Wirbelsäulentumoren und Metastasen

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Die Wirbelsäule ist der häufigste Ort von Skelettmetastasen (ca. 2/3 aller Knochentumoren). Diese sind zumeist in der Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule lokalisiert. Zusätzlich finden sich primäre Tumoren der Wirbelsäule wie das Plasmozytom, aber auch gutartige Neubildungen wie das Hämangiom oder Knochenzysten. 

 

Ursache: 

Zumeist handelt es sich um Metastasen von Brustkrebs (Mammakarzinom), Vorsteherdrüsenkrebs (Prostatakarzinom), Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), Nierenkrebs oder Lymphdrüsenkrebs (Lymphom). In einigen Fällen kann der Primarius der Metastasen nicht gefunden werden (man spricht vom CUP – Syndrom).

  

Symptomatik:

Neben Schmerzen der Wirbelsäule und Allgemeinsymptomatik (Leistungsabfall, Gewichtsabnahme, bekannter Primärtumor) sind leider auch nervale Störungen, Lähmungen bis hin zum akuten Querschnittssyndrom festzustellen.

 

Diagnostik:

Neben der ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung haben die bildgebenden Verfahren eine besondere Bedeutung. Dabei hat die Computertomografie hinsichtlich der Stabilitätsbeurteilung von Wirbelkörpern einen hohen Stellenwert. Das MRT ist das Mittel der Wahl zur Beurteilung der Ausdehnung in den Spinalkanal und des Ausmasses der lokalen Destruktion. Die Szintigrafie schließlich gibt Auskunft über etwaige sonstige Lokalisationen von Metastasen im gesamten Skelett.

 

Therapie:

Bei akuten Querschnittslähmungen steht die sofortige Operation mit Freilegung und Entlastung des Rückenmarkes sowie Stabilisierung der Wirbelsäule im Vordergrund (siehe Abbildungen).

Bei allen anderen Formen muß nach Diagnosefindung, d. h. Bestimmung der Art des Tumors durch eine Gewebeentnahme, über das weitere Vorgehen entschieden werden. Hierbei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Form von Tumorkonferenzen notwendig, wo die genaue Art und Reihenfolge der durchzuführenden Therapieformen (Bestrahlung, Chemotherapie, Hormonbehandlung, Operation) festgelegt wird. 

Abb. 1: Destruktion bei Metastase HWK 6 bei Lungenkrebs  mit postoperativer Kontrolle

Abb. 2: Infiltration LWK 3 bei EWING- Sarkom (Mitte) und nach operativer  Versorgung mittels en-bloc Resektion