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Die Mutter-Kind-Einheit

Ärztliche Leitung: Oberarzt Dr. Tim Krause
Pflegerische Leitung: Ramona Usche

Die Zeit nach der Geburt eines Kindes ist für die meisten Mütter eine der schönsten und prägendsten Lebensphasen. Diese Zeit kann aber auch mit dem Risiko einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit verbunden sein. So erleben sehr viele Mütter kurz nach der Geburt eine Phase von Traurigkeit und Selbstzweifeln, den sogenannten Baby-Blues. Diese Phase ist meist nach wenigen Tagen wieder vorüber und die Mütter können wieder Freude empfinden. In manchen Fällen jedoch verschwinden diese Symptome auch nach Wochen nicht oder verschlimmern sich noch, man spricht dann von einer postpartalen Depression.

Immerhin eine von 10 Frauen leidet an einer derartigen Erkrankung, welche sich beispielsweise durch gedrückte Stimmung, Grübeln, Antriebsmangel, Interessen- und Freudlosigkeit, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen äußert. Mitunter treten in den Monaten nach der Entbindung auch Symptome wie Angst oder Panikattacken neu oder stärker als zuvor auf. Oftmals sind Angsterkrankungen oder Panikstörungen schon vorbekannt. Auch Zwangssymptome können in dieser Phase gelegentlich verstärkt auftreten.

Eine psychische Erkrankung in dieser wichtigen Phase stellt sowohl für die Mutter als auch für das Kind und die gesamte Familie eine besondere Herausforderung dar. Um dennoch in diesem wichtigen Lebensabschnitt die frühe Bindung zwischen Mutter und Kind aufrechtzuerhalten und gleichzeitig der Mutter eine gute Behandlung ihrer Erkrankung und der gesamten Familie eine Entlastung zu ermöglichen, wurden an unserer Klinik auf Station Alfred Hauptmann zwei Mutter-Kind-Behandlungsplätze etabliert. Hier können Mütter, die einer stationär psychiatrischen Behandlung bedürfen, mit ihren Säuglingen aufgenommen und behandelt werden.

Behandlungskonzept
Die Aufnahme unserer Patienten erfolgt geplant nach Zuweisung durch niedergelassene Kollegen, nach Kontaktaufnahme durch andere Kliniken oder über unsere Psychiatrische Institutsambulanz.

Im Vorfeld der Aufnahme wird im Rahmen des Erstgespräches besprochen, ob die Voraussetzungen für eine Mutter-Kind-Behandlung gegeben sind bzw. zunächst eine anderweitige Unterstützung notwendig ist. So ist es für die Behandlung auf unserer Station beispielsweise notwendig, dass die Patientinnen selbstständig zur Versorgung des Kindes in der Lage sind.

Nach Aufnahme und individueller Diagnostik wird aus unseren umfangreichen Therapiemöglichkeiten ein auf die besondere Situation abgestimmtes Therapiekonzept erarbeitet. Typische Bausteine der Mutter-Kind-Behandlung sind:

  • Verhaltenstherapeutisch orientierte Einzel- und Gruppengespräche
  • Anleitung in der Mutter-Kind-Interaktion
  • Psychoedukation
  • Soziales Kompetenztraining
  • Medizinisch anerkannte Entspannungsverfahren
  • Sporttherapie
  • Ergotherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Musik- und Bewegungstherapie
  • Sozialtherapie

Auch eine Pharmakotherapie kann in bestimmten Situationen notwendig sein, wobei wir diesbezüglich auf eine lange Erfahrung in der Behandlung von Schwangeren und Stillenden zurückblicken und die Sicherheit von Mutter und Kind für uns oberste Priorität hat.

Nach ausreichender Stabilisierung auf unserer Station kann eine tagesklinische Behandlung zur weiteren Belastungserprobung erfolgen. Das heißt, dass unsere Patienten tagsüber an den Therapien teilnehmen, jedoch nachts bereits zu Hause schlafen. Dies dient einerseits der Erprobung der Belastungsstabilität, kann andererseits sinnvoll sein, um vor der Entlassung sozial stützende Strukturen zu reaktivieren und zu optimieren und in der Klinik Erlerntes im häuslichen Umfeld anzuwenden. Ziel ist für uns eine stabile und langfristige Besserung des Krankheitsbildes für eine glückliche Familie.

Aufnahmemodalitäten
Eine Aufnahme kann über unsere Ambulanz unter der Nummer (0345) 557 3640 vereinbart werden. 
Wir bitten Sie, bei Aufnahme folgende Dinge mitzubringen:

  • Krankenhauseinweisungsschein
  • Gesundheitskarte
  • Schreibutensilien
  • falls vorhanden Betreuerausweis, Medikamentenpass, Allergiepass, Röntgenpass
  • Unterlagen von Vorbehandlungen (Arztbriefe, Laborbefunde, Röntgen-CDs …)
  • benötigte Hilfsmittel (Brille, Hörgeräte …)
  • Hygieneartikel
  • Handtücher
  • Bequeme Kleidung für Bewegungstherapie

Kontaktmöglichkeiten

Station Hauptmann
Telefon:0345 557 3634
Fax:0345 557 3535
E-Mail:kpsy_hauptmann(at)uk-halle.de