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Dementia Care Nurse (Demography-oriented Care Nursing – Qualifikation für erweiterte Kompetenzen von Pflegenden zur vernetzten quartierbezogenen Versorgung von Menschen mit Demenz)

Kurztitel

DCN

Zeitraum

2016-2019

Leitung

Mitarbeiterin

Förderung

  • Land Sachsen-Anhalt
  • ESF (Europäischer Sozialfonds)

Zusammenfassung

Hintergrund

Derzeit haben in Deutschland schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen eine Demenz, wobei in Prognosen davon ausgegangen wird, dass sich die Anzahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppelt. Rund drei Viertel der Menschen mit Demenz werden zu Hause versorgt. Vor dem Hintergrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen gewinnt die angemessene medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen mit Demenz an Bedeutung. Angebote, die auf eine gezielte Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen in der Häuslichkeit zielen, sind in Deutschland eher fragmentiert und selten wissenschaftlich evaluiert.

Projektziel

Ziele des Projektes sind die Entwicklung, Implementierung und wissenschaftliche Evaluation einer Qualifizierung zur „Dementia Care Nurse“ (DCN). Die DCN werden als Advanced Nurse Practitioner eine autonomiesichernde und familienorientierte Versorgung von Menschen mit Demenz sowie ihre pflegenden Angehörigen unterstützen. Dabei werden sie eigenständig entsprechend der Prinzipien der evidenzbasierten Pflege arbeiten. Zudem wird eine enge Kooperation der DCN mit Hausärztinnen/Hausärzten sowie weiteren Berufsgruppen angestrebt, ferner werden sie aufgrund ihrer Qualifikation auch Tätigkeiten anderer Professionen übernehmen können. 

Infolge der zielgerichteten und kontinuierlichen Begleitung durch die DCN soll die häusliche Versorgung verlängert werden, wodurch eine Entlastung der Kommunen und der Pflegekassen erwartet wird.

Methoden

Die Qualifikation der DCN richtet sich zunächst an Pflegende mit Berufserfahrung, die ein Bachelor- oder Masterstudium absolvieren und Bachelor- oder Masterabsolventen/-innen. Mittels Literaturrecherche werden Best-Practice-Beispiele identifiziert und bestehende nationale und internationale Versorgungskonzepte zusammengefasst. Experteninterviews mit Hausärztinnen/Hausärzten, Psychiaterinnen/Psychiatern und Case Managern werden ebenfalls als Grundlage für die Konzeption zukünftiger Tätigkeitsfelder und erforderlicher Qualifizierungsinhalte dienen. Zudem wird die Erstellung des Curriculums durch ein multiprofessionelles Advisory Board begleitet. Die anschließende Qualifizierungsphase unterteilt sich in theoretische und praktische Module. Die Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahme wird durch eine wissenschaftliche Prozessevaluation begleitet, die Hinweise für weiteren Modellierungsbedarf der Maßnahme liefert und die Grundlage für eine Nutzenprüfung in einer späteren Studienphase legt.

Erwartete Ergebnisse/Transferperspektiven

Im Laufe des Jahres 2018 werden drei DCN qualifiziert, die im Rahmen der Pilotphase im südlichen Sachsen-Anhalt eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Pilotierung fließen in die Weiterentwicklung des Curriculums ein und werden veröffentlicht. Darüber hinaus wird die Beantragung einer Folgeförderung avisiert, mit welcher anschließend die Wirksamkeit, Sicherheit und Kostenwirksamkeit der Einführung der DCN im kontrollierten Design überprüft werden sollen. Bei nachgewiesener Effektivität der Qualifikation wird diese über die Halle School of Health Care verstetigt.