Senioren altersgerecht behandeln und versorgen: Die Universitätsklinik und Poliklinik für Altersmedizin am Universitätsklinikum Halle

Ziel der Universitätsklinik für Altersmedizin am UKH ist es, die Lebensqualität der älteren, meist multimorbiden Patientinnen und Patienten zu erhalten und zu verbessern. Zudem soll die Selbständigkeit so lange wie möglich gefördert werden, um eine Rückkehr in die Häuslichkeit zu ermöglichen. „Als Maximalversorger im südlichen Sachsen-Anhalt ist es uns ein Anliegen, auch die hochbetagten Patientinnen und Patienten von nun an vollumfänglich akutgeriatrisch versorgen zu können“, erklärt der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Dr. Thomas Moesta.

Die Geriatrische Komplexbehandlung richtet sich speziell an ältere Menschen mit mehrfachen chronischen Erkrankungen und einem akut-medizinischen Behandlungsbedarf (bspw. Lungenentzündung, Knochenbrüche, Schlaganfall). Die Entscheidung, ob eine Komplexbehandlung durchgeführt werden kann, trifft der geriatrische Konsildienst unmittelbar nach Aufnahme ins Krankenhaus. Im Gegensatz zur Rehabilitation ist keine besondere Antragstellung bei den Kostenträgern erforderlich.

Das Besondere an der aus 15 Betten bestehenden Station am UKH ist die Integration eines Licht- und Farbkonzeptes, welches gezielt auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt ist. So ist der Flur, an dessen Wand sich ein Handlauf zum Festhalten befindet, in warmen Braun- und Beigetönen gehalten. Diese warmen Naturfarben vermitteln bei einer nachlassenden Sehkraft im Alter Sicherheit und wirken sich positiv auf Konzentration und Kognition aus. Das Licht ist dem tageszeitlichen Rhythmus anpassbar, sodass die Farbspektren des Tagesverlaufes auch in den Räumen gestaltet werden können. Auch ein Leitkonzept, das die farbliche Umrandung der einzelnen Zimmer beinhaltet, soll die Orientierung der Patientinnen und Patienten auf der Station unterstützen. Ein Patientengarten mit Möglichkeiten zur Gangschulung im Freien und mit Sitzmöglichkeiten befindet sich im Außenbereich der Station.

„Die Geriatrie ist eine ganzheitliche Medizindisziplin. Daher möchte ich als Geriaterin und Palliativmedizinerin über die akutmedizinische Versorgung hinaus den Schwerpunkt auf die psychosozialen Aspekte legen, die die Patientinnen und Patienten ebenfalls bewegen und Einfluss auf den Therapieverlauf beziehungsweise auch Genesungsprozess haben“, erklärt Dr. Stefanie Stegmann, ärztliche Leiterin der neuen Akutgeriatrie-Station. Gemeinsam mit einem interprofessionellen Team aus speziell geschulten Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie dem Sozialdienst erstellt sie individuelle Therapiepläne und sichert neben der akutmedizinischen auch eine rehabilitative Weiterversorgung ab. „Bereits vor mehr als zehn Jahren haben wir eine spezielle Station für die Alterstraumatologie im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie etabliert, die seit 2019 auch zertifiziert ist“, ergänzt Claudia Wölfer, Pflegerische Klinikleitung des DOUW und der Geriatrie. „Daher verfügen wir über einen großen Erfahrungsschatz in der Zusammenarbeit im interdisziplinären Team, die wir nun für die Behandlung und Rehabilitation von geriatrischen Patientinnen und Patienten aller Fachrichtungen nutzen werden.“

Die Klinik für Altersmedizin ist Bestandteil des Zentrums für Altersmedizin im Südlichen Sachsen-Anhalt (ZASSA). Neben der Krankenversorgung im geriatrischen Bereich forscht die Universitätsmedizin zudem seit vielen Jahren in diesem Themenfeld. Die Altersforschung, aber auch die Versorgungsforschung – beides Forschungsschwerpunkte der halleschen Universitätsmedizin - fließen in den klinischen Alltag der Geriatrie ein. Damit sollen stetig Erkenntnisse in die Behandlung der Seniorinnen und Senioren einfließen.

 

 

 

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