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Evaluation einer Intervention zur Steigerung des ambulanten Nachsorge-Nutzungsverhaltens von Rehabilitanden mit psychischen und Verhaltensstörungen (IANuS)

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Fankhänel

AnsprechpartnerinFranziska-Antonia Samos (M.A.)

Laufzeit: 01.01.2017 bis 31.12.2018

Förderer: Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Hintergrund

Nach der Rehabilitation bei muskuloskelettalen Erkrankungen bildet die psychosomatische Rehabilitation den größten Anteil an allen Rehabilitationsbehandlungen. Zu den häufigsten Krankheitsbildern in der psychosomatischen Rehabilitation zählen insbesondere Depressionen, Angststörungen, somatoforme Störungen, Essstörungen und Zwangsstörungen.

 

Affektive Störungen gehören weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt. Das Risiko, im Lebensverlauf beispielsweise an einer Depression zu erkranken, wird für Erwachsene auf über 20% geschätzt. Studien weisen zudem darauf hin, dass das Erkrankungsrisiko in den vergangenen Jahrzehnten stetig angestiegen ist. Aufgrund ihres häufig rezidivierenden und oft über Jahre persistierenden Verlaufs gehen psychosomatische Krankheitsbilder mit einem erhöhten Risiko für einen dauerhaften Verlust der Erwerbsfähigkeit einher.

 

Patienten, die eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme nach einer stationären Behandlung in Anspruch nehmen, erwiesen sich in der Regel als motivierter und sehen sich weiter von einer Berentung entfernt als Patienten, die keine Nachsorge erhalten haben. In Bezug auf die Therapieerfolge zeigten verschiedene Studien, dass die Reduktion der Arbeitsunfähigkeitstage, die bereits durch die vorangegangene stationäre Rehabilitationsmaßnahme erreicht werden konnte, durch Teilnahme an der ambulanten psychosomatischen Nachsorge noch gesteigert werden konnte.

 

Wie aus den Ergebnissen einer Voruntersuchung hervorgeht, finden sich allerdings Hinweise auf ein unbefriedigendes Nutzungsverhalten bzgl. der Inanspruchnahme rehabilitativer Nachsorgeleistungen durch Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen. Der vorzeitige Abbruch der ambulanten Nachsorge durch den Rehabilitanden stellt eine erhebliche Gefährdung der erreichten Behandlungsziele dar. Beispielsweise stoßen entsprechende Patienten im Anschluss an die stationäre psychosomatische Rehabilitation besonders häufig auf Barrieren bei dem Versuch, ihre Lernerfahrungen aus dem stationären Bereich in den Alltag zu übertragen.

 

Vor dem Hintergrund dieser hohen Abbruchraten lassen sich auch strukturelle Probleme vermuten, die eine Evaluation der Versorgungslage als notwendig erscheinen lassen.

 

Ziel

Im Rahmen der Studie soll folgende Frage beantwortet werden:

 
Führt die geplante Intervention in Form eines Therapietagebuches zu einer Verbesserung des Nachsorge-Nutzungsverhaltens (Erhöhung des Anteils von Patienten mit regulärer Beendigung) bei Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen im Vergleich zu bisherigen Nachsorge-Angeboten?