DMEA 2021 Keynote von Prof. Dr. Patrick Jahn, Leiter der AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus

Eine Woche Digitale Gesundheit 100% digital

Als Plattform für all jene, die die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben möchten, hat die DMEA auch in diesem Jahr die Möglichkeit zum Austausch, zur Information und zur Weiterbildung geboten.

Professor Dr. Patrick Jahn mit seiner Keynote auf der #DMEA21 über die Frage, wie digitale Transformation in der Pflege gelingen kann. Welche Möglichkeiten gibt es den Anforderungen des demographischen Wandels gerecht zu werden und jedem Bedürftigen die gleiche Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Weitere wichtige Fragen und Aussichten zum Thema Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung werden diskutiert.

Hier geht's zum Vortrag (Video, 25:03min)

"In einem Gastbeitrag für unseren Newsletter TK spezial spricht sich Prof. Dr. Patrick Jahn, Universität Halle, für eine langfristige Strategie gegen den Fachkräftemangel in der Pflege aus.

Wie ein Brennglas hat sich während der SARS-CoV-2 Pandemie die Abhängigkeit von ausreichend Pflegefachpersonen in der Gesundheitsversorgung gezeigt. In Sachsen-Anhalt geht es besonders um die Versorgung älterer pflegebedürftiger Menschen. Im Krisenmodus wurde durch das große Engagement der Pflege Enormes geleistet. (...)"

Den vollständigen Beitrag können Sie hier nachlesen.

Am 17. Februar fand online der TK-Talk #Pflege2026 statt. Vertreter aus Politik und Wissenschaft kamen zusammen und diskutierten gemeinsam, was die Pflege braucht und wie sie bezahlbar und zukunftssicher gestaltet werden kann.

Er kam nicht allein - in einem kurzen Twittervideo ließ er die Pflege selbst zu Wort kommen.

 

Zusätzlich zur Förderung des Projektes „Translationsregion digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG)“ im „WIR“-Programm hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) kurzfristig zwei ergänzende Verbund-Projekte bewilligt. Diese sollen zusammen mit rund einer Million Euro gefördert werden. Hintergrund für die Projekte sind Problemstellungen, die sich aufgrund der Corona-Pandemie ergeben haben.  

Das Projekt „ADApp“ wird zusammen mit der Hochschule Anhalt, Standort Bernburg, AG Versorgungsforschung der Medizinischen Fakultät der Universität Halle, der Apotheke am Bauhaus in Dessau und weiteren Partnern durchgeführt und pilotiert die Medikamenten-Versorgung von älteren und pflegebedürftigen Menschen mithilfe von Drohnen. „Die Hochschule Anhalt hat bereits mit dem Projekt ‚MediDrohne‘ hervorragende Vorarbeit geleistet, ist als Kooperationspartner mit im Boot und wir freuen uns, hier unsere Kompetenz der Nutzerzentrierung mit in das Projekt einbringen zu können“, so Prof. Dr. Patrick Jahn, Leiter des TDG-Projektes an der Universitätsmedizin Halle (Saale). „Gerade unsere Region ist geprägt von ländlichen Gebieten, so dass die Menschen größere Distanzen überwinden müssen, um an benötigte Medikamente zu kommen und es braucht Lösungen, die einer Pandemie-Situation mit zusätzlich strengen Infektionsschutzmaßnahmen, gerade für diese Risikogruppen, gerecht werden“, erläutert Prof. Dr. Markus Holz, Professor für Logistik- und Luftverkehrsmanagement an der Hochschule Anhalt. Dringend benötigte Medikamente können aufgrund von Kontaktbeschränkungen und gestiegenem Bedarf nur eingeschränkt mit Boten geliefert werden. 

Geplant ist, eine Apotheken-App für mobile Endgeräte zu entwickeln, und als weiteren Bestandteil ein Drohnenflugsystem als Transportmittel einzubinden, das jede Apotheke nutzen kann und das die Medikamente direkt und kontaktfrei an die Haustür liefert. „Das Pilotvorhaben soll unter anderem im Salzlandkreis als einem am stärksten von Landflucht und zukünftig mangelnder medizinischer Versorgung betroffener Landkreise in Deutschland implementiert und getestet werden”, so Jahn. Im Salzlandkreis befinde sich auch der weltweit erste ausschließlich für Drohnenexperimentalflugversuche vorgesehene Flughafen Cochstedt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen die Nutzerakzeptanz basierend auf der Nützlichkeit und Nutzbarkeit direkt mit älteren Menschen und Pflegebedürftigen erforschen und die Rückmeldungen in den Entwicklungsprozess einbinden. 

Prof. Dr. Patrick Jahn hat am 1. Juli 2020 die Professur „Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus“ an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angetreten. Bis zu seiner Rufannahme als Professor für Versorgungsforschung an die Universität Tübingen hat er bereits an der Universitätsmedizin Halle gearbeitet und die Stabsstelle Pflegeforschung geleitet. Nun kehrt Jahn in die Saalestadt zurück und verstärkt den wissenschaftlichen Schwerpunkt „Epidemiologie & Pflegeforschung“ der halleschen Universitätsmedizin.

Mit der Professur soll eine Schnittstelle geschaffen werden, Erkenntnisse aus der Versorgungs- und Pflegeforschung in die akut-stationäre Praxis einfließen zu lassen, insbesondere in den halleschen Schwerpunkt-Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alter(n)smedizin. Dabei werden bundesweit einmalig für pflegewissenschaftliche Professuren Aufgaben von Lehre und Forschung mit Krankenversorgung kombiniert. In diesen Bereichen hat Jahn bereits über viele Jahre an diversen Forschungsprojekten mitgearbeitet oder diese geleitet. „Mit meinen wissenschaftlichen Schwerpunkten Symptommanagement bei Tumorpatientinnen und -patienten und Autonomieförderung bei älteren und chronisch kranken Menschen habe ich sehr viele Anknüpfungspunkte innerhalb der halleschen Universitätsmedizin, sowohl im klinischen Bereich als auch in den Forschungsbereichen des Profilzentrums Gesundheitswissenschaften und mit dem Dorothea Erxleben Lernzentrum der Medizinischen Fakultät“, so Jahn.

Konkret gehe es ihm darum, zu untersuchen, inwieweit Bewegung und Ernährung die Verträglichkeit einer Chemotherapie und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten positiv beeinflussen oder robotergestützte Systeme dazu beitragen können, dass Menschen möglichst lange in der eigenen häuslichen Umgebung wohnen und unterstützt werden können. „Dabei suche ich in meinen Forschungsarbeiten auch die Lücken im Versorgungsprozess, die bestenfalls mit einer geänderten pflegerischen Versorgung geschlossen werden können. Das heißt, mein Ziel ist es, die Erkenntnisse aus der Wissenschaft nicht nur Ärztinnen und Ärzten, sondern allen Akteuren in den Gesundheitsberufen zugänglich zu machen und durch Forschung und Entwicklung auch wirtschaftliche Impulse zu setzen“, so Jahn.

Prof. Patrick Jahn ist ausgebildeter Krankenpfleger, hat als solcher unter anderem auch in Israel gearbeitet und danach an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und McMaster University Hamilton, Ontario, Kanada, Pflege- und Gesundheitswissenschaften studiert. Das Studium schloss er 2006 ab und arbeitete danach zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät und in der Pflegedirektion des Universitätsklinikums Halle. 2010 übernahm er die Leitung der Stabsstelle Pflegeforschung, 2011 folgte die Promotion.

„Im Rahmen meiner Professur möchte ich neben der Internationalisierung auch die Entwicklung neuer Interventionsvarianten insbesondere auch als Weiterentwicklung des Krukenberg Krebszentrums vorantreiben. Noch bis 2025 läuft das von mir geleite und mit acht Millionen Euro vom BMBF im Rahmen des WIR! Programms geförderte Projekt ‚Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung‘, in dem wissenschaftliche, soziale und wirtschaftliche Innovationen zusammengeführt werden können und durch das ein neues regionales Profil im Strukturwandel entstehen kann“, sagt Jahn.

Doch auch auf die Lehre und die Förderung von wissenschaftlichen Nachwuchskräften freue er sich. „Besonders im Bereich Interprofessionelle Lehre werde ich mich wieder einbringen, weil ich dies als extreme Bereicherung in der Ausbildung und für das Verständnis der Gesundheitsberufe untereinander empfinde. Damit werden neue Berufsrollen, die die Entwicklung in der Krankenversorgung mit sich bringt, auf Dauer in der Praxis verankert und Patientinnen und Patienten zugutekommen. Zudem möchte ich wissenschaftliche Nachwuchskräfte verantwortlich in Forschungsprojekte einbinden und individuelle Schwerpunkte mit ihnen erarbeiten.“

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, Dr. Patrick Jahn als Professor für die Medizinische Fakultät der Universität Halle zurückzugewinnen. Das ist ein wichtiges Signal für die Region und eine Bereicherung für unseren versorgungswissenschaftlichen Schwerpunkt, der davon lebt, dass Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis Eingang finden und umgekehrt in der Forschung immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Seine Berufung wird an vorangegangenen Entwicklungen ansetzen, aber auch neue Impulse setzen, die die Sichtbarkeit des Standorts Halle hinsichtlich Versorgungsforschung über Disziplin- und Ortsgrenzen hinweg weiter erhöhen“, so Prof. Dr. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät Halle.

Professor Patrick Jahn für „FORMAT“ (Hier geht's zum Video)

Professor Patrick Jahn wird mit seinem Team für das Projekt FORMAT ausgezeichnet. Die Pflegewissenschaftler haben sich zum Ziel gesetzt, Digitalisierung und Robotik zu nutzen, um die Patientenversorgung zu verbessern und das selbstbestimmte Leben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Professionelle Pflegekräfte, Ärzte, aber auch Patienten und pflegende Angehörige haben im „Future Care Lab“ die Möglichkeit, neue Technologien kennenzulernen, zu nutzen und in engem Austausch sinnvolle Anwendungen zu definieren. Der Umgang mit den Technologien ist zudem Teil der Ausbildung am Universitätsklinikum Halle. Die verpflichtenden Module müssen gemeinsam von Pflegewissenschafts- und Medizinstudenten belegt werden, was zusätzlich die Rollenverständnisse verändert und die Position der Pflege stärkt. Auch pflegende Angehörige können die Schulungen besuchen. Die Wirksamkeit der Anwendungsszenarien wird wissenschaftlich evaluiert.

Damit werden die Chancen von Digitalisierung und Robotik sowohl für die in den Gesundheitsberufen Tätigen als auch die Betroffenen in der Bevölkerung erlebbar gemacht und schneller realisiert werden. Durch die Integration in die Aus- und Weiterbildung werden das Wissen und die Bekanntheit der technischen Möglichkeiten erhöht und die Akzeptanz gefördert.

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