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Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT)

Die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) ist ein Spezialverfahren der Behandlung am Linearbeschleuniger. Spezielle Bestrahlungsplanungs-Programme und eine Ausrüstung des Linearbeschleunigers mit computergesteuert verfahrbaren Lamellen-Blenden ermöglichen eine besonders individuelle Anpassung der Strahlendosis an das Zielgebiet im Körper. Somit kann mit der IMRT in bestimmten Körperregionen eine besonders gute Schonung gesunder Gewebe erreicht werden. Wir setzen die IMRT schwerpunktmäßig bei Kopf-Hals-Tumoren ein, um unter anderem die relativ strahlenempfindlichen Speicheldrüsen zu schonen, sowie beim Prostatakarzinom. Auch in anderen Körperregionen kann in speziellen Situationen (z. B. vorherige Bestrahlung des Patienten, Nähe des Tumors zu kritischen Organen wie Rückenmark oder Nieren) der Einsatz der IMRT vorteilhaft sein.

weitere Informationen zur IMRT in unserer Klinik:(Zeitschrift Medialog Ausgabe 1/2011 Seite 22-23)

IMRT der Prostata mit Goldmarkern

An der Universitätsklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Halle / Saale wird die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) des Prostatakarzinoms angeboten. Zahlreiche Studien weltweit haben gezeigt, dass bei einem Großteil der Patienten mit auf die Prostata beschränktem Prostatakarzinom die Heilungschancen verbessert werden, wenn die Strahlendosis in der Prostata gegenüber einer Standarddosis von 70-72 Gy angehoben werden kann. Aufgrund der Nähe des Enddarms (Rektums) zur Prostata können aber ebenso erhöhte Raten von Spätfolgen am Enddarm auftreten, wenn hohe Strahlendosen mit einfachen Bestrahlungstechniken gegeben werden. 

Die IMRT der Prostata ermöglicht eine konkave Dosisverteilung an der Grenzfläche zwischen Enddarm und Prostata und damit eine verbesserte Schonung des Enddarms vor hohen Strahlendosen (s. Abbildung). Langzeitdaten aus den USA und aus Europa sprechen für ein sehr gutes Verhältnis von hohen Tumorkontrollraten und geringen Nebenwirkungsrisiken bei diesem Verfahren.

Um zuverlässig den Vorteil der IMRT in der Behandlung des Prostatakarzinoms nutzen zu können, muss die häufig ausgeprägte Organbeweglichkeit der Prostata (z. B. abhängig von Blasen- oder Darmfüllung) während der knapp siebenwöchigen Therapie berücksichtigt werden. Im Extremfall kann es sinnvoll sein, vor jeder einzelnen Bestrahlungssitzung die Position der Prostata zu überprüfen. Da die Prostata selbst mit der therapeutischen Strahlung des Linearbeschleunigers nicht dargestellt werden kann, erfolgt bei Patienten, die in unserer Klinik mit IMRT der Prostata behandelt werden, im Vorfeld der Bestrahlungsplanung die Implantation dreier sehr kleiner Goldmarker (s. Abbildung) in die Prostata durch die Kollegen der Urologie. Diese Marker sind röntgendicht und zeigen unter Durchleuchtung stets zuverlässig die aktuelle Prostataposition an. Somit kann die Patientenposition bei der täglichen Bestrahlungssitzung an die jeweilige Prostataposition angepasst werden und ein nachteiliger Effekt der Organbeweglichkeit weitgehend ausgeschaltet werden.

Ansprechpartner zu diesem Verfahren sind in der Universitätsklinik für Strahlentherapie Frau Oberärztin Dr. med. Andrea Diestelhorst und Herr Prof. Dr. med. Dirk Vordermark (Tel. 0345/557-4310; email: strahlentherapie(at)uk-halle.de).

Universitätsklinik  und Poliklinik für Strahlentherapie

  Leitung:
  Prof. Dr. med. Dirk Vordermark
  Sekretariat:
  Frau Stephanie Fechner
  Telefon: (0345) 557 4310

Anmeldung ambulanter Patienten:
  Telefon: (0345) 557 4310
Belegungsmanagement:
  Frau Antje Schneider
  Telefon: (0345) 557 5549

Postanschrift: 
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie
Ernst-Grube-Straße 40
06120 Halle (Saale)
e-Mail:

Strahlentherapie@uk-halle.de