aortenklappenersatz (TAVI)

Eine hochgradige Stenose der Aortenklappe kann seit einigen Jahren auch katheterinterventionell behandelt werden. Dabei kann die neue Herzklappe über die Leistenarterie, über die Herzspitze oder über andere Zugangswege implantiert werden. Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass dieser Eingriff wesentlich weniger invasiv ist als eine konventionelle Operation an der Aortenklappe.

Bei der minimal-invasiven Aortenklappen-OP (TAVI = transcatheter aortic valve implantation) wird die Aortenklappe über ein Einführungssystem von der Leiste aus transfemoral zum Herzen vorgebracht. Nach einer vor Dilatation der verengten Aortenklappe wird die neue Aortenklappe in den alten Klappenring implantiert. Dabei werden an unserem Hause je nach Ausmaß der Klappenverkalkung, Durchmesser des Klappenring und Anatomie der Aortenwurzel drei verschiedene Klappen Systeme eingesetzt:

 

  • Die Edwards-Sapien Klappe ist ein stentgetragenes, ballonexpandiertes System, mit dem eine biologische Aortenklappe in den alten Aortenklappenring implantiert werden kann. Die Vorteile des Systems sind das kleine Einführprofil des Katheters (14F) und die Dichtigkeit der Klappe, die durch einen zusätzlichen Cuff gewährleistet wird. Ein Nachteil liegt in dem Risiko der Ruptur des Klappenring bei starker Verkalkung.


  • Die Medtronic-Corevalve Prothese ist ein selbstexpandierendes System auf Nitinol-Basis, in das eine biologische Prothese eingenäht ist. Vorteile des Systems liegen im geringeren Risiko von Einrissen der Aortenwurzel. Ein Nachteil ist, dass die Prothese tief in den linksventrikulären Ausschlusstrakt hineinreicht und daher bei bis zu einem Drittel der Patienten schrittmacherpflichtige AV-Blockierungen auftreten können.


  • Die Direct-Flow-Prothese ist ein polymerexpandiertes System mit biologischer Klappe, dass voll repositionierbar ist und eine sehr hohe Dichtigkeit erreicht. Es lässt sich am schlagenden Herzen einsetzen, hat jedoch Lmitationen bei sehr ausgeprägten Verkalkungen des Klappenrings.

 

 

Am Herzzentrum des Universitätsklinikums Halle/Saale wurden schon über 200 Patienten mit einem solchen minimal- invasiven Aortenklappenersatz (TAVI = transcatheter aortic valve implantation) versorgt. Alle Patienten werden von einem spezialisierten Team aus Kardiologen und Herzchirurgen vorab genau besprochen, um zu überprüfen, mit welcher Prozedur für den einzelnen Patienten das beste Ergebnis zu erwarten ist. Ein minimal- invasiver Aortenklappeneingriff kommt vor allem dann in Frage, wenn ein besonders hohes Risiko für eine konventionelle Operation vorliegt (hohes Alter, schwere Begleiterkrankungen). Der Eingriff wird im Team von erfahrenen Oberärzten der Kardiologie und der Herzchirurgie im hochmodernen Hybrid- OP des Herzzentrums durchgeführt, so dass für jeden Patienten eine höchstmögliche Sicherheit gewährleistet ist.

Ihr Ansprechpartner:

PD Dr. med. U. Hofmann
Oberarzt  
Tel.: (0345) 557 3127
email: ulrich.hofmann@uk-halle.de