Über transfusionsmedizinische Verfahren bestehen auch therapeutische Optionen, wie folgenden:

Durch Störungen oder Krankheiten in der Blutbildung oder des Eisenstoffwechsels können sich Zustände entwickeln, in denen es zu einer Überproduktion einzelner Zelllinien (wie bei der Leukämie: Überproduktion und Entartung der Leukozyten) oder aller Blutzellen (wie bei der Polycythämie) kommen kann.

Hier können wir lindernd eingreifen, indem wir mittels Zellseparation (Zytapherese) gezielt die stark vermehrten Blutzellen absammeln ohne die normal vorhandenen zu beeinflussen.

Dies ist zwar keine kausale Therapie - die Ursache wird nicht behoben - aber die akute Situation mit Gefährdung der Durchblutung lebenswichtiger Organe (Gehirn!) wird überbrückt.

Zum Beispiel bei krankhaften Störungen der Blutbildung kommt es zur Ausbildung funktionsuntüchtiger oder verformter roter Blutkörperchen, die in der Transfusionsmedizin mittels Zellseparation (Erythrozytapherese) gegen gesunde Spenderzellen ausgetauscht werden können.

Nach Transplantation von fremden Organen oder Blutstammzellen bestehen verschiedene Risiken, die den Erfolg der Behandlung oder gar das Leben des Transplantierten gefährden können.

Bekannt ist das Risiko der Abstoßung, wenn also der Körper das transplantierte Organ, welches ja fremd ist, eliminieren will und "abstößt". Deshalb bekommen transplantierte Patienten häufig lebenslang abwehrunterdrückende Medikamente. Das kann aber neben dem Infektionsrisiko wiederum zum Risiko der "umgekehrten Abstoßung" führen, also abwehraktive Zellen des Transplantatspenders stören die körpereigenen Zellen und Organe durch Entzündungen bis hin zum Funktionsverlust eines bisher gesunden Organs.

Um diese unerwünschten Phänomene des Abwehrsystems abzuschwächen, werden Abwehrzellen durch ein (mehrfach durchzuführendes) Zellseparationsverfahren vom restlichen Blut abgetrennt, mit einem Arzneimittel photosensibilisiert und dann mit UV-A-Licht ca. 20 Minuten bestrahlt. Dadurch werden diese Zellen einem kontrollierten Zelltod zugeführt, was nach Rückgabe dieser Zellen über Anpassungseffekte zu einer Abschwächung der unerwünschten Reaktion des Immunsystems führt und somit entweder die Abstoßung des transplantierten Organs verhindert oder die "umgekehrte Abstoßung", die sogenannte Graft-versus-Host-Reaktion reduziert.