Minimalinvasive Verfahren

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Minimalinvasive Verfahren

Die minimalinvasiven Operationstechniken zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass Muskulatur nicht mehr abgelöst wird, sondern zwischen den Muskelschichten auf das Gelenk eingegangen wird. Diese Operationsmethoden sind heute so standardisiert, dass sie nahezu bei allen Patienten durchführbar sind.

Die Patienten werden in die Lage versetzt, unmittelbar nach der Operation mit aktiven und passiven Bewegungsübungen zu beginnen, dies ist dann die Voraussetzung für alle weiteren rehabilitativen Schritte in der Klinik und den weiter behandelnden Einrichtungen. Dieses Übungsprogramm beginnt am Operationstag, und wird durch Einzeltherapien und gruppentherapeutische Konzepte gestützt. Vom ersten postoperativen Tag an wird den Patienten die Möglichkeit eingeräumt, mit oder auch ohne Unterarmstützen sich weitgehend selbständig auf der Station zu bewegen.

Seit November 2006 wird an der hiesigen Klinik eine Spezialstation für minimal invasive Endoprothetik (MIS-Station) betrieben. Alle Patienten dieser Station werden an einem Tag (Montag) operiert. Dank der minimal invasiven Operationstechnik und der dadurch möglichen Frührehabilitation können die Patienten soweit mobilisiert werden, dass sie am 6. postop. Tag (Sonntag) entweder in die ambulante oder stationäre Rehabilitation entlassen werden können. Die Station ist mit  speziellen Behandlungsräumen, die sowohl der Entspannung als auch der Trainingstherapie dienen ausgestattet.

Die moderne Hüftendoprothetik mit kleinen Implantaten macht es möglich, ein künstliches Hüftgelenk über einen minimalen Hautschnitt an der Seite des Oberschenkels zu implantieren. Dabei wird die Muskulatur nicht mehr durchtrennt, sondern während der Operation zur Seite gehalten, um an das erkrankte Gelenk zu gelangen. Die Klinik für Orthopädie der Martin-Luther-Universität führt diese Operationstechnik seit Anfang 2003 regelmäßig mit großem Erfolg durch. Ein etwa 5 bis 8 cm langer Hautschnitt genügt, um an das Hüftgelenk zu gelangen. Die Muskeln werden nicht durchtrennt sondern mit Spezialinstrumenten zur Seite gehalten.

Weitere Informationen finden Sie unter "Abteilung für Endoprotethik".

Minimalinvasive Knieendoprothetik

Bei der Nutzung minimal invasiver Techniken in der Kniegelenksersatzchirurgie wird auf eine Traumatisierung der kniegelenksnahen Muskulatur entweder vollständig verzichtet oder die Traumatisierung im Vergleich zu Standardtechniken deutliche reduziert.Dies ist insbesondere für die sich unmittelbar an die Operation anschließende Mobilisations- und Rehabilitationsphase des Patienten von Bedeutung. Es konnte nachgewiesen werden, dass Patienten, welche unter Nutzung eines minimal invasiven Zugangsweges mit einer Knietotalendoprothese versorgt wurden, deutlich schneller und frühzeitiger mobilisiert und rehabilitiert und damit wieder in den Arbeitsprozess bzw. in ihr soziales Umfeld eingegliedert werden als Patienten, die über Standardverfahren versorgt wurden.

Weitere Informationen zur Knieendoprothetik finden Sie unter "Abteilung für Endoprothetik".

Das obere Sprunggelenk trägt das gesamte Gewicht des menschlichen Körpers und ist im Alltag großen biomechanischen Belastungen ausgesetzt.

Bandverletzungen und Frakturen des oberen Sprunggelenks zählen zu den am häufigsten auftretenden Verletzungen überhaupt. Infolge dieser Verletzungen kann im Laufe der Zeit eine Arthrose entstehen, welche mit Schmerzen, Einschränkung der Beweglichkeit und reduzierter Belastbarkeit einhergeht. Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Arthrose und muss der individuellen Situation angepasst sein.

Je nach Fortschritt der Arthrose können gelenkerhaltenden Eingriffe, wie Umstellungsosteotomien und (ggfs. auch in Kombination) Knorpelersatzverfahren eingesetzt werden.

Ist die Arthrose bereits weit fortgeschritten, stehen gelenkersetzende (OSG Endoprothese) oder gelenkversteifende (Arthrodese) Verfahren zur Verfügung.

Die Festlegung, welches Verfahren das bestmögliche Behandlungsergebnis verspricht, muss individuell an die vorliegende Ursache der Arthrose, ggfs. begleitende Achsfehlstellungen des Beins oder des Fußes, die Restfunktion des Gelenks, das Nebenerkrankungsprofil und den Lebensstil jedes Patienten angepasst werden.

Die Vorteile einer OSG-Endoprothese sind der funktionelle Erhalt der Gelenkbeweglichkeit und des Gangbildes, Wiederherstellen der Stabilität und die Schonung der Nachbargelenke, die sonst bei einer Versteifung des Gelenkes eine deutliche Mehrbelastung kompensieren müssen und für frühzeitigen Verschleiß anfällig sind. Begleitende Fuß- oder Beindeformitäten sind kein Ausschlusskriterium für die Versorgung mit einer OSG-Endoprothese. Durch vorausgehende oder begleitende korrigierende Eingriffe in Kombination mit exakter digitaler Planung oder auch durch navigierte Lösungen ist eine exakte Positionierung der Prothese möglich.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Fuß- und Sprunggelenkchirurgie

 

In den letzten Jahren hat sich die arthroskopische Schulterchirurgie mit beeindruckender Geschwindigkeit gewandelt und entwickelt. Bereits länger etabliert sind resezierende Verfahren, wie bspw. einer arthroskopischen Dekompression bei einem Engpasssyndrom, dem sog. Impingement. Es ist mittlerweile auch möglich, große Risse der sog. Rotatorenmanschette rein arthroskopisch zu rekonstruieren. Auch lassen sich Instabilitäten im Schultergelenk zuverlässig arthroskopisch korrigieren, Kalkdepots ausräumen und therapieresistente Schultersteifen arthroskopisch lösen. Im Vergleich zu den konventionellen offenen Verfahren erfolgen diese Operationen unter der arthroskopischen Sicht vergleichsweise kontrolliert und damit sicher und v.a. ohne schwerwiegende Traumatisierung der Schulterstrukturen. Aus diesem Grund haben die Patienten nicht nur ein besseres kosmetisches Ergebnis sondern auch weniger Schmerzen und damit eine raschere Rehabilitation. Sofern nötig, wird durch Verwendung von Schmerzkathetern auch postoperativ eine effektive Schmerzbefreiung und damit eine deutlich erleichterte und effektivere Rehabilitation des Patienten sichergestellt. Die postoperative Krankengymnastik einschließlich der Mobilisierung der Schulter an einem Motorstuhl erfolgt unmittelbar nach der Operation durch unsere Abteilung für Physiotherapie. Hierbei erfolgt an unserer  Universitätsklinik eine enge Zusammenarbeit. So lassen sich auch entsprechend gute Operationsergebnisse erzielen.

Weitere Informationen finden Sie unter "Arthroskopische Chirurgie". 

 

Weitere Informationen zur Schulterchirurgie finden Sie auch unter "Arthroskopische Chirurgie".

Die Hüftarthroskopie oder Gelenkspiegelung des Hüftgelenkes ist ein Verfahren, bei dem sowohl der Gelenkspalt zwischen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne als auch der übrige Gelenkraum untersucht werden kann. Hierfür wurden spezielle Instrumente entwickelt, um die Operation mit der notwendigen Sicherheit durchführen zu können. Die Spiegelung wird in einer Allgemeinnarkose durchgeführt. In der Regel werden mindestens zwei Zugangswege zum Hüftgelenk über kleinste Hautschnitte verwendet. Um während der Hüftarthroskopie den Gelenkspalt zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne untersuchen zu können, ist ein Zug am Bein erforderlich. Wir führen die Gelenkspiegelung des Hüftgelenkes in Rückenlage durch. Zusätzliche Kontrolle bietet ein Bildwandler. Dies ist ein mobiler Röntgenapparat, der während des Eingriffs das operative Handeln live darstellt. Die Bilder der Kamera werden aus dem Hüftgelenk über eine Kamera-Monitorkette übertragen. Der Operateur kann live die Behandlung am Bildschirm überwachen. Nach der vollständigen Untersuchung des Hüftgelenkes mit dem Arthroskop werden alle notwendigen Therapieschritte eingeleitet. 

Im Rahmen der Hüftarthroskopie können folgende Therapien durchgeführt werden: Entfernung freier Gelenkkörper aus dem Hüftgelenk, Behandlung von Knorpelschäden im Hüftgelenk, Behandlung von Erkrankungen der Gelenkschleimhaut des Hüftgelenkes, Behandlung von Formstörungen des Hüftgelenkes (Impingement der Hüfte), Therapie von Schäden der Gelenklippe (Labrumverletzungen oder -schäden).

Weitere Informationen zur Hüftchirurgie finden Sie auch unter "Arthroskopische Chirurgie".

Bei der Kniegelenksarthroskopie handelt es sich um eine minimal invasive Operation, welche bei spezifischen Kniegelenksschädigungen zur Diagnostik und Behandlung angewendet wird. Bei einer Kniegelenksspiegelung werden durch zwei bis drei kleine Schnitte von wenigen Millimetern Länge Instrumente ins Kniegelenk eingeführt. Dadurch können wir krankhafte oder unfallbedingte Veränderungen und Verletzungen mittels einer Fiberglasoptik erkennen und mittels feinen Instrumenten reparieren. Das heißt also bei einer Spiegelung können bereits auch zahlreiche Schäden im Kniegelenk direkt behoben werden. Meniskusschäden wie auch Knorpelschädigungen, freie Gelenkkörper, Kreuzbandrisse, Narbenbildungen, Entzündungen der Gelenkschleimhaut und ähnliche weitere Erkrankungen und Verletzungsfolgen können erfolgreich behandelt werden.

Weitere Informationen zur Kniechirurgie finden Sie auch unter "Arthroskopische Chirurgie".

Als nicht operative minimal invasive Verfahren werden epidurale oder intrathekale Injektionen als schmerzstillende Verfahren angeboten. Zusätzlich werden minimal invasive Bildwandergesteuerte Spritzen angeboten (z.B. PRT, Nervenwurzelblockaden, Facettengelenksinfiltrationen). Diese sind schmerztherapeutische Verfahren zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzzustände an der Wirbelsäule. Bei dieser Therapieform  werden dünne Nadeln unter optischer Röntgenkontrolle (Durchleuchtung/CT) exakt an die krankhaft veränderten Strukturen der Wirbelsäule geführt.

Näheres dazu finden Se auch unter "Konservative Orthopädie und physikalische Medizin".

 

Sollten die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sein zeigt sich der Trend zu weniger invasiven Operationstechniken auch an der Wirbelsäule. Durch den Einsatz der aktuellen minimal invasiven Operationsverfahren konnten die Eingriffe zur Behandlung der für die Patienten sehr belastenden Wirbelsäulenleiden erheblich schonender gestaltet werden. Bei einem Bandscheibenvorfall wird z.B. die sogenannte mikrochirurgische Bandscheibenoperation durchgeführt. Das heißt die Entfernung des vorgefallenen Bandscheibengewebes wird durch einen minimal invasiven Zugang ca. 3 cm mit Spezialinstrumenten und mit einem Operationsmikroskop durchgeführt. Zusätzlich werden minimal invasive perkutane Verfahren an der Wirbelsäule verwendet. Durch sehr kleine Zugangswege (sog. Stichinzisionen) können z.B. Verschraubungen an der Wirbelsäule durchgeführt werden. Verwendet werden diese perkutanen Verfahren z.B. bei Wirbelkörperfrakturen, bei verschiedenen Techniken der Zementstabilisierung (z.B. Radiofrequenzkyphoplastie), und bei der minimal invasiven perkutanen Spondylodese. Auch bei Eingriffen an der vorderen Wirbelsäule nutzen wir die Vorteile der minimal invasiven Techniken z.B. mit einer endoskopischen ventralen interkorporellen Fusion.

Insgesamt konnte auch an der Wirbelsäule nachgewiesen werden, dass Patienten, welche mit minimal invasive Verfahren versorgt wurden, deutlich schneller und frühzeitiger mobilisiert und rehabilitiert werden konnten, als Patienten die über Standardverfahren versorgt wurden.

Weitere Informationen dazu finden Sie auch unter "Wirbelsäulenchirurgie".