AG Chronische Erkrankungen

Ansprechpartner: Dr. Saskia Hartwig
Laufzeit: 01.01.2012 - 31.12.2014
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kurzbeschreibung:
In einem gepoolten Sample mehrerer Kohortenstudien aus verschiedenen Regionen Deutschlands wurde untersucht, welcher der üblichen anthropometrischen Marker die stärkste Assoziation zu inzidentem Typ 2 Diabetes Mellitus zeigt und ob eine Zunahme von Gewicht oder Taillenumfang Auswirkungen auf die T2DM-Inzidenz zeigt. 


Publikationen:
S. Hartwig, A. Kluttig, D. Tiller, J. Fricke, G. Muller, S. Schipf, H. Volzke, M. Schunk, C. Meisinger, A. Schienkiewitz, C. Heidemann, S. Moebus, S. Pechlivanis, K. Werdan, O. Kuss, T. Tamayo, J. Haerting and K. H. Greiser, Anthropometric markers and their association with incident type 2 diabetes mellitus: which marker is best for prediction? Pooled analysis of four German population-based cohort studies and comparison with a nationwide cohort study. BMJ Open 6, e009266 (2016). 

S. Hartwig, K. H. Greiser, D. Medenwald, D. Tiller, B. Herzog, S. Schipf, T. Ittermann, H. Volzke, G. Muller, J. Haerting and A. Kluttig, Association of Change of Anthropometric Measurements With Incident Type 2 Diabetes Mellitus: A Pooled Analysis of the Prospective Population-Based CARLA and SHIP Cohort Studies. Medicine (Baltimore) 94, e1394 (2015).

Ansprechpartner: Dr. Saskia Hartwig
Laufzeit: 03/2011 - 11/2011

Kurzbeschreibung:
Am deutschen Institut für Ernährungsforschung wurde ein Diabetes-Risikoscore entwickelt. Mit dessen Hilfe kann durch Eingabe von Körpermaßen sowie Lebensstilfaktoren und Gewohnheiten das individuelle Risiko berechnet werden, in den nächsten 5 Jahren an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Dieser Score wurde im hier beschriebenen Projekt an der CARLA-Kohorte in Halle validiert.

Publikation:
S. Hartwig, O. Kuss, D. Tiller, K. H. Greiser, M. B. Schulze, J. Dierkes, K. Werdan, J. Haerting and A. Kluttig, Validation of the German Diabetes Risk Score within a population-based representative cohort. Diabet Med 30, 1047-1053 (2013).

Ansprechpartner: Prof. Dr. Haerting (Stellvertretender Sprecher der Steuerungsgruppe)
Laufzeit: 2002 - 2005
Förderer: HVBG (Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften)

Kurzbeschreibung:
Mit der Aufnahme bandscheibenbedingter Erkrankungen der Lendenwirbelsäule in die Berufskrankheitenliste im Jahr 1992 stellte sich die Frage der arbeitstechnischen Voraussetzungen zur Anerkennung dieser Berufskrankheit. Diese Fragestellung konnte bis heute nicht einheitlich beantwortet werden. In der Deutschen Wirbelsäulenstudie soll auf der Grundlage einer differenzierten Ermittlung der beruflichen Belastungen die Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen definierten kumulativen Belastungen und der Diagnose einer bandscheibenbedingten Erkrankung der Lendenwirbelsäule bei Männern und Frauen untersucht werden. Hierbei soll der Zusammenhang zwischen der – expertengestützt ermittelten – kumulativen Belastungsdosis und dem Auftreten bandscheibenbedingter Erkrankungen bei Männern und Frauen geklärt werden. Der Studie kommt eine hohe praktische Relevanz für die Umsetzung der Berufskrankheit Nr. 2108 der Berufskrankheitenverordnung zu.

Das Forschungsprojekt wird als multizentrische Fall-Kontroll-Studie durchgeführt. In Halle sollen 250 Fälle (Probanden mit definierten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule) zwischen 25 und 70 Jahren aus den relevanten Fachkliniken im Raum Halle rekrutiert werden. Die Kontrollprobanden werden aus einer repräsentativen Stichprobe der Bevölkerung der Stadt Halle (Saale) und des Saalkreises im Alter von 25-69 Jahren rekrutiert. Die Datenerhebung erfolgt durch ein oder zwei computergestützte Befragungen der Studienteilnehmer. Dabei werden neben allgemeinen Angaben zur aktuellen und früheren Berufstätigkeit die berufsbedingte lebenslange Belastung der Wirbelsäule durch Heben, Tragen, extreme Rumpfbeugehaltung und Ganzkörperschwingungen erfasst, weiterhin außerberufliche körperliche und psychosoziale Belastungen. 

Es besteht ein starkes öffentliches Interesse an der Durchführung des Forschungsprojektes, da aufgrund der Studienergebnisse die berufliche Exposition durch körperliche Belastung als Ursache bandscheibenbedingter Erkrankungen der Lendenwirbelsäule wesentlich differenzierter erfasst werden kann. Damit wird eine adäquatere Begutachtung der weitverbreiteten Berufskrankheit Nr. 2108 möglich. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen nach Abschluss der Studie für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden, indem ein korrigierter Grenzwert für die kumulative Belastungsdosis am Arbeitsplatz zur Anerkennung einer Berufskrankheit festgelegt wird.

 

Publikationen und Vorträge:
Schumann B, Bergmann A, Linhardt O, Hofmann F, Ditchen D, Jäger M, Seidler A, Bolm-Audorff U (2004). EPILIFT – An epidemiological study on lumbar diseases and the exposure to object handling and postural load. Premus 2004, 5th International Scientific Conference on Prevention of work-Related Muskuloskeletal Disorders, Abstract Book Vol. I, ETH Zürich: 297-298. 

Ansprechpartner: PD Dr. Susanne Unverzagt, Dr. Annekatrin Bergmann (Sektion Arbeitsmedizin)
Laufzeit: 01.01.2016 - 31.12.2019
Förderer: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Kurzbeschreibung:
Das Projekt wurde gemeinsam mit der Sektion Arbeitsmedizin unserer Universität, dem Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Technischen Universität Dresden und der Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt am Regierungspräsidium Darmstadt bearbeitet. 

Ziel des Projektes war die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen körperlichen Belastungen im Beruf und dem Risiko des Auftretens einer Hüftgelenksarthrose (HA). Diese systematische Übersichtsarbeit untersuchte anhand der aktuellen Primärstudien die Frage, ob berufliche Tätigkeiten mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden sind.

Es erfolgten eine systematische Literatursuche und metaanalytische Zusammenfassungen der Expositionseffekte vergleichbarer Studien. Insgesamt 5 Kohortenstudien und 18 Fall-Kontroll-Studien, welche den Zusammenhang zwischen dem Heben von Lasten oder körperlich belastenden Tätigkeiten und der Entwicklung einer HA bzw. der Implantation einer Hüftgelenksprothese (HTEP) untersuchten, konnten eingeschlossen werden. Das Heben schwerer Lastgewichte führt zu einem erhöhten Risiko für eine Hüftgelenksarthrose. Das Risiko war bei exponierten Männern etwa 2fach (RR 2,09; 95%KI 1,4 bis 3,1) und bei Frauen auf das 1,4fache (RR 1,41; 95%KI 1,0 bis 1,9) erhöht. Körperlich belastende Tätigkeiten erhöhten das Risiko bei Männern auf das 2,5fache (RR 2,46; 95%KI 1,3 bis 4,8) und bei Frauen auf das 1,4fache (RR 1,38; 95%KI 0,9 bis 2,2). Auch Hüftschmerzen wurden in den jeweils exponierten Gruppen häufiger berichtet.

Das Manuskript für die Übersichtsarbeit wurde im November 2016 zum Reviewprozess beim Deutschen Ärzteblatt International eingereicht und befindet sich derzeit in Revision.

Ansprechpartner: Dr. Susanne Unverzagt
Laufzeit: 01.07.2014 - 30.06.2016
Förderer: BMBF (01KG1402), Roux-Programm, Universität Halle (FKZ 26/18 und 29/03)

Kurzbeschreibung:
Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Instituts für Immunologie, der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und weiteren nationalen und internationalen Wissenschaftlern bearbeitet.

Diese systematische Übersichtsarbeit untersucht Wirksamkeit und Sicherheit von Immuntherapien im Vergleich zu in den Leitlinien empfohlenen Standardtherapien zur Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms.

Geeignete randomisierte Studien wurden mit Hilfe elektronischer Datenbanken gesucht, es wurden 4478 potentiell geeignete Artikel als Titel und Abstrakt gescreent und 209 Volltexte eventuell geeigneter Studien gelesen. Eingeschlossen wurden acht Studien mit insgesamt 4732 Teilnehmern, welche in insgesamt fünf Vergleichen untersucht wurden. Die Wirksamkeit von Immuntherapien wurde mit den heute empfohlenen Standardtherapien verglichen und die Qualität der Evidenz wurde für das 1-Jahres-Überleben, die Lebensqualität und das Auftreten schwerer Nebenwirkungen mit GRADE bewertet.

Das Manuskript für die Übersichtsarbeit wurde im Juni 2016 zum Reviewprozess bei der Cochrane Urology Group eingereicht und befindet sich derzeit in Revision.

 

Ansprechpartner: PD Dr. Susanne Unverzagt
Laufzeit: 01.04.2015 - 30.06.2017
Förderer: AOK Sachsen-Anhalt (Daten), Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH

Kurzbeschreibung:
Das Projekt wird gemeinsam mit dem Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH, dem Institut für Allgemeinmedizin und dem Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH bearbeitet.

Ziel der Sekundärdatenanalyse auf der Grundlage von Routineabrechnungsdaten der AOK Sachsen-Anhalt von Patienten mit Herzinsuffizienz ist die Analyse des Versorgungsprozesses von Patienten mit Herzinsuffizienz. Dabei wird der Diagnoseprozess im hausärztlichen Versorgungsprozess und während der stationären Aufnahmen und die Umsetzung von Leitlinienempfehlungen untersucht. Wir wollen beschreiben, wie häufig die empfohlenen Medikamentengruppen und deren Kombinationen bereits in den Jahren 2011-2013 eingesetzt wurden und wie häufig Medikamente ohne erkennbaren Nutzen oder mögliche Nebenwirkungen verschrieben wurden. 

Endometriose, körperliche Aktivität und Metformineinnahme: Welche Rollen spielen sie in der Ätiologie des Ovarialkarzinoms?

Ansprechpartner: Dr. rer. medic Andrea Schmidt-Pokrzywniak
Laufzeit: seit 01.06.2016
Förderer: Wilhelm-Roux-Programm FKZ: 30/202016

Kurzbeschreibung:
Im Rahmen einer krebsregisterbasierenden Fall-Kontroll-Studie werden neuerkrankte Ovarialkarzinompatientinnen und geeignete Kontrollen mit Hilfe eines Fragebogen-instrumentes, welches eine detaillierte Expositionserfassung gegenüber Endometriose, körperliche Aktivität und Metformineinnahme sowie potentieller Confounder, beinhaltet, befragt.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Beantwortung der folgenden Fragen:

  • Gibt es Assoziationen zwischen Endometriose, der körperlichen Aktivität sowie der Metformineinnahme und dem Ovarialkarzinom?
  • Bei Assoziationen zwischen körperlicher Aktivität, Metformineinnahme und dem Ovarialkarzinom: Besteht eine Dosis-Wirkungsbeziehung?

Ansprechpartner: Nadja Kartschmit, Dr. Saskia Hartwig
Laufzeit: 01.01.2015-31.12.2017
Förderer: Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD)

Kurzbeschreibung:
Neben individuellen Faktoren werden immer häufiger auch Charakteristika des Wohnumfeldes als ursächlich für gesundheitliche Probleme diskutiert. Im hier vorgestellten Projekt soll speziell die Walkability, also die sogenannte Fußgängerfreundlichkeit, sowie die Lärmdisposition am Wohnort als Exposition für körperliche Aktivität, Daibetes mellitus Typ 2 und Übergewicht untersucht werden.

AG Global Health

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: African Cancer Registry Network, International Agency for Research in Cancer, World Health  Organisation, American Cancer Society
Laufzeit: 01.01.2014 - 31.12.2017
Förderer: Else Kröner-Fresenius-Stiftung; F. Hoffmann-La Roche Ltd Grenzach

Kurzbeschreibung:
Die Versorgung von Krebspatienten ist in Afrika noch wenig entwickelt. Brustkrebs ist die Nummer eins der Krebserkrankungen weltweit mit 133.800 neu diagnostizierten Fällen jährlich in Afrika. Endokrine Therapie ist eine effektive, billige und gut verträgliche Behandlung, die leider bisher zu selten angeboten wird. Ziele dieses Projekts ist die Verbesserung der dazu notwendigen pathologischen Untersuchungen:
 A) Bereitstellung von Standards für die Gewebeverarbeitung als Voraussetzung für die morphologische und immunhistochemische Analyse
 B) die Anzahl der fortgebildeten Pathologie-Laboratorien wird erhöht, die Immunhistochemie in einer standardisierten Weise in Afrika durchführen können.
 C) Wo eine immunhistochemische Bestimmung nicht möglich ist, wird die Untersuchung beispielhaft an einer Gruppe von Patientinnen durchgeführt, so daß Ärzte wissen ob ein großer Teil der Patientinnen positiv ist.

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Laufzeit: seit 01.07.2014
Förderer: American Cancer Society

Kurzbeschreibung:
Addis Ababa Universität, School of Medicine, Onkologie Center hat die Ausbildung von Onkologen in Zusammenarbeit mit der Universität Oslo begonnen. Als Teil ihrer Ausbildung werden die Kandidaten ermutigt, an der Krebsforschung zu arbeiten – dies ist Voraussetzung für den Abschluß. Es gibt derzeit 12 Facharztkandidaten, die an verschiedenen Forschungsthemen arbeiten; sie beginnen damit, die Epidemiologie von Krebs im Land zu verstehen. Ergebnisse aus den Studien werden spezifische Empfehlung zur Verbesserung der Krebsbehandlung in Äthiopien generieren. Dieses Projekt als Kooperation zwischen der American Cancer Society, der Martin-Luther-Universität Halle und dem Addis Abeba-Strahlentherapiezentrum berät und unterstützt Forschungsprojekte von Onkologie-Facharztkandidaten finanziell.

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: Addis Ababa University
Laufzeit: 2011 - 2013
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF
Weitere Informationen: www.afcrn.org 

Kurzbeschreibung:
Eine zunehmende Last chronischer Erkrankungen in Entwicklungsländern wurde bisher nur am Rande beachtet – sowohl hinsichtlich der Therapie als auch in der Forschung. Seit 2010 sterben mehr Frauen an Brustkrebs als auf Grund von Komplikationen in der Schwangerschaft. Dieses Projekt untersuchte Brust- und Gebärmutterhalskrebs im städtischen und ländlichen Kontext.

1) Die Inzidenz von Brustkrebs in Addis Ababa wurde durch Erfassung aller pathologischen Neudiagnosen seit 2007 erhoben.

2) Daten zum klinischen Verlauf von Brustkrebs wurden aus dem onkologischen Strahlentherapie-Zentrum in Addis Ababa gewonnen.

3) Daten zur Prävalenz von Krebserkrankungen in ländlichen Gebieten wurden durch semi-strukturierte Interviews in einer Feldstudie erhoben.

4) Krankenhausdaten von Patienten mit Brustkrebs auf dem Lande wurden erhoben.

5) Ein neues Krebsregister wurde in Addis Ababa etabliert.

6) Gewebeproben von gynäkologischen und Mamma-Tumoren aus Äthiopien und dem Sudan wurden mit biologischen Methoden untersucht.

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: Ethiopian Society of Obstetrics and Gynaecology
Laufzeit: 01.04.2017 - 30.03.2019
Förderer: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Weitere Informationen: www.klinikpartnerschaften.de

Kurzbeschreibung:
Es gibt langjährige Erfahrung mit dem Thema internationale Frauenheilkunde und Ausbildung von Kollegen aus Ländern mit begrenzten Ressourcen in Halle. Mehrmals im Jahr besuchen uns junge Kollegen aus Afrika, besonders aus Äthiopien. Die Arbeitsgemeinschaft Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit F.I.D.E. e.V. ist ein Zusammenschluss von Ärzten/Innen, die über berufliche Erfahrungen im Bereich von Gynäkologie und Geburtshilfe unter einfachen Bedingungen verfügen. Die Martin-Luther Universität unterstützt gemeinsam mit der AG FIDE die Subspezialisierung Gynäkologische Onkologie in Äthiopien. Hospitationen in Halle werden ermöglicht und OP-workshops in Addis Ababa durchgeführt.

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: Addis Ababa University
Laufzeit: 2013 - 2015
Förderer: Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit BMZ
Weitere Informationen: www.esther.eu 

Kurzbeschreibung:
Seit Sommer 2013 will die Partnerschaft zwischen der Universität Addis Abeba und der Martin-Luther-Universität Halle (Saale) die Krebsbehandlung von Frauen aus Äthiopien innerhalb der europäischen ESTHER Alliance verbessern. Eine Baseline-Beurteilung, um Wissen, Haltung und Praxis auf Gebärmutterhalskrebs bei 1433 Frauen zu ermitteln, zeigte sehr wenig Wissen. Bei 1037 gesunden Frauen wurde ein HPV Test untersucht, um HPV-Typ-Prävalenz als baseline für Impf- und Screening-Programme in 8 Dörfern und Städten im ganzen Land zu bestimmen. Das erste populations-basierte Krebsregister in Äthiopien, Addis Abeba Stadt, hat Informationen 2012-13 gesammelt und zeigte Gebärmutterhalskrebs (423 Fälle) als zweitgrößte Krebserkrankungen, mit altersstandardisierter Inzidenzraten von 21,7 pro 100,000.

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: School of Public Health, Addis Ababa University
Laufzeit: 01.01.2016 - 31.12.2019
Förderer: Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD
Weitere Informationen: https://www.daad.de/pagel

Kurzbeschreibung:
Seit 2009 besteht eine Universitäts-Kooperation zwischen Addis Ababa und Halle; mit der School of Public Health entwickeln wir ein Modul für den Master in Epidemiologie. Ziel ist die Etablierung von Lehre und Forschung zu chronischen Erkrankungen. Es werden junge Dozenten und Studenten in Deutschland und in Äthiopien fortgebildet. Jährliche Sommerschulen vermitteln aktuelles Wissen zur Versorgung chronischer Krankheiten in Afrika. Innerhalb von Pagel wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit (Onkologie, Gesundheitswesen, Pathologie, Labore) ausgebaut. Das Medizin-Netzwerk wird gestärkt und inhaltlich erweitert. 

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: Ethiopian Society for Obstetrics and Gynaecology
Laufzeit: 2009 - 2011 und 2013 - 2016
Förderer: Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Kurzbeschreibung:
Das übergeordnete Ziel des Projektes war die Verbesserung der mütterlichen und neugeborenen Gesundheit durch die Verbesserung der Qualität und Zugang zu wesentlichen Dienstleistungen

  • Erhöhung der Serviceauslastung durch Mobilisierung und Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Dienstleistungen um 30% vom Baseline-Niveau
  • Reduzierung unnötiger Überweisung von Fällen durch Einführung von neuen Techniken und Fertigkeiten um 90% von der Baseline-Ebene.
  • Erhöhung der qualifizierten Geburtsbegleitung um 30% von der Grundlinie durch effektive Community-basierte Aktivitäten
  • Qualitätssicherung durch ordnungsgemäße Dokumentation und Berichterstattung von mütterlichen und neugeborenen Vitalstatistiken 
  • Schaffung einer starken Vernetzung zwischen Community und Institutionen

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: Ethiopian Medical Association
Laufzeit: 01.04.2017 - 30.03.2019
Förderer: Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Weitere Informationen: www.ekfs.de

Kurzbeschreibung:
In Äthiopien gibt es noch keine strukturierte Krebsvorsorge. Dieses Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für Krebsvorsorge zu schaffen und die korrekte Beteiligung bei den Frauen im ländlichen Äthiopiens zu verbessern. Das Projekt wird in einer Bevölkerung von etwa 70.000 Menschen in Butajira Bezirk, Süd-Äthiopien durchgeführt werden. 18 Gesundheits Mitarbeiter, 6 Krankenschwestern und Krankenhauspersonal einschließlich 2 Ärzte werden ausreichend geschult und führen die notwendigen Verfahren entsprechend der Vorgaben des Gesundheits-Ministeriums durch. Dieses Projekt wird im Rahmen von Promotionsarbeiten die Sensibilisierung, das Bewusstsein, die Beteiligung und die Adhärenz der Untersuchungen beurteilen, analysieren und optimieren. Die Ergebnisse werden im Rahmen des nationalen Programms zur Verfügung gestellt. 

Ansprechpartner: Dr. med. Eva J. Kantelhardt
Kooperationspartner: Addis Ababa University; City of Hope Duarte USA; Albert-Einstein College of Health Science, New York
Laufzeit: 01.07.2016 - 30.06.2019
Förderer: Susan Komen Foundation
Weitere Informationen: http://ww5.komen.org/ResearchGrants/GrantPrograms.html

Kurzbeschreibung:
Brustkrebs (BC) ist der häufigste Krebs bei Frauen in Äthiopien. Allerdings ist der Zugang zu Versorgung in ländlichen Gebieten, für bestimmte Bevölkerungsgruppen und für Patienten mit niedrigem sozioökonomischem Status oder mit wenig Bildung fast nicht vorhanden, da Äthiopien 90 Millionen Menschen und nur vier medizinische Onkologen hat. Evidenzbasierte Empfehlungen zur Verbesserung der BC-Ergebnisse mit begrenzten öffentlichen Ressourcen fehlen auf dem afrikanischen Kontinent. Um diese Situation zu verbessern, haben wir ein umfassendes Graduierten-Trainingsprogramm begonnen, das die Kompetenz und Zusammenarbeit von Forschern der Martin-Luther-Universität Halle, Albert Einstein College of Medicine, New York, City of Hope, Südkalifornien und Addis Abeba verinet. Sechs Doktoranden werden durch ein strukturiertes Curriculum trainiert, das praktische Schulungen, Ausbildung und Mentoring in drei Bereichen anbietet: Public Health (PhD), Translational Research (PhD) und Clinical Research (Masters in Nursing); Zwei Kandidaten pro Bereich. Das übergeordnete Ziel des Programms ist es, äthiopische Wissenschaftler zu gewinnen und zu trainieren, um zukünftige Experten in der Brustkrebs-Forschung in Äthiopien zu werden. 

AG Infektionsepidemiologie

Effectiveness of infection control strategies against intra- and inter-hospital transmission of MultidruG-resistant Enterobacteriaceae – insights from a multi-level mathematical NeTwork model
Ansprechpartner: Elena Lacruz/Rafael Mikolajczyk
Laufzeit: May 2017 – April 2020
Förderer: BMBF
Weitere Informationen:  www.emergenet.de

Kurzbeschreibung:
Häufig werden nosokomiale Pathogene durch Transport oder Verlegung besiedelter Patienten von Krankenhaus zu Krankenhaus übertragen. Das Risiko einer Übertragung ist abhängig von dem Patientenfluss in dem entsprechenden Gesundheitssystem. 

Studien aus dem Vereinigten Königreich (UK) und aus den Niederlanden zeigen, dass ein beträchtlicher Anteil von nosokomialen Infektionen durch strategische Änderungen im Patientenfluss verhindert werden könnten. Bis jetzt gibt es keine Informationen über den Patientenfluss in Deutschland. 

Erstellung und Auswertung eines Krankenhausnetzwerkes:

Im ersten Schritt dieses Projektes wird der Patientenfluss zwischen Krankenhäusern, basierend auf Daten der Krankenkassen, beschrieben und daraus ein Krankenhausnetzwerk erstellt. Im zweiten Schritt wird die Rolle dieses Netzwerkes bei der Verbreitung von nosokomialen Pathogenen mit Hilfe mathematischer Modelle untersucht.

AG Versorgungsforschung

Ansprechpartner: Dr. Susanne Unverzagt
Laufzeit: 01.05.2014 - 31.12.2015
Förderer: Roux-Programm, Universität Halle (FKZ 28/12)

Kurzbeschreibung:
Hintergrund: Eine Herzinsuffizienz ist in Deutschland trotz verbesserter Behandlungsoptionen die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache von Krankenhausaufenthalten. Die Umsetzung leitliniengerechter Therapieempfehlungen erfolgt eher lückenhaft. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit ist es, die Wirksamkeit von adhärenzfördernden Interventionen auf die Medikamenteneinnahme, die Umsetzung von Lebensstilempfehlungen und eine Verbesserung klinischer Endpunkte bei Herzinsuffizienzpatienten zu untersuchen.

Methode: Es wurden eine systematische Literatursuche und Metaanalysen durchgeführt.

Ergebnisse: Insgesamt 55 randomisierte kontrollierte Studien mit heterogenen Interventionen, Patientenpopulationen und unterschiedlicher Adhärenz-Definition wurden identifiziert. Die Studien schlossen 15 016 Patienten mit Herzinsuffizienz in der stationären und ambulanten Betreuung ein. 24 Studien erprobten die Wirksamkeit von Interventionen auf die Adhärenz zu medikamentösen Therapien und konnten eine Adhärenzverbesserung bei 10 % (95-%-Konfidenzintervall [KI]: [5; 15]) der Patienten feststellen. Die Adhärenz zu Lebensstilempfehlungen wurde in 42 Studien untersucht und konnte in 31 Studien gesteigert werden. Eine erhöhte Adhärenz zu mindestens einer Empfehlung resultierte in einer langfristig um absolut 2 % (95-%-KI: [0; 4]) geringeren Mortalität und einer Reduktion der Anzahl von Patienten mit Krankenhausaufenthalten um 10 % (95-%-KI: [3; 17]) innerhalb von 12 Monaten nach Interventionsbeginn. 

Schlussfolgerung: Es sind viele wirksame Interventionen verfügbar, mit denen die Adhärenz von Patienten und klinische Endpunkte nachhaltig verbessert werden können. Langfristige Erfolge erfordern die Eigenverantwortung der Patienten und können über koordinierte Maßnahmen wie Patientenschulungen und regelmäßige Kontaktaufnahmen erreicht werden.

Publikationen und Vorträge:
Unverzagt S, Klement A, Meyer G, Prondzinsky R. Interventions to enhance adherence to guideline recommendations in secondary and tertiary prevention of heart failure: A systematic review. Journal of Clinical Trials 2014, 4:192. doi:10.4172/2167-0870.1000192. 

Unverzagt S, Meyer G, Mittmann S, Samos FA, Unverzagt M, Prondzinsky R. Improving treatment adherence in heart failure—a systematic review and meta-analysis of pharmacological and lifestyle interventions. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 423-30.

Sicheres Altern - Prävention und Demografie im Blick - Patientenzentrierte Verbesserung der Polypharmazie im Alter - Modell Sachsen-Anhalt
Ansprechpartner: Dr. med. Ursula Wolf, Dr. rer. nat Christine Lautenschläger
Laufzeit: 01.2016 - 06.2017
Förderer: Robert Bosch Stiftung

Ansprechpartner: Prof. Dr. Haerting 
Laufzeit: 1995 - 2001
Förderer: Bundesministerium für Gesundheit (BMG) 

Kurzbeschreibung:
Es handelt sich um eine epidemiologische Feldstudie aus dem Bereich der Versorgungs-forschung mit der Zielstellung der Beschreibung des gesamten Therapie- und Nachsorge-verlaufs einer Kohorte neu erkrankter Patienten über einen minimalen Nachbeobachtungs-zeitraum von zwei Jahren. Die Vorteile der Feldstudie liegen im strengen Populationsbezug (Wohnbevölkerung), in der zeitlich strengen Definition der Studienkohorte, im möglichst vollständigen Einschluss der Fälle und in der Einbeziehung aller Ebenen der medizinischen Versorgung. Damit ist die Verallgemeinerungsfähigkeit auf die Praxis ("Feld"-Bedingungen) i. a. gegeben. 

Die Feldstudie hat das Ziel, die leitliniengerechte Therapie und Nachsorge des Bronchialkarzinoms bezüglich ihrer praktischen Umsetzung zu bewerten, die psycho-soziale Situation der Patienten während des Krankheitsverlaufs zu erfassen und in Kooperation mit allen Versorgungsträgern Interventionen zur Behebung von Defiziten bei der Umsetzung der auf der wissenschaftlichen Evidenz beruhenden Therapie- und Nachsorgeleitlinien einzuleiten und damit medizinische Qualitätssicherung, d. h. die Einführung eines Qualitätsmanagements zu betreiben. Nach Ablauf von zwei Jahren Erstrekrutierung war die Datenbasis ausreichend, um die HALLUCA-Studie zu einem Instrument der internen und externen Qualitätssicherung zu nutzen. Dazu werden die Daten für eine einrichtungsbezogene (und mit dem Gesamtdatensatz vergleichende) Auswertung zum Zweck der internen Qualitätssicherung verwendet. 

In der monatlich stattfindenden Thoraxkonferenz aller Versorgungsträger der Region wird seit Mai 1998 monatlich eine Fallvorstellung von 3 HALLUCA-Patienten (die per Zufall aus dem Datenpool ausgewählt werden) zur Falldiskussion und Leitlinienentsprechung genutzt. Eine gemeinsame vergleichende Auswertung mit der Parallelfeldstudie Essen auf der Basis individueller Patientendaten wird durchgeführt.


Publikationen und Vorträge:
Bollmann A, Blankenburg T, Haerting J, Kuss O, Schutte W, Dunst J, Neef H; HALLUCA study.Survival of patients in clinical stages I-IIIb of non-small-cell lung cancer treated with radiation therapy alone. Results of a population-based study in Southern Saxony-Anhalt. Strahlenther Onkol. 2004; 180:488-96.

Blankenburg T, Neef H, Haerting J, Schmidt P, Schütte W. Are There Quality Indicators in Patients with Lung Cancer? Results of a Population Based Study. INT J CANCER 2002; 128: 77 (S1).

Bollmann A, Haerting J, Kuß O, Neef H, Schmidt P, Blankenburg T. Verbesserung der Qualität der medizinonkologischen Versorgung durch systematische Nutzung des Krebsregisters am Beispiel der HALLUCA-Studie. Gesundheitswesen 2002; 64: A10-A11. 

Bollmann A, Haerting J, Kuß O, Neef H, Schütte W, Dunst J, Blankenburg T. Survival of Patients with Non-Small Cell Lung Cancer Treated with Radiation Therapy Alone - Results of a Population-Based Study. J Cancer Res Clin 2002, 128: 76 

Kuß O, Gohr A, Blankenburg T, Haerting J. Relative Überlebenszeitanalyse bei Lungenkrebspatienten im südlichen Sachsen-Anhalt. INFORM BIOM EPIDEMIOL MED BIOL 2002; 33: 374-375. 

Blankenburg T, Schmidt P, Haerting J, Neef H, Schütte W. Structure of the diagnosing department and the staging of lung cancer. Eur Respir J 2001; 18: 437 (S33).

Ansprechpartner: Dr. Susanne Unverzagt
Laufzeit: 01.10.2008 - 31.3.2010, Aktualisierung 01.10.2013 - 30.08.2014
Förderer/Sponsor: BMBF (01KG0811), Roux-Programm, Universität Halle (FKZ 19/45)

Kurzbeschreibung:
Ziel des Vorhabens war die Durchführung eines systematischen Reviews auf der Grundlage individueller Patientendaten. Es konnten sieben randomisierte Studien zum Einsatz der IABP gefunden werden, in denen 790 Patienten mit akutem Myokardinfarkt und kardiogenem Schock randomisiert wurden. 406 Patienten wurden mit einer IABP behandelt und 384 Patienten dienten als Kontrollen. Sechs Erstautoren stellten Individualdaten zur Auswertung zur Verfügung und unterstützen die Veröffentlichung dieses systematischen Reviews als Koautoren. Ein weiterer Autor beteiligte sich mit bisher unveröffentlichten Informationen an der Veröffentlichung, hatte jedoch keinen Zugriff auf die Individualdaten seiner Studie. 

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse erfolgte, soweit Angaben zur Verfügung standen, für alle durchgeführten Studien. Das gewichtete Hazard Ratio für das 30-Tages-Überleben von 0,95 (95 % KI 0,76-1,19) gibt keinen Hinweis auf einen Überlebensvorteil durch den Einsatz der IABP. Die Überlebensraten waren bei Patienten ohne Herz- Kreislaufunterstützungssysteme, mit Einsatz der IABP und bei Einsatz von alternativen Herz- und Kreislaufunterstützungssystemen vergleichbar. Patienten mit unterstützenden Herz- und Kreislaufunterstützungssystemen (TandemHeart oder Impella) litten häufiger unter moderaten oder starken Blutungen, Bein-Ischämien oder Infektionen. Verzerrungsquellen wie hoge Cross-over-Raten, frühe Studienabbrüche oder der Einschluss von Patienten mit IABP traten häufiger in den frühen, kleinen Studien auf. Der aktualisierte Review wurde im August 2010 bei der Cochrane Heart Group zum Review-Prozess eingereicht.

Publikationen und Vorträge:
Unverzagt S; Buerke M; de Waha A; Haerting J; Pietzner D; Seyfarth M; Thiele H; Werdan K; Zeymer U; Prondzinsky R. Intra-aortic balloon pump counterpulsation (IABP) for myocardial infarction complicated by cardiogenic shock. Cochrane Database Syst Rev. 3:CD007398, 2015.

Ansprechpartner: Dr. Susanne Unverzagt
Laufzeit: 01.02.2012 - 31.10.2012
Förderer: ZI (Zentralinstitut für ärztliche Versorgung), Roux-Programm, Universität Halle (FKZ 25/06)

Kurzbeschreibung:
Hochwertige klinische Studien zu CVD-bezogenen Leitlinien sollen im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit unterschiedlicher Leitlinien-Implementierungsstrategien und ihrer Kombination untersucht werden. Hierbei stehen die kurz- und langfristigen Effekte von Leitlinien und Leitlinienimplementierungsstrategien auf den Ebenen von Praxen, Ärzten und Patienten im Mittelpunkt der Metaanalysen.
Die methodische Vorgehensweise wurde in einem in der PROSPERO-Datenbank (international database of prospectively registered systematic reviews in health and social care ) veröffentlichten Protokoll festgelegt. Zur Überprüfung der Hypothesen werden alle (cluster-) randomisierten klinischen Studien zur Wirksamkeit verschiedener Implementierungsstrategien in allgemeinmedizinischen Praxen zur Versorgung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen beliebiger Ursache in einer Literaturdatenbank erfasst. Geplant sind folgende Vergleiche:

  1. Leitlinien und/oder Implementierungsstrategien vs. keine Leitlinien
  2. Leitlinien und/oder Implementierungsstrategien vs. andere Leitlinien und/oder Implementierungsstrategien

Hauptzielkriterium der geplanten Metaanalysen ist die Häufigkeit, in der die Therapieempfehlungen und Arzneimittelverordnungen in den Untersuchungsgruppen mit unterschiedlichen Implementierungsstrategien mit den Empfehlungen der untersuchten Leitlinien übereinstimmen (arztorientierte Adhärenz). Nebenzielkriterien beschreiben die Ergebnisse der Implementierungsstrategien am Patienten über patientenorientierte Endpunkte wie Gesamtüberleben, Morbidität und Mortalität durch CVD, Veränderung der Risikofaktoren, Lebensqualität und Kosten. 
Die Suchstrategie wird mit Unterstützung der Universitäts- und Landesbibliothek Halle entwickelt, auf Studien ab 1990 beschränkt und soll nicht-englischsprachige Literatur einbeziehen. Geeignete Studien werden in elektronischen Datenbanken, Registern laufender und abgeschlossener Studien und wissenschaftlicher Leitlinien, Konferenzbänden, Referenzlisten eingeschlossener Studien und im Kontakt mit Spezialisten gesucht. Der Suchverlauf wird konform zum PRISMA–Statement in einem Flussdiagramm dokumentiert.
Hauptzielkriterium ist die Häufigkeit leitlinienkonformer Behandlungen, welche über Odds Ratios und deren 95 % Konfidenzintervalle beschrieben wird. Ergebnisse aus clusterrandomisierten Studien ohne Berücksichtigung hierarchischer Strukturen werden korrigiert. Aufgrund der zu erwartenden heterogenen Studiendesigns werden die Studienergebnisse in einer Metaanalyse mit zufälligen Effekten zusammengefasst. Die Heterogenität zwischen den Studien wird aus statistischer und klinischer Sicht beurteilt, quantifiziert und in Subgruppen- und Sensitivitätsanalysen berücksichtigt. 
Zeigen die Sensitivitätsanalysen eine starke Abhängigkeit der Ergebnisse von der gewählten Methodik, müssen die Ergebnisse entsprechend vorsichtig interpretiert werden.

Publikationen und Vorträge:
Unverzagt S, Klement A. Crucial characteristics. Deutsches Ärzteblatt International 2011; 108(28-29):491-2.

Klement A, Oemler M, Braun K, Unverzagt S. Strategien zur Implementierung von Leitlinien: Synopsis eines systematischen Reviews /Strategies for the implementation of guidelines: synopsis of a systematic review. Zeitschrift für Allgemeinmedizin (Unter Review)

Unverzagt S, Peinemann F, Oemler M, Braun K, Klement A. Meta-regression analyses to explain statistical heterogeneity in a systematic review of strategies for guideline implementation in primary care. Plos One 2014, 9 (10): e110619. doi:10.1371/journal.pone.0110619.

Unverzagt S, Oemler M, Braun K, Klement A. Strategies for guideline implementation in primary care focusing on patients with cardiovascular disease: a systematic review. Family Practice, 2014, 31 (3): 247–266.

Unverzagt S, Klement A, Samos F, Schnell S, Meyer G, Prondzinsky R. Interventions to enhance adherence of patients to guideline recommendations in secondary and tertiary prevention of heart failure: A systematic review. Vortrag auf dem 3. Forschungstag der Medizinischen Fakultät der Unverversität Halle, 10.10. 2014.

Unverzagt S, Braun K, Ömler M, Klement A. Wirksamkeit von Strategien zur Implementierung von Leitlinien bei kardiovaskulären Erkrankungen Meta-Regressionsanalysen zur Erklärung der Heterogenität. http://www.gmds.de/tagungen/2014/downloads/Programm/ GMDS2014_vorlaeufiges_Programm_Montag2.pdf

Unverzagt S, Braun K, Ömler M, Klement A. Assoziation zwischen Wirksamkeit und Endpunktpriorisierung in randomisierten Studien. http://www.egms.de/dynamic/de/meetings/ebm2014/index.htm?main=1&sub=2.

Unverzagt S, Braun K, Ömler M, Klement A. Meta-Regressionsmodell zum Vergleich der Wirksamkeit verschiedener Implementierungsstrategien. http://www.gmds2013.de/index.php?id=119.

Ansprechpartner: Dr. Susanne Unverzagt
Laufzeit: 01.11.2009 - 30.12.2011
Förderer: BMBF (FKZ 01KG0926), Roux-Programm, Universität Halle (FKZ 22/11)

Kurzbeschreibung:
Gegen den Vascular-Endothelial Growth-Factor (VEGF) gerichtete Therapien, welche die Bildung neuer, den Tumor versorgender Blutgefäße verhindern, sind eine etablierte therapeutische Strategie in der Onkologie und werden bei einer Reihe solider Tumoren mit Erfolg eingesetzt. Beim Mammakarzinom liegen widersprüchliche Ergebnisse vor.
Diese systematische Übersichtsarbeit untersucht Nutzen und Nebenwirkungen einer gegen VEGF gerichteten Therapie bei Patientinnen mit metastasierenden Brustkrebs auf der Grundlage von randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). Diese Ergebnisse werden durch nichtrandomisierte Studien unter klinischen Alltagsbedingungen zur Sicherheit von Anti-VEGF Therapien ergänzt. 
Geeignete Studien wurden mit CENTRAL, MEDLINE und Embase, im Cochrane Breast Cancer Group Specialised Register, in Registern laufender Studien und fachspezifischen Konferenzbänden für den Zeitraum 2000 bis September 2011 gesucht. Sieben RCTs, eine einarmige Registerstudie und fünf laufende Studien wurden aus 347 potenziell relevanten Literaturstellen identifiziert. Alle abschließend publizierten Studien zu Anti-VEGF-Therapien bei metastasiertem Mammakarzinom sind auf Bevacizumab beschränkt. Vier Studien mit insgesamt 2886 Patienten wurden in der Erstlinientherapie mit und ohne den Einsatz von Bevacizumab durchgeführt. Sowohl das progressionsfreie Überleben  (HR 0.67; 95% KI 0.61 bis 0.73) als auch die Ansprechraten wurden durch den Einsatz von Bevacizumab signifikant verbessert. Auch in der Zweitlinientherapie wurde ein kleinerer, aber immer noch signifikanter Nutzen in Bezug auf das progressionsfreie Überleben durch den Einsatz von Bevacizumab erzielt. Für das Gesamtüberleben konnte weder in der Erst- noch in der Zweitlinientherapie ein Vorteil für die mit Bevacizumab behandelten Patientinnen nachgewiesen werden. Hinsichtlich der Lebensqualität wurden keine relevanten Unterschiede berichtet. Subgruppenanalysen weisen auf eine höhere Wirksamkeit von Bevacizumab bei Patienten mit früherer Taxantherapie und Patienten mit negativem Hormonrezeptorstatus. Aufgrund der Tatsache, dass es sich beim progressionsfreien Überleben um einen Surrogatendpunkt handelt, für welchen eine Korrelation mit dem klinisch relevanten Endpunkt Gesamtüberleben für die verwendete Therapie fehlt, ist die alleinige Beeinflussung des progressionsfreien Überlebens durch Bevacizumab von klinisch zweifelhafter Wertigkeit. Der klinische Nutzen dieses Medikaments für die Indikation metastasiertes Mammakarzinom wird – besonders auch in Anbetracht seltener, aber gravierender Nebenwirkungen, wie intestinale Perforationen und arterieller thrombembolischer Komplikationen als gering eingeschätzt.

Ansprechpartner: Dr. Susanne Unverzagt
Laufzeit: 01.11.2010 - 30.10.2012
Förderer: BMBF (01KG1024), Roux-Programm, Universität Halle (FKZ 24/34)

Kurzbeschreibung:
Der kardiogene Schock in Folge eines linksventrikulären Pumpversagens ist die häufigste intrahospitale Todesursache bei akutem Herzinfarkt. Einen kardiogenen Schock erleiden 5–10 % aller Patienten mit Herzinfarkt, akut oder innerhalb der ersten Tage nach dem Myokardinfarkt. Die Sterblichkeit des infarktbedingten kardiogenen Schocks liegt bei 50–80 %, wobei sich aufgrund des häufigeren Einsatzes früher Revaskularisationen ein Rückgang der Sterblichkeit abzeichnet. Zurzeit werden in der deutschen Herzkreislaufgesellschaft die Leitlinien zur evidenzbasierten Diagnose, Monitoring und Behandlung des infarktinduzierten kardiogenen Schocks diskutiert. Dabei wurde der Mangel an Evidenz in nahezu allen empfohlenen Behandlungsoptionen deutlich. Große randomisierte Studien werden in dieser Hochrisiko-Patientengruppe mit verschiedenen, teilweise parallel laufenden Behandlungsoptionen selten durchgeführt, da sie extrem teuer und schwer durchführbar sind. Geplant ist ein systematischer Review zur Sammlung und Bewertung der Evidenz aus allen randomisierten und quasirandomisierten Studien.

Alle den Anforderungen entsprechenden klinischen Studien, welche die Effektivität und Sicherheit einer Behandlung mittels pharmakologischer Therapien bei Patienten mit infarktinduzierten kardiogenen Schock oder Schockvorstufen mit hochgradig eingeschränkter Pumpfunktion untersuchen, sollen in einer Literaturdatenbank gesammelt, analysiert und bewertet werden. Die Gruppe der zu untersuchenden Therapien umfasst alle inotropisch und vasodillatorisch wirksamen Medikamente, die Studienpopulation schließt alle Patienten mit akuten Myokardinfarkt und einer Komplikation durch kardiogenen Schock oder hochgradig eingeschränkter Pumpfunktion ein. Kontrollgruppen können mit Placebo, anderen wirksamen Medikamenten oder ohne die zu untersuchenden Medikamente behandelt werden. Wirksamkeit und Sicherheit der Therapien werden anhand von vordefinierten patientenrelevanten Kriterien bewertet: Mortalität und unerwünschte Nebenwirkungen (Hauptzielkriterium), hämodynamische Parameter (Herzindex, mittlerer arterieller Druck und pulmonaler Kapillardruck), nicht-letale kardiovaskuläre Ereignisse (Re-Infarkt, Wiederverschluss der Koronararterien, Re-Revascularisation, Schlaganfall, rekurrente Ischämie), Länge des Aufenthalts im Krankenhaus und auf der Intensivstation und Lebensqualität. Primäre Endpunkte bilden die Grundlage der Beurteilung des Nutzens und Schaden der eingesetzten Therapien. Deshalb ergänzen wir den wichtigsten patientenrelevantesten Endpunkt zur Beurteilung des Nutzens der Therapie (Senkung der Mortalität) durch einen weiteren Endpunkt (Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen).
 

Publikationen und Vorträge:
Unverzagt S, Wachsmuth L, Hirsch K, Thiele H, Buerke M, Haerting J, Werdan K, Prondzinsky R. Inotropic agents and vasodilator strategies for acute myocardial infarction complicated by cardiogenic shock or low cardiac output syndrome. Cochrane Database of Systematic Reviews 2014, Issue 1.

Unverzagt S, Hirsch K, Prondzinsky R. Vasopressors and predominantly vasoconstrictive drugs for acute myocardial infarction complicated by cardiogenic shock. Cochrane Database of Systematic Reviews (Protokoll im Reviewverfahren).

Ansprechpartner: Dr. Christine Lautenschläger, leitende Biometrikerin im Projekt
Laufzeit: 09/2009 bis 05/2013

Projektleiter: Frau Prof. Dr. Warschburger, Institut für Psychologie, Beratungspsychologie, Universität Potsdam
Herr ChA Dr. Egmont-Fröhlich, Kinder-Reha-Klinik am Nicolausholz GmbH & Co. KG, Bad Kösen
Laufzeit: 
Ansprechpartner: Frau Dr. Unverzagt (Biometrische Betreuung)
Förderer: DFG

Kurzbeschreibung:
Das Hauptziel der Studie ist es, Effekte eines Elterntrainings bei Eltern adipöser 7-12jähriger Kinder auf den kindlichen Gewichtsverlauf, die nötigen Verhaltensänderungen (bspw. im Umgang mit Süßigkeiten) sowie auf die elterliche psychosoziale Belastung und das Selbstwirksamkeitserleben zu untersuchen.
 
In einem randomisierten, multizentrischen, prospektiven Design nehmen 250 Eltern an einem verhaltenstherapeutisch orientierten Training teil und erhalten schriftliche Informationen, während den 250 Eltern der Kontrollgruppe lediglich das schriftliche Informationsmaterial zur Verfügung gestellt wird.
 
Das Interventionsprogramm basiert primär auf dem Aufzeigen und Vermitteln von Möglichkeiten, das Kind bei der notwendigen Ernährungs- und Bewegungsumstellung zu unterstützen, welches in Rollenspielen und mit Hilfe von Videofeedback eingeübt wird.
Die Kinder beider Gruppen nehmen zeitgleich im stationären Setting an einem etablierten Programm zur Gewichtskontrolle teil.

Es konnte eine langfristige Gewichtsabnahme über 0,24 (95% KI 0.18 - 0.30) BMI-SDS Punkte vom Beginn des Kuraufenthaltes über ein Jahr festgestellt, jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Interventionsgruppen (Mittlere Differenz  0,02; 95% KI -0.04 - 0.07).  Zusätzlich wurde eine verbesserte Lebensqualität und die Zunahme der Aufnahme gesunder Lebensmittel und der sportlichen Betätigung in beiden Gruppen beobachtet, jedoch ebenfalls ohne Unterschiede zwischen den Interventionsgruppen.

Damit erwies sich der Kuraufenthalt als wirksam, nicht jedoch das zusätzliche Eltern-Schulungsprogramm.  

Publikationen und Vorträge:
Warschburger P; Kroeller K; Haerting J; Unverzagt S; van Egmond-Frohlich A. Empowering Parents of Obese Children (EPOC): A randomized controlled trial on additional long-term weight effects of parent training. Appetite 2016; 103:148-56.

Ansprechpartner: Dr. Stefanie Bohley
Laufzeit: 01.01.2017-31.12.2019
Förderer: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, Bundesministerium für Gesundheit

Kurzbeschreibung:
Das Regionale Herzinfarktregister Sachsen-Anhalt (RHESA) registriert bevölkerungs-bezogen in der Stadt Halle (Saale) und in der Altmark seit Juli 2013 tödliche und nicht-tödliche Herzinfarkte (Registerpopulation ca. 345.000). Ziele sind das Erforschen der Ursachen für die hohe Herzinfarktsterblichkeit im Bundesland Sachsen-Anhalt, das bevölkerungsbasierte Erfassen von Herzinfarkten zur Berechnung von Prävalenzen und Inzidenzen,  das Schaffen einer detaillierten Datengrundlage zur Planung gezielter Maßnahmen zur Senkung der Herzinfarktsterblichkeit im Bundesland Sachsen-Anhalt sowie das Abbilden verschiedener Bereiche der sektorenübergreifenden, gesundheitlichen Versorgung von Herzinfarktpatienten im Land Sachsen-Anhalt. Das RHESA wird seit 01.01.2020 als eRHESA fortgeführt.

Strukturelle und individuelle Faktoren als Determinanten der Herzinfarktmorbidität und -mortalität im Bundesland Sachsen-Anhalt

Ansprechpartner: Dr. Andrea Schmidt-Pokrzywniak
Laufzeit: 01.05.2014 - 31.04.2016
Förderer: Wilhelm ROUX Programm der Medizinischen Fakultät

Kurzbeschreibung:
RHESA-Care wurde 2014 als ein Folgeprojekt des regionalen Herzinfarktregisters Sachsen-Anhalts (RHESA) initialisiert. Da im Rahmen des RHESA nicht alle interessierenden Faktoren detailliert erhoben werden können, ist die RHESA-Care-Studie als erweiterte Basisbefragung zu verstehen. Dabei werden Herzinfarktpatienten 6 Wochen nach ihrem Herzinfarkt bezüglich struktureller und individueller Faktoren vor, während und nach dem Ereignis befragt. 

RHESA-Care hat das Hauptziel Faktoren zu untersuchen, die die Morbiditäts- und Mortalitätsrate des Herzinfarktes beeinflussen. Ein weiterer Zweck ist der Vergleich einer ländlichen und städtischen Patientenpopulation. Die Studie bietet die Möglichkeit, als Grundlage für weitere Forschungen zu dienen. Weiterhin kann sie zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt beitragen.

Veränderung und Determinanten der kardiovaskulären Risikofaktoren und deren Beeinflussung von kardiovaskulären Ereignissen - Ein 2 Jahres Follow-up von Herzinfarktregisterpatienten im Bundesland Sachsen-Anhalt

Ansprechpartner: Prof. Dr. Rafael Mikolajczyk
Laufzeit: seit 01.05.2016
Förderer: Wilhelm-Roux-Programm der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Kurzbeschreibung:
RHESA-Care 2 ist ein Folgeprojekt des regionalen Herzinfarktregisters Sachsen-Anhalts (RHESA). Im Rahmen der Studie werden Herzinfarktpatienten 2 Jahre nach der ersten Registrierung bezüglich individueller und struktureller Risikofaktoren befragt. Ein Fokus der Befragung liegt in der Erhebung der Veränderung von kardiovaskulären Risikofaktoren zwei Jahre nach Erstbefragung (RHESA-Care), und welche Faktoren diese Veränderung determinieren. Weiterhin soll der Zusammenhang zwischen individuellen und strukturellen Faktoren und dem Auftreten von Major Adverse Cardiac Events (MACE) untersucht werden. Dabei können auf Grund der Registerstruktur auch Vergleiche zwischen einer ländlichen und städtischen Bevölkerung gezogen werden.

Profilbereich klinische Studien und Biometrie

Ansprechpartner: PD. Dr. Andreas Wienke
Laufzeit: 01.01.2008 - 01.10.2012
Förderer: DFG

Kurzbeschreibung:
Korrelierte Ereigniszeiten entstehen im biometrisch-epidemiologischen Alltag in einer Reihe von Studientypen, z.B. wenn wiederholte Beobachtungen pro Patient im Zeitverlauf oder Ereigniszeiten in Einheiten erhoben werden. Statistische Standardmodelle für die Lebensdaueranalyse von unkorrelierten Lebensdauerdaten wie das proportionale Hazardmodell von Cox (1972) können in diesem Fall nicht angewendet werden.

Ziel des beantragten Projektes ist im ersten Schritt eine Evaluierung korrelierter Frailty-Modelle als Alternative zum Cox Modell. Insbesondere sollen dabei parametrische und semiparametrische Verfahren im bivariaten Fall analysiert und gegenüber gestellt werden. Die Schätzverfahren werden anhand von umfangreichen Simulationen untersucht. Zur Veranschaulichung dienen für den bivariaten Fall Ereigniszeiten von dänischen und schwedischen Zwillingen, die von den beiden Zwillingsregistern zur Verfügung gestellt werden. Die Analyse solcher Zwillingsdaten gestattet die Quantifizierung des Einflusses genetischer Faktoren bezüglich dieser Erkrankungen.

In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse aus dem bivariaten Fall zum multivariaten korrelierten compound-Poisson Frailty-Modell verallgemeinert und ebenfalls auf reale Daten angewendet werden. Dazu stehen multivariate Lebensdauern von Lungenkrebspatienten aus der Halluca-Studie sowie in einem Datensatz aus der Veterinärmedizin die Ereigniszeiten bis zum Auftreten von Mastitis bei Milchkühen zur Verfügung.
 

Publikationen:
A. Wienke (2008) Frailty models. In: S.-C. Chow und J.-P. Liu (Hrsg.): Encyclopedia of Clinical Trials. Wiley, New York 

A. Wienke, O. Kuß, J. Haerting (2009) Lebensdauer von Lungenkrebspatienten in der HALLUCA Studie. In: KSFE 2009 Proceedings der 13. Konferenz der SAS®-Anwender in Forschung und Entwicklung. J. Spilke, C. Becker, J. Haerting, E. Schumacher (Hrsg.), Shaker, Aachen 341 - 354.

N. Hens, A. Wienke, M. Aerts, G. Molenberghs (2009) The correlated and shared gamma frailty model for bivariate current status data: An illustration for cross sectional serological data. Statistics in Medicine 28, 2785 – 2800

A. Wienke, S. Ripatti, J. Palmgren, A.I. Yashin (2010) A bivariate survival model with compound Poisson frailty. Statistics in Medicine 29, 275 – 283.
A. Wienke (2010) Frailty Models in Survival Analysis. Chapman & Hall/CRC, Boca Raton.

K. Hirsch, A. Wienke (2012) Software for semiparametric shared gamma and log-normal frailty models: An overview. Computer Methods and Programs in Biomedicine, online

D. Pietzner, A. Wienke (2012) The trend renewal process: a useful model for medical recurrence data. Statistics in Medicine (in Revision)

K. Hirsch, A. Wienke, O. Kuß (2012) Log-normal frailty models fitted as Poisson generalized linear mixed models: New evidence from simulations. (in Vorbereitung)

K. Goethals, A. Wienke, P. Janssen, L. Duchateau (2012) Extensions of the correlated gamma frailty model to investigate the correlation structure between udder quarter infection times. (in Vorbereitung)


Vorträge:
März 2008 München, Lifestat 2008 und 54. Biometrisches Kolloquium: Univariate and bivariate quadratic hazard frailty models. 

April 2008 Warwick, Workshop on Composite Likelihood Methods: On the correlated frailty model for bivariate current status data with applications in infectious disease epidemiology. 

Mai 2008 FH Magdeburg, Institut für Mathematik: Frailty - Modelle in der Lebensdaueranalyse - eine Anwendung auf die Halluca Studie. 

Juli 2008 Dublin, XXIVth International Biometric Conference: Survival of lung cancer patients in the HALLUCA study: An analysis with frailty models. (Poster) 

September 2008 Gent, Workshop on Missing Information in Survival Data Beyond Right Censoring: A simulation-based assessment of the correlated frailty model for bivariate current status data. 

November 2008 Berlin, Herbstworkshop der AG „Statistische Methoden in der Medizin“ der Biometrischen Gesellschaft: Parameterschätzung im parametrischen Shared Gamma Frailty- Modell – ein Vergleich von MCMC und EM Algorithmus. 

Dezember 2008 Mainz, Tagung der AG Bayes-Methodik der Biometrischen Gesellschaft: Vergleich von MCMC und EM-Algorithmus mittels Simulationen bei der Parameterschätzung im Gamma-Frailty-Modell. 

März 2009 Halle, 13. KSFE Tagung: Lebensdauer von Lungenkrebspatienten in der HALLUCA-Studie: Eine Analyse mit Frailty-Modellen unter Verwendung von PROC NLMIXED. 

März 2009 Hannover, 55. Biometrisches Kolloquium: Parametric frailty models for clustered survival data. (eingeladener Vortrag) 

März 2009 Hannover, 55. Biometrisches Kolloquium: Parameter estimation in the shared gamma frailty model: a comparison of stochastic and numerical integration. 

März 2009 Louvain-la-Neuve, Institute for Statistics: An introduction to frailty models. (eingeladener Vortrag) 

Mai 2009 Heidelberg, DKFZ: Frailty models for clustered event times. (eingeladener Vortrag). 

Mai 2009 Rostock, Institut für Mathematik: Univariate Frailty-Modelle zur Analyse unbeobachteter Heterogenität. (eingeladener Vortrag) 

Juni 2009 Moskau, Mathematical Methods in Reliability: Modelling recurrent events with incomplete repair. 

September 2009 Essen, GMDS Jahrestagung: Die Modellierung zentrumsspezifischer Effekte bei Ereigniszeiten in multizentrischen Studien. 

September 2009 Essen, GMDS Jahrestagung: Ein SAS-Makro zur Schätzung des Frailty-Effekts mit dem EM-Algorithmus. 

September 2009 Essen, GMDS Jahrestagung: Auswertungsmethoden für Frailty-Modelle im Vergleich (Poster) 

November 2009 FH Remagen, Herbstworkshop der AG „Statistische Methoden in der Medizin“ der Biometrischen Gesellschaft: Options for analyzing frailty models. 

November 2009 FH Remagen, Herbstworkshop der AG „Statistische Methoden in der Medizin“ der Biometrischen Gesellschaft: Fitting a heterogeneous TRP to medical recurrence data. 

März 2010 Dortmund, DAGStat: Procedures for analyzing frailty models. 

März 2010 Dortmund, DAGStat: Inference for data on recurrent asthma events using a TRP. 

März 2010 Dortmund, DAGStat: Frailty models for bivariate current status data: an example with cross-sectional serological data. 

August 2010 Vancouver, Joint Statistical Meeting: On the Correlated Gamma Frailty Model for Bivariate Current Status Data. 

August 2010 Paris, COMPSTAT 2010: On the Correlated Gamma Frailty Model for Bivariate Current Status Data. 

September 2010 Mannheim, Jahrestagung der GMDS: Frailty models and copulas: look-alikes but different. 

September 2010 Mannheim, Jahrestagung der GMDS: Log-normal frailty models: Using their equivalence with Poisson generalized linear mixed models. 

September 2010 Mannheim, Jahrestagung der GMDS: A semiparametric estimation procedure for the bivariate correlated gamma frailty model. 

November 2010 Bremen, Herbstworkshop der AG „Statistische Methoden in der Medizin“ der Biometrischen Gesellschaft: Log-normal frailty models: Using their equivalence with Poisson generalized linear mixed models. 

November 2010 Düsseldorf, Statistisches Kolloquium der Universität Düsseldorf: Frailty-Modelle und Copulas in der Lebensdaueranalyse: Ähnlichkeiten und Unterschiede. (eingeladener Vortrag) 

Dezember 2010 Florianópolis, 25th International Biometric Conference: Semiparametric estimation in the bivariate correlated gamma frailty model. 

März 2011 Wismar, 10. Workshop Stochastische Modelle und ihre Anwendungen: Modelling medical recurrence data with the trend-renewal process. 

April 2011 Bordeaux, 3rd conference of the International Biometric Society Channel Network: Software for the Analysis of Shared Frailty Models: An overview. 

April 2011 Bordeaux, 3rd conference of the International Biometric Society Channel Network: Frailty models and copulas: a never ending story. 

September 2011 Zürich, 2nd Conference of the Central European Network: Software for the Analysis of shared gamma and lognormal Frailty Models in SAS and R. 

September 2011 Zürich, 2nd Conference of the Central European Network: The trend renewal process: a useful model for medical recurrence data. 

September 2011 Mainz, Jahrestagung der GMDS und DGEpi: The correlated frailty model for clustered event times. 

September 2011 Mainz, Jahrestagung der GMDS und DGEpi: Log-normal frailty models fitted as Poisson generalized linear mixed models: New evidence from simulations. (Poster) 

März 2012 Berlin, 58. Biometrisches Kolloquium: Fitting bivariate event times with the correlated frailty model.

März 2012 Berlin, 58. Biometrisches Kolloquium: Log-normal frailty models fitted as Poisson generalized linear mixed models. 

Juli 2012 Bucaramanga, 22. Internationale Jahrestagung der Statistischen Gesellschaft Kolumbiens: Frailty models in survival analysis (eingeladenes Tutorial) 

Juli 2012 Bucaramanga, 22. Internationale Jahrestagung der Statistischen Gesellschaft Kolumbiens: Applications of frailty models in medicine and epidemiology. (eingeladener Vortrag)

Ansprechpartner: apl. Prof. Dr. Andreas Wienke
Laufzeit: 01.08.2008 - 30.04.2017
Förderer: DFG WI 3288/1-1/2

Kurzbeschreibung:
Oft ist der Anwender im Bereich der Ereigniszeitanalyse mit korrelierten Daten konfrontiert. Korrelierte Ereigniszeiten entstehen z.B. wenn gruppierte Ereigniszeiten erhoben werden wie bei multizentrischen Studien, bei Daten von Familienangehörigen oder bei der Untersuchung der Mortalität in geographischen Regionen. Bei der Metaanalyse von Ereigniszeiten stellen die einzelnen Studien die Gruppen dar. Rekurrente Ereignisse wie Infektionen, Hospitalisationen, Asthmaanfälle, Todgeburten, nichtfatale Myokardinfarkte oder epileptische Anfälle definieren das Individuum als Einheit (Gruppe) mit mehreren Ereigniszeiten und führen damit ebenfalls zu korrelierten Ereigniszeiten. Statistische Standardmodelle für die Lebensdaueranalyse von unkorrelierten Lebensdauerdaten wie das proportionale Hazardmodell von Cox (1972) können in diesem Fall nicht direkt angewendet werden. Ziel dieses Projektes ist im Teilprojekt A) eine Erweiterung der log-normalen Frailty-Modelle mit stückweise konstanter Basishazardfunktion auf Modelle mit stetigen oder glatten  Basishazardfunktionen (Splines). Dabei soll untersucht werden, ob die bessere Anpassung der Basishazardfunktion auch zu einer besseren Schätzung der festen und zufälligen Effekte führt. Teilprojekt B) umfasst die Modellierung von stetigen Einflussvariablen mit Hilfe von Splines. Teilprojekt C) beinhaltet die Erweiterung bestehender Möglichkeiten bei der Wahl der Kovarianzmatrix der zufälligen Effekte hin zu komplexen und flexiblen Korrelationsstrukturen. Das vierte Teilprojekt D) analysiert die geeignete Wahl von Konfidenzintervallen in der speziellen Situation von zufälligen Effekten in der Ereigniszeitanalyse. Dabei soll in allen vier Teilprojekten die Ähnlichkeit der log-normalen Frailty-Modelle mit den verallgemeinerten gemischten Modellen (GLMM) ausgenutzt werden um die umfassenden Ergebnisse in diesem Bereich auf Frailty-Modelle anzupassen.