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"Abraham-Vater-Publikationspreis" für Studierende

Das Schreiben einer wissenschaftlichen Publikation gehört zu den essenziellen Aufgaben im Rahmen einer Forschungstätigkeit beziehungsweise Projektarbeit. Für Studierende, die während des Promotionsverfahrens für eine wissenschaftliche Publikation eine Erstautorschaft in einem anerkannten Journal erreichen, soll diese Leistung in besonderer Weise gewürdigt und wertgeschätzt werden. Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg schreibt daher den „Abraham-Vater-Publikationspreis“ für Studierende aus. Dieser ist mit 500 Euro dotiert und kann jährlich mehrfach bei Erreichen der Kriterien vergeben werden.

Wer kann sich bewerben?

  • Eigenbewerbung immatrikulierter Studierender (inkl. PJ) der Medizin, Zahnmedizin oder Gesundheits- und Pflegewissenschaften
  • Bewerbung kann jederzeit erfolgen

Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

  • es liegt eine Erstautorschaft im Jahr der Beantragung vor
  • es erfolgt ein Nachweis über den "accepted"-Status des Artikels seitens des Journals
  • das Journal erhält im Erscheinungsjahr einen Impactfaktor im Journal Citation Report (JCR)

Wie hoch ist das Preisgeld?

Neben einer Urkunde erhalten die Preisträgerinnen und Preisträger 500 Euro, die zum Beispiel für die Kostenerstattung einer Kongressteilnahme oder die Finanzierung von Fachliteratur genutzt werden können.

Kontakt für die Zusendung der Bewerbung
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prodekanat Forschung
Magdeburger Straße 8
06112 Halle (Saale)
prodekanat.forschung(at)medizin.uni-halle.de

Abraham Vater (1684-1751) – Leben und Werk

Abraham Vater wurde 1684 in Wittenberg geboren, wo sein Vater als Professor an der Medizinischen Fakultät wirkte. Seine Mutter entstammte einer Wittenberger Theologenfamilie. Vater studierte zunächst an der Universität seiner Heimatstadt, verbrachte ein Jahr an der Universität Leipzig und wurde nach seiner Rückkehr im April 1710 in Wittenberg zum Doktor der Medizin promoviert. Im Anschluss unternahm er die damals obligate akademische peregrinatio, die ihn unter anderem zu Georg Ernst Stahl nach Halle, zu Hermann Boerhaave nach Leiden sowie zu John Sloane nach London führte und die seinen fachlichen Blick weitete.

1712 habilitierte sich Vater an der Medizinischen Fakultät in Wittenberg und hielt Vorlesungen als Privatdozent. Im gleichen Jahr nahm ihn die Leopoldina als Mitglied auf. 1719 berief ihn die Wittenberger Medizinische Fakultät zum Extraordinarius für Anatomie und Botanik. Als Universalgelehrter forschte und lehrte er unter anderem in den Bereichen Botanik, Pharmakologie, Pathologie und Chirurgie. Seine markantesten Leistungen erbrachte Vater in der Anatomie. So beschrieb er zum einen die gemeinsame Einmündung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang in das Duodenum (Papilla vateri), zum anderen spezielle Mechanorezeptoren der Unterhaut, die für das Vibrationsempfinden wichtig sind. Die Erstbeschreibung dieser Papillae nervae durch Vater griff in den 1830er Jahren Filippo Pacini auf (Vater-Pacini-Körperchen).

Neben seinen wissenschaftlichen Untersuchungen trieb Vater auch den institutionellen Ausbau der Anatomie voran. So erreichte er 1736 beim sächsischen Kurfürsten die Einrichtung eines anatomischen Museums im Wittenberger Augusteum. Als eifriger Präparator war ihm überdies an der Reorganisation der Beschaffung der stets knappen Leichen für den anatomischen Unterricht gelegen. Ungewöhnlich war es seinerzeit, dass Vater auch Frauen die Teilnahme an anatomischen Demonstrationen anbot.

Bereits 1732 war Vater, der sich schon früh mit der Variolation, einer Impftechnik gegen Pocken, beschäftigt hatte, in Wittenberg zum Amtsphysikus ernannt worden. Dadurch erhielt er zusätzlich Einblicke in das kommunale Gesundheitswesen.

1737 rückte Vater auf die Professur für Pathologie vor, bevor man ihm 1746 die Professur für Therapie anvertraute, die erstrangige und höchstbezahlte der damaligen drei ordentlichen Medizinprofessuren in Wittenberg. Damit war Vater endgültig zu einer prägenden Persönlichkeit der dortigen Medizinischen Fakultät geworden. 1751 starb Vater in Wittenberg. Als ebenso gewissenhafter wie vielseitiger Forscher kann er Promovierenden der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bis heute als Vorbild dienen.

PD Dr. med. Florian Bruns, M.A.

Ausgewählte Literatur

  1. Jürgen Helm: Abraham Vater. Ein Anatom im 18. Jahrhundert, in: ders./Karin Stukenbrock (Hg.): Anatomie. Sektionen einer medizinischen Wissenschaft im 18. Jahrhundert, Stuttgart 2003, S. 13-27.
  2. Heiner Lück: Alma Leucorea. Eine Geschichte der Universität Wittenberg 1502 bis 1817, Halle (Saale) 2020, S. 234f. und passim.
  3. Julius Pagel: Vater, Abraham, in: Allgemeine Deutsche Biographie, hrsg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 502-503.