Prof. Dr. Stephan M. Feller

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Krebs wird mit einigem Recht als der ‚König‘ aller Krankheiten bezeichnet. Die extreme Komplexität vieler Krebserkrankungen macht hocheffektive Therapien bisher häufig schwierig oder sogar unmöglich.

Die individuelle molekulare Verschiedenheit der Defekte von Tumoren bei unterschiedlichen Patienten ist Teil dieser enormen Komplexität. Molekular zielgerichtete Therapien müssen deshalb oft dem Tumor des einzelnen Patienten angepasst werden. Dabei ist in vielen Fällen die Behandlung mit einem einzelnen Medikament nicht ausreichend, sondern komplexe ‚Cocktails‘ und in der Regel auch multimodale Therapieschemata sind erforderlich. Dazu erforschen wir neue Strategien im Bereich aerodigestiver Tumore.

Neben noch besseren Therapien sollte allerdings in Zukunft sicher auch Krankheitsprävention eine viel größere Rolle in unserer Gesellschaft spielen. Hier lassen sich kostengünstig große Effekte im Bereich der Gesundheit erzielen, durch Tabakverzicht, gesündere Ernährung etc.

Tumorbehandlungen sind oft langwierig und teuer. Die sehr reale, akute globale Klimakrise, bisher oft noch weitgehend ignoriert, wird auch die Medizin zukünftig stark betreffen und vermutlich Ressourcen deutlich verknappen. Ob daher jede noch so teure Therapie für alle immer bezahlbar bleibt, ist zumindest fraglich. Prävention kann deutlich Kosten sparen und sollte deshalb in der Universitätslehre, in Schulen und darüber hinaus wesentlich stärker verankert werden. Auch hier sehen wir eine Aufgabe für uns.

1981-1989
Studium der Biologie, Universität Kaiserslautern

1987-1989
Diplomarbeit, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Universität Heidelberg

01/1990-08/1990
Gastwissenschaftler, Rutgers University (UMDNJ), Piscataway, NJ, USA, Biochemistry Department, Labor Dr. Tai Wai Wong

10/1990-06/1994
Stipendiat (Merinoff Graduate Fellow) und Doktorand (Zellbiologie und Biochemie), Rockefeller University, New York, NY, USA, Labor Prof. Hidesaburo Hanfusa

07/1994-05/1995
Postdoc und Stipendiat (Revson & Winston Fellow), Rockefeller University, New York, NY, USA, Labor Prof. Hidesaburo Hanfusa

06/1995-05/2001
Arbeitsgruppenleiter (C1 Nachwuchsgruppe), Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung (MSZ), Universität Würzburg

05/2000
Habilitation im Fach Molekulare Onkologie und Biochemie, Universität Würzburg

06/2001-07/2013
Principal Investigator (ICRF/CRUK), Sir David Weatherall Institute of Molecular Medicine & Lecturer (Associate Prof.), Universität Oxford, Oxford, UK

2008-2017
Editor-in-Chief ‘Cell Communication and Signaling’ 

2010-2013
Member Senior Common Room, Corpus Christi College, Oxford University

seit 08/2013
Professor für Tumorbiologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Molekulare Medizin

seit 02/2018
Stellv. Direktor Charles Tanford Proteinzentrum, Weinberg Campus, Halle (Saale)

Unsere Arbeitsgruppe entschlüsselt einerseits die molekularen Grundlagen der Tumorentstehung, ohne die man die Tumorgenese kaum wirklich verstehen kann, im Detail und treibt andererseits die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien im Bereich der Kombinationstherapien voran. Dazu nutzen wir molekularbiologische, biochemische, biophysikalische und zellbiologische Methoden.

Bei der Erforschung der molekularen Details fokussieren wir uns auf Signalproteine, die Prozesse der normalen Entwicklung des Menschen steuern, aber fehlreguliert oder mutiert auch bei humanen Tumoren von großer Bedeutung sind. Besonders komplexe Proteine ohne klassische Faltungsstruktur, die als Treffpunkt für verschiedene Steuerungsproteine dienen und somit Knotenpunkte verschiedener Signalwege bilden, sind in ihrer Funktion noch unzureichend erforscht. Hier sind für uns die Proteine der Gab Familie von besonderem Interesse. Diese sogenannten intrinsisch ungeordneten Plattformproteine besser zu verstehen, könnte Ansatzpunkte für neue therapeutische Strategien liefern.

Daneben evaluieren wir neue Strategien für effektivere, molekular zielgerichtete Kombinationstherapien mit präklinischen Methoden. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf dem ‚Drug-Repurposing‘, d. h. der Verwendung bereits klinisch getesteter bzw. eingesetzter Medikamente für neue Behandlungsformen und Tumorarten.

Eine vollständige Liste meiner Publikationen finden Sie hier.