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Evidenzbasierte Betreuung 

Hebammen, die an einer Hochschule ausgebildet werden, können bei der Betreuung von Frauen auch aktuelle Forschungsergebnisse einbeziehen und ihnen so helfen, Entscheidungen zu treffen, die auf verlässlichen Informationen beruhen. Darüber hinaus können sie den Frauen helfen, die vielen, teilweise widersprüchlichen Empfehlungen zu sortieren und mit Ärztinnen / Ärzten eher gleichberechtigt über Betreuungsmaßnahmen sprechen. 

Hebammen, die nicht an einer Hochschule ausgebildet wurden, haben keinen Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen und wissen meist nicht, dass bei einer „evidenzbasierten Betreuung“ sowohl die Forschungserkenntnisse als auch die persönliche Situation der Frauen berücksichtigt werden sollten. Bis alle Hebammen Zugang zu Forschungserkenntnissen haben, benötigen sie ein Institut oder eine Expertin / einen Experten, an die sie sich mit ihren Fragen wenden können.

Frauen verlassen sich meist ohne Diskussion auf die Empfehlung der Ärztin / des Arztes. Das heißt, sie werden nicht frühzeitig daran beteiligt, zusammen mit der Fachkraft eine gute Entscheidung für sich zu finden und werden nicht über positive und mögliche negative Auswirkungen informiert. Sie erhalten meist keine Bedenkzeit, um zu entscheiden, welcher Betreuungsweg für sie stimmig ist.

Hebammen wünschen, dass schwangere Frauen und Mütter sich kritischer mit medizinischen Maßnahmen auseinandersetzen und nicht zustimmen, dass unnötige Maßnahmen gemacht werden, die durch aktuelle Forschungsergebnisse als nicht sinnvoll gelten.

Im Kliniksystem, in dem die Ärzteschaft den Hebammen Anweisungen für die Betreuung der Frauen gibt, fällt es Hebammen besonders schwer, unnötige medizinische Maßnahmen abzulehnen und nicht durchzuführen. Das ungleiche Wissen über Forschungsergebnisse könnte durch eine gemeinsame Ausbildung von Ärztinnen / Ärzten und Hebammen verbessert werden. 

Hebammen fordern, dass noch besser Nebenwirkungen und Folgen von Maßnahmen durch beide Berufsgruppen bedacht werden. Frauen hätten vielleicht weniger den Eindruck, dass  sie von Ärztinnen / Ärzten aus den negativen Folgen von zahlreichen Maßnahmen „gerettet“ wurden. 

Da die Arbeitssituation in der Klinik für Hebammen unbefriedigend ist, setzen sie sich mit der Ärzteschaft auseinander oder verlassen die Klinik, um freiberuflich zu arbeiten.

09.09.2016

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