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Entwicklung eines Tests zur Frühdiagnose der Alzheimer Demenz

Die Alzheimer Demenz (AD) ist eine Erkrankung, deren Heilung heute noch nicht möglich ist. Therapien können zurzeit nur das Fortschreiten der Erkrankung verzögern aber nicht aufheben. Daher ist eine möglichst frühe Diagnose wichtig. Die Alzheimer Demenz gehört zu den degenerativen Erkrankungen von Geweben mit geringem Regenerationspotenzial. Hierbei spielen Alterungsprozesse der Gewebe eine zentrale Rolle. Dabei ist die Akkumulation von molekularen Schäden über viele Jahre hinweg von zentraler Bedeutung. Das metabolische Syndrom bzw. Diabetes führt zu einem verdoppelten Risiko an Demenz zu erkranken (Mayeux und Stern, Cold Spring Harb Perspect Med. 2012, doi: 10.1101jcshperspect.a006239). Ein wichtiger Pathomechanismus bei Diabetes ist die Akkumulation von glykierten ("verzuckerten") Eiweißen (AGEs, Simm et al., Z Gerontol Geriat 45 (2012) 95). Im Rahmen der Entstehung der AD spielen lösliche Oligomere von Amyloid Beta eine große Rolle. Glykierung verstärkt die neuronale Toxizität von ß-Amyloid. Die medikamentöse Inhibition der Glykierung verbessert das kognitive Defizit in einem Alzheimer Mausmodell (Li et al, Cell Death and Disease 4 (2013) e673). Diabetiker bzw. Patienten mit metabolischen Syndrom haben durch die hohen Blutzuckerspiegel eine erhöhte Glykierungsreaktion und akkumulieren mehr Glykierungsendprodukte (AGEs), in "senilen Alzheimer Plaques" im Gehirn finden sich Ablagerungen von Glykierungsendprodukten (Sasaki te al., Am J Pathol 1S3 (1998) 1149), glykiertes Amyloid-beta ist neurotoxisch und der Rezeptor für glykierte Proteine RAGE wird für die Dysfunkion der Blut-Hirn-Schranke mitverantwortlich gemacht: All diese und mehr Argumente haben uns überzeugt, dass die nicht enzymatische Modifikationsreaktion von Proteinen mit Zuckern insbesondere der Amyloid-ß-Oligomere für die Entstehung der Alzheimer Demenz bedeutsam ist.

Ansprechpartner: Prof. Dr. A. Simm
Telefon: 0345 557-2647
E-mail: andreas.simm(at)uk-halle.de

 

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