Humane Leukozyten Antigene = HLA


HLA-Klasse I-Antigene = unveränderliche Oberflächenmerkmale (Proteine) auf der Zelloberfläche aller kernhaltiger Zellen und der Thrombozyten eines Menschen. Zu diesen HLA-Antigenen gehören die Proteine, welche durch die DNS-Genorte HLA-A, -B und -C kodiert sind.


HLA-Klasse II-Antigene = unveränderliche Oberflächenmerkmale (Proteine), welche im Gegensatz zu den HLA-Klasse I-Antigenen nur auf einem Teil der Zellen zu finden sind, den sogenannten B-Lymphozyten im Blut und den Antigen-präsentierenden Zellen (Makrophagen, Dendritische Zellen etc) der anderen Körpergewebe. Zu den HLA-Klasse II-Antigenen gehören die Proteine, welche durch die DNS-Genorte HLA-DR, -DQ und -DP kodiert sind.
Serologische HLA-ABC Typisierung = Bestimmung der HLA-Klasse I-Antigene auf der Zelloberfläche von Lymphozyten aus dem Blut mit einem Set von 142 anti-HLA Testseren definierter Spezifitäten sowie einer Negativ- und einer Positivkontrolle mittels LymphoZytotoxizitätsTest (LZT).


Serologische HLA-B27 Bestimmung = Nachweis des HLA-B27 Antigens mit einem Set von 22 spezifischen anti-HLA Testseren bei gleichzeitigem Ausschluß von kreuzreagierenden HLA-Klasse I-Antigenen, einer Negativ- und einer Positivkontrolle.


Molekulargenetische HLA Typisierung = indirekte Bestimmung der HLA-Klasse I- und/oder HLA-Klasse II-Antigene mittels der SSP-PCR Methode aus der genomischen DNS.
Die SSP-PCR Methode beruht auf dem Prinzip, dass - unter genau festgelegten Bedingungen - Sequenz-Spezifische Primer (SSP), deren Sequenz vollständig komplementär zur Sequenz der DNS der HLA-Genorte des Patienten ist, binden und in einer Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) ein Reaktionsprodukt erzeugt werden kann. Der Nachweis dieser Reaktionsprodukte (Amplifikate) erfolgt mittels ihrer Auftrennung in einer Agarose-Gelelektrophorese.


Sequenzierung(SBT = Sequence Based Typing) = Bestimmung der kompletten Sequenz der HLA-Klasse I- und/oder HLA-Klasse II-Genorte.
Die SBT-PCR Methode beruht auf dem Prinzip, dass nach der Vervielfältigung der DNS eines HLA-Genortes mittels einer initialen PCR in einem zweiten Schritt (Sequenzierreaktion) die komplette Sequenz des HLA-Genortes Nukleotid für Nukleotid dargestellt wird. Nach einer elektronischen Auswertung der Rohdaten über eine spezielle Software (SeqPilot) kann dann ein direkter Vergleich der Sequenzen zwischen einem möglichen Stammzell-Spender und einem Patienten erfolgen.


Antikörper gegen HLA-Antigene = anti-HLA Antikörper
Anti-HLA Antikörper = zeitlich sich verändernde humorale Komponenten des Immunsystems im Blutserum eines Menschen gegen „fremde“ HLA-Klasse I- und/oder HLA-Klasse II-Antigene einer anderen Person (z. B. nach einer Transplantation oder nach der Gabe von Thrombozyten). Die Bestimmung erfolgt, indem das Serum des Patienten mit den Lymphozyten von mehr als 50 verschiedenen Blutspendern (LZT) und/oder den HLA-Antigenen von mehr als 200 Spendern in einem ELISA untersucht wird.


PRA%(Prozentangabe Panel-Reaktiver Antikörper) = Beim Nachweis von anti-HLA Antikörpern wird mit der PRA% eine Angabe für die Wahrscheinlichkeit erstellt, mit der ein Kreuztest ein „positives“ Resultat aufweisen kann und damit eine Kontraindikation für eine Transplantation vorliegt.


Zellplatte(Fa. CTS) = Nachweis und teilweise Bestimmung der Spezifität nur von zytotoxischen anti-HLA Antikörpern mittels Lymphozytotoxizitätstest (LZT) gegen HLA-Klasse I-Antigene eines Panels von 56 Spenderzellen. Das Zellpanel weist alle HLA-Merkmale der europäischen Bevölkerung auf. Mit diesem Test können nur sehr starke, Komplement-aktivierende, d.h. zytotoxische anti-HLA Antikörper der Isotypen IgM und IgG1,3 nachgewiesen werden.


Screening-ELISA(Fa. GTI) = Nachweis von zytotoxischen und nicht-zytotoxischen anti-HLA Antikörpern gegen HLA-Klasse I- und/oder HLA-Klasse II-Antigene. In diesem Test können sowohl die anti-HLA Antikörper der Isotypen IgM, IgG1,3 (Komplement-aktivierend) als auch IgA und IgG2,4 (nicht Komplement-aktivierend) nachgewiesen werden. Eine Bestimmung der Spezifität der anti-HLA Antikörper (Differenzierung) ist nicht möglich (nur qualitative Aussage „ja/nein–Antwort“).


DynaChip-ELISA(Fa. Invitrogen) = Nachweis und Differenzierung von zytotoxischen und nicht-zytotoxischen Antikörpern (IgG1-4) gegen HLA-Klasse I- und/oder HLA-Klasse II-Antigene. Dieser ELISA bietet die Möglichkeit einer quantitativen Aussage (Angabe der PRA%) und zusätzlich die Möglichkeit zur Spezifitätsbestimmung der anti-HLA-Antikörper (Antikörperdifferenzierung).


Single Antigen-ELISA = Differenzierung von zytotoxischen und nicht-zytotoxischen Antikörpern des IgG-Isotyps gegen isolierte HLA-Klasse I-Antigene. Dieser ELISA wird eingesetzt, um beim Vorhandensein einer hohen PRA%-Angabe die verschiedenen anti HLA-Klasse I-Antikörperspezifitäten exakt zu bestimmen.

 



Kreuztest(engl. Cross Match) = Nachweis von Spender-spezifischen anti-HLA Antikörpern
Kreuztest mittels LZT = Untersuchung zum Nachweis von Antikörpern aus dem Serum des Empfängers gegen Zellen des Spenders (engl. Donor). Es können nur zytotoxische (d.h. Komplement-aktivierende) Antikörper des IgM- und der IgG1,3-Isotypen nachgewiesen werden. Beim Einsatz von ungetrennten Lymphozyten aus dem Blut (PBL) können anti-HLA Klasse I-Antikörper nachgewiesen werden. Der Einsatz von isolierten B-Lymphozyten (s. o. ) ermöglicht zusätzlich den Nachweis von anti-HLA Klasse II-Antikörpern.


Kreuztest mittels AMS-ELISA(Antibody Monitoring System) = Nachweis von Spender-spezifischen zytotoxischen und nicht-zytotoxischen anti-HLA Klasse I- und/oder anti-HLA-Klasse II-Antikörpern (IgG1-4, IgM und IgA-Isotypen) aus dem Serum des Empfängers gegen isolierte und immobiliserte HLA-Antigene eines Spenders.