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Psychopharmakotherapie

Die Psychopharmakotherapie stellt einen wichtigen Bestandteil der psychiatrischen Therapie dar. Ihr Ziel ist es, krankheitsbedingte Störungen der Wahrnehmung, des Denkens und Verhaltens positiv zu beeinflussen. Gerade weil bis heute gegen die Behandlung mit Psychopharmaka zum Teil große Vorbehalte bestehen lohnt ein Blick in die Geschichte der Behandlung psychischer Störungen, um ihren Stellenwert in der Therapie psychischer Störungen zu verstehen.

Vor der Einführung der Psychopharmakotherapie Mitte des 20. Jahrhunderts war die Behandlung psychischer Störungen lediglich mithilfe ergo- und milieutherapeutischer Ansätze bzw. biologischer Verfahren wie Insulinschocktherapie oder Elektrokrampftherapie möglich. Langwierige, zum Teil jahrzehntelange Aufenthalte in sogenannten Anstalten waren nicht selten die Folge dieser begrenzten Therapiemöglichkeiten. Seitdem hat sich in der psychopharmakologischen Entwicklung viel getan. Man verfügt mittlerweile über mehr als 120 Substanzen aus verschiedenen Medikamentengruppen, die nach ihrer Wirkung eingeteilt werden können (Abb.1). Diese stellen eine deutliche Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten dar, was neben einer deutlichen Verkürzung der stationären Behandlungsdauer auch zu deutliche besseren Behandlungsergebnissen führte.

Die Entwicklung immer neuer Psychopharmaka dient dabei nicht nur der Verbesserung ihrer Wirkung sondern auch der Minimierung ihrer möglichen Nebenwirkungen. Dies erscheint wichtig, da zumeist auch nach der Behandlung im Krankenhaus eine weitere, zum Teil jahrelange Einnahme der Medikamente notwendig ist, um eine erneute Symptomverschlechterung zu verhindern. Dabei können die Nebenwirkungen sehr vielgestaltig (z.B. Gewichtszunahme, Bewegungsstörungen, sexuelle Funktionseinschränkungen) und zum Teil für Patienten so störend sein, dass die Therapie selbstständig beendet wird, was das Risiko der Symptomverschlechterung deutlich steigen lässt. Um dies zu verhindern ist eine enge Zusammenarbeit von Arzt und Patient notwendig, um Verständnis für die gegenseitigen Positionen zu entwickeln und die Therapie gut an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen. Nur ein vertrauensvolles und offenes Verhältnis zwischen Arzt und Patient kann Grundlage einer guten Therapie sein, da die selbstständige Veränderung der Therapie ohne Rücksprache mit dem Arzt häufig zu Verschlechterungen des Gesundheitszustandes bis hin zur Notwendigkeit einer erneuten stationären Behandlung führt.