Behandlungsschwerpunkte

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Auf dieser Seite informieren wir Sie über unsere Behandlungsschwerpunkte.

Das Gebiet der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie wurde in den letzten Jahren durch die Entwicklung neuartiger, minimal-invasiver Operationstechniken revolutioniert. Die Vorteile der „Schlüssellochtechnik“ liegen auf der Hand: die kleinen Operationszugänge tragen zu einer wesentlich schnelleren Wundheilung mit vermindertem Infektionsrisiko und einem hervorragenden kosmetischen Ergebnis bei. Insbesondere Risikogruppen, wie Diabetiker können stark von diesen Vorteilen profitieren.

Die Korrekturmöglichkeiten sind bei vielen Eingriffen der klassisch-offenen Operationstechnik ebenbürtig.

Durch unsere Vorreiterstellung blicken wir auf eine langjährige Erfahrung bei der Anwendung minimal-invasiver Operationstechniken bei folgenden Eingriffen zurück:

  • Hallux valgus Korrektur
  • Krallenzeh Korrektur
  • Rückfuß Korrektur bei Platt- und Hohlfuß
  • Bandverletzungen des oberen Sprunggelenks
  • Achillessehnenverletzungen
  • Diabetisches Fußsyndrom (Charcot Fuß)

Das obere Sprunggelenk trägt das gesamte Gewicht des menschlichen Körpers und ist im Alltag großen biomechanischen Belastungen ausgesetzt.

Bandverletzungen und Frakturen des oberen Sprunggelenks zählen zu den am häufigsten auftretenden Verletzungen überhaupt. Infolge dieser Verletzungen kann im Laufe der Zeit eine Arthrose entstehen, welche mit Schmerzen, Einschränkung der Beweglichkeit und reduzierter Belastbarkeit einhergeht. Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Arthrose und muss der individuellen Situation angepasst sein.

Je nach Fortschritt der Arthrose, können gelenkerhaltenden Eingriffe, wie Umstellungsosteotomien und (ggf. auch in Kombination) Knorpelersatzverfahren, eingesetzt werden.

Ist die Arthrose bereits weit fortgeschritten, stehen gelenkersetzende (OSG Endoprothese) oder gelenkversteifende Verfahren (Arthrodese) zur Verfügung.

Die Festlegung, welches Verfahren das bestmögliche Behandlungsergebnis verspricht, muss individuell an die vorliegende Ursache der Arthrose, ggf. begleitende Achsfehlstellungen des Beins oder des Fußes, die Restfunktion des Gelenks, das Nebenerkrankungsprofil und den Lebensstil jedes Patienten angepasst werden.

Die Vorteile einer OSG-Endoprothese sind der funktionelle Erhalt der Gelenkbeweglichkeit und des Gangbildes, eine Wiederherstellung der Stabilität und die Schonung der Nachbargelenke, die sonst bei einer Versteifung des Gelenkes eine deutliche Mehrbelastung kompensieren müssen und für frühzeitigen Verschleiß anfällig sind. Begleitende Fuß- oder Beindeformitäten sind kein Ausschlusskriterium für die Versorgung mit einer OSG-Endoprothese. Durch vorausgehende oder begleitende korrigierende Eingriffe, in Kombination mit exakter digitaler Planung oder auch durch navigierte Lösungen, ist eine exakte Positionierung der Prothese möglich.

 

Wir stehen Ihnen gern auch zur Zweitmeinung vor einem anstehenden Eingriff zur Verfügung.

Das diabetische Fußsyndrom als Spätfolge des Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Amputationen des Fußes oder Unterschenkels in dieser Patientengruppe. Durch verspätete oder inadäquate Therapie kann es zu ausgedehnten Infektionen und Gewebezerstörungen kommen, die einen Extremitätenerhalt teilweise unmöglich machen. Insbesondere beim Charcot-Fuß, der eine besondere Komplikation der diabetischen Erkrankung darstellt, erfordern akute Entzündungen eine kompetente, unmittelbare und interdisziplinäre Behandlung.

Häufig führen unbemerkte, sich schleichend entwickelnde Deformitäten des Fußskeletts zu einer veränderten Druckbelastung des Fußes. Die begleitend in vielen Fällen beeinträchtigte Blutversorgung und Nervenfunktion führen zu einem hohen Risiko Druckstellen, Ulcerationen und Weichteildefekte zu entwickeln, die wiederrum Eintrittspforte für Bakterien sein können. Die damit verbundenen Infektionen des Weichteilgewebes und Knochens stellen eine große Herausforderung für die Gliedmaßen erhaltende Therapie dar.

Das globale Verständnis der Problematik dieser Erkrankung ist unverzichtbar für die Erstellung eines individuellen Therapieplans mit dem Ziel des Extremitätenerhalts. Durch die enge und erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit (Fußchirurgie, Gefäßchirurgie, Diabetologie, Radiologie, Dermatologie und plastischer Chirurgie) bieten wir ein individuelles und auf den Extremitätenerhalt fokussiertes Konzept an. Durch die Kombination von minimal-invasiven Operationstechniken und modernen Osteosyntheseverfahren können die sonst gefürchteten operationsassoziierten Komplikationen entscheidend reduziert werden. Bei rechtzeitiger Behandlung können in den meisten Fällen Amputationen vermieden oder auf das kleinstmögliche Maß eingeschränkt werden.

 

Wir stehen Ihnen gern zur Zweitmeinung zur Verfügung.

Knorpelschäden im Bereich des oberen Sprunggelenkes können unterschiedlichste Ursachen haben. Die genaue Analyse des zugrunde liegenden Problems ist Voraussetzung für die erfolgreiche Therapie. So können unter anderem chronische Instabilitäten, traumatische Ursachen, Knochennekrosen (osteochondrosis dissecans), oder Achsfehlstellungen ursächlich für die Entstehung von Knorpelschäden sein. Zur Behandlung des Knorpelschadens stehen uns eine Vielzahl knorpelchirurgischer Techniken zur Verfügung. Navigierte subchondrale Bohrung, Autologe Matrixinduzierte Chondrogenese (AMIC), Spongiosatransplantation, Mikrofrakturierung und die Matrixassoziierte Stammzelltransplantation (MAST) kommen bei chronischen, degenerativen Veränderungen, aber auch bereits bei akuten Verletzungen zum Einsatz. In den meisten Fällen kann die Knorpelchirurgie arthroskopisch erfolgen.

X-, O-Beine
Fehlstellungen der Beine können im Rahmen des Wachstums auftreten oder auch durch Unfälle, Krankheiten oder Syndrome entstehen. Während des Wachstums kann das körpereigene Korrekturpotential durch wachstumslenkende Eingriffe genutzt werden. Dabei handelt es sich meistens um überschaubare, wenig invasive Eingriffe, die das Potential der Wachstumsfuge nutzen.

Beinlängenunterschiede
Beinlängenunterschiede im Kindesalter oder auch beim Erwachsenen können unterschiedliche Ursachen haben. Schädigungen der Wachstumsfuge durch Unfälle, Infektionen, Syndrom-bedingt oder durch andere Krankheiten können zu erheblichen Beinlängenunterschieden führen. Abhängig von der begleitenden Deformität des Beines stehen uns implantierbare Nägel oder Software unterstützte Fixateur-Systeme (Taylor-Spatial-Frame) zur Verfügung.

Langfristig führt der Plattfuß zu degenerativen Schäden an Gelenken (Arthrose), Bändern und Sehnen des Fußes und Sprunggelenks. Somit richtet sich die operative Korrektur nach dem Ausmaß des degenerativen Vorschadens.

Sind die Gelenke noch nicht wesentlich betroffen, können gelenkerhaltende Korrekturen, die zum Teil minimal-invasiv durchgeführt werden können, eingesetzt werden.  Dabei sind die Wiederherstellung der physiologischen Achsen des Fußes, die Rekonstruktion der geschädigten Bänder und Sehnen entscheidend für die ungestörte und schmerzfreie Funktion des Fußes.

Sind die Gelenke bereits deutlich arthrotisch verändert und die Deformität fixiert, so kann mit gelenkerhaltenden Eingriffen meistens keine Schmerzfreiheit mehr erzielt werden. Hier werden korrigierende Arthrodesen (Gelenkversteifung) zum einen zur Korrektur der Fehlstellung und zum anderen zur Arthrose-Behandlung angewendet.

Der kindliche Plattfuß ist bis zum Alter von ca. 8 Jahren häufig anzutreffen und bedarf selten einer operativen Therapie. Bei älteren Kindern wird mit einer spontanen Korrektur nicht mehr gerechnet, sodass insbesondere bei ausgeprägten Fehlstellungen oder bei Auftreten von Schmerzen eine operative Korrektur in Betracht gezogen werden muss. In den meisten Fällen handelt es sich um eine unkomplizierte, flexible Fehlstellung, die durch das minimal-invasive Verfahren „Arthrorise“ behandelt werden kann. Durch gezielte Blockierung eines Fußwurzelgelenkes in korrigierter Stellung,kann das Restwachstumspotential des Fußes zur Aufrichtung des Fußlängsgewölbes genutzt werden. Nach erreichter Korrektur und ausgewachsenem Fuß wird das Implantat ersatzlos entfernt.

Besteht eine fixierte Fehlstellung oder ist der Fuß bereits ausgewachsen, stehen uns andere, gelenkschonende Korrekturmöglichkeiten mit Osteotomien, die zum Teil minimal-invasiv durchgeführt werden können und Sehneneingriffe zur Verfügung.

Der Begriff „Hohlfuß“ subsummiert unterschiedliche Erkrankungen und Ursachen einer gravierenden Deformität. Nicht selten besteht eine neurologische Grunderkrankung, die bis dato dem Patienten noch nicht bekannt gewesen ist. Durch eine enge und erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie und dem Institut für Humangenetik am UKH gehen wir diesen Erkrankungen nach.

Der Hohlfuß führt durch eine nach innen stehende Ferse und das überhöhte Längsgewölbe zu einer Instabilität und mittelfristig zum Verschleiß des oberen Sprunggelenks. Bei flexibler Deformität und geringfügiger Arthrose kann die Deformität gelenkerhaltend, zum Teil minimal-invasiv korrigiert werden. 

Sind die Gelenke bereits deutlich arthrotisch verändert und  ist die Deformität fixiert, so kann mit gelenkerhaltenden Eingriffen meistens keine ausreichende Korrektur und keine Schmerzfreiheit mehr erzielt werden. Hier werden korrigierende Arthrodesen (Gelenkversteifung) zum einen zur Korrektur der Fehlstellung und zum anderen zur Arthrose-Behandlung angewendet. In schweren Fällen muss auch das obere Sprunggelenk in die Arthrodese miteinbezogen werden. Zur Behandlung von schwersten Deformitäten stehen uns Software unterstützte Fixateur-Systeme zur Verfügung (Taylor-Spatial-Frame).

Die Achillessehnenruptur ist eine der häufigsten Sehnenverletzungen. Sie tritt meistens im Rahmen einer plötzlichen Anspannung der Wadenmuskulatur beim Sport oder bei einem Fehltritt auf. Degenerative Vorschädigungen der Achillessehne begünstigen den Sehnenriss- oder Teilriss.

Entscheidet man sich für ein operatives Vorgehen, stehen uns die Möglichkeiten einer minimal-invasiven Versorgung durch eine percutane Sehnennaht zur Verfügung. Die Vorteile gegenüber einer offenen Sehnennaht mit exzellenter Wundheilung, ansprechenden kosmetischen und sehr guten funktionellen Ergebnissen liegen auf der Hand.

Bei Re-Rupturen oder länger zurückliegenden Rupturen der Achillessehne stehen uns ebenfalls minimal-invasive Techniken mit Sehnenersatzplastiken zur Verfügung. Dabei verwenden wir zur Wiederherstellung der Funktion der Achillessehne die Sehne des Großzehenbeugers (Flexor Hallucis Longus), die in minimal-invasiver Technik auf die Ferse umgelenkt werden kann. Damit können ausgedehnte, invasive und komplikationsträchtige Eingriffe vermieden werden.

Außenbandinstabilität
Verletzungen des Außenbandapparates des oberen Sprunggelenks treten häufig durch Umknickereignisse auf und können zu chronischen Instabilitäten des Gelenkes führen. Die entstehenden Scherkräfte, die auf den Knorpel beim Umknicken und auch bereits beim „beinahe-Umknicken“ einwirken, führen zu  Knorpelschäden und langfristig zur Arthrose des Sprunggelenks. Gelegentlich liegen den immer wiederkehrenden Umknickereignissen und der Gelenkinstabilität knöcherne Deformitäten zu Grunde. Sind konservative Maßnahmen nicht ausreichend, stehen arthroskopische Bandrekonstruktionen kombiniert - wenn notwendig - mit minimal-invasiven knöchernen Korrekturen zur Verfügung. Unkomplizierte Heilung und das exzellente kosmetische Ergebnis sind ausgesprochene Vorteile der minimal-invasiven Versorgung.

Innenbandinstabilität
Chronische Innenbandinstabilitäten des oberen Sprunggelnks sind selten und kommen vor allem im Rahmen von komplexen Verletzungen des Sprunggelenks vor. Es kann isoliert das Innenband betroffen sein oder eine kombinierte Verletzung von weiteren, für die Fußstatik wichtigen Fußwurzelbändern (z.B. Pfannenband) vorliegen. Klinisch kann sogar der Eindruck eines Plattfußes resultieren. Eine exakte klinische Untersuchung und Bildgebung sind für die Diagnosestellung entscheidend. In den meisten Fällen ist eine technisch anspruchsvolle operative Rekonstruktion notwendig.

Syndesmoseninstabilität
Chronische Syndesmoseninstabilitäten sind selten und werden häufig übersehen. Sie resultieren aus komplexen Bandverletzungen des Sprunggelenks oder auch nach Knöchelbrüchen. Unbehandelt führt die Syndesmoseninsuffizienz zur Instabilität und Arthrose des Sprunggelenks. Frühzeitig erkannt, kann die Syndesmose anatomisch durch Sehnentransplantation (Peroneus longus Sehne) rekonstruiert werden. Begleitend kann eine zusätzliche Stabilisierung über ein Kunstband vorgenommen werden.

Bei der Osteochondrosis dissecans kommt es zum Absterben eines umschriebenen Knochenareals, zumeist im Bereich der medialen Talusschulter. Im fortgeschrittenen Stadium löst sich das Knochenareal mit dem darüberliegenden Knorpel als freier Gelenkkörper ab. Dies kann zu Blockierungsphänomenen im Bereich des Sprunggelenks führen. Die Therapie ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und reicht von konservativen Maßnahmen bis zu knorpelchirurgischen und knochenaufbauenden Verfahren.

Wir bieten das gesamte Spektrum der Vorfußchirurgie an. In der Behandlung von Hallux valgus, Hallux rigidus, Kleinzehendeformitäten, Fußwurzelarthrosen bis zu angeborenen und posttraumatischen Deformitäten greifen wir auf einen großen Erfahrungsschatz zurück und setzen bevorzugt minimal-invasive Verfahren ein. Durch die ausgewählten Operationsmethoden ist meistens eine postoperative Vollbelastung möglich. Mit der schonenden Operationstechnik erzielen wir nicht nur ein exzellentes kosmetisches Ergebnis, sondern auch ein geringes Infektionsrisiko, weniger Schmerzen und Schwellungen nach dem Eingriff sowie auch eine schnellere Mobilisation mit geringerem Thromboserisiko.