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29.10.2010

Konzert: Wegbereiter der deutschen Romantik


Zu den Werken: Robert Schumann, Ouverture, Scherzo und Finale E-Dur op. 52 Robert Schumanns dreisätziges Orchesterwerk ist Produkt des sinfonischen Jahres 1841, das noch ganz dem Schaffensrausch der nach schweren Kämpfen erfolgten Hochzeit mit Clara Wieck verpflichtet war. Ursprünglich als Orchestersuite geplant, entstand das Werk kurz nach der ersten Sinfonie, der sogenannten "Frühlingssinfonie". Das mehrfach umgearbeitete Opus ohne langsamen Satz erklang in seiner Urfassung im Leipziger Gewandhaus im Dezember 1841. Schumann, der mit der Hinwendung zum sinfonischen Schaffen endgültig Anerkennung als Sinfoniker zu erlangen suchte, entspricht mit diesem Werk formal der damals beliebten Form der Konzertouvertüre mit ihrer Mehrteiligkeit. Der Komponist war mit der Formbezeichnung unsicher, da er Opus 52 dem Verleger zunächst als zweite Sinfonie angekündigt hatte. Die zweitteilige Ouvertüre beginnt mit einer langsamen Einleitung (e-Moll), gefolgt von einem beschwingt heiteren Teil mit glanzvollem Anflug. Eine Durchführung im Sinne der klassischen Sonatenhauptsatzform fehlt, wenngleich durchführungsartige Strukturen nicht zu überhören sind. Nach einer verkürzten Reprise schließt der Satz mit einer Coda, getragen von neuem motivisch-thematischen Material im heiteren daktylischen Rhythmus. Mit der Wiederaufnahme des Motivs der langsamen Einleitung - nun in E-Dur - endet die Ouvertüre. Kontrast zu den beiden Ecksätzen bildet das Scherzo sowohl mit seinem tänzerisch bewegten Duktus als auch mit seiner bizarren unharmonischen Modulation. Thematische Beziehung zum Scherzo offeriert das nachfolgende Trio mit einer rhythmisch-motivischen Variante der vier Anfangstakte des Scherzos. Das Finale entspricht einem klassischen sinfonischen Finalsatz. Fugato- und sonatenhauptsatzartige Phasen bestimmen den formalen Ablauf. Das energiegeladene Hauptthema diktiert den Gestus des Satzes. Eine Reprise führt spannungsreich zur Coda, in der nun in Argumentation beide Themen des Finalsatzes jubelnd hymnisch ausklingen. Robert Schumann, Konzertstück für Klavier und Orchester G-Dur op.92 Das Konzertstück entstand 1849 - vier Jahre nach dem Klavierkonzert a-Moll op. 54. Im Februar 1850 erfolgte die Uraufführung im Leipziger Gewandhaus. Solistin war Clara Schumann. Bis zum heutigen Tage steht dieses ausdrucksstarke Opus unverständlicherweise im Schatten von Opus 54. Das zweiteilig konzipierte Werk (langsame Introduktion, Allegro appassionato) besticht durch explizites Wechselspiel von solistisch geführten Orchesterinstrumenten und dem Soloklavier, das geprägt ist von schumanntypischen breit ausladenden Eusebius-Kantilenen und Episoden von florestanischem Feuer. Die innige Melodik der ausgedehnten Introduktion entfaltet sich vorwiegend durch solistisch besetzte Orchesterinstrumente (Klarinette, Horn u.a.) über Solo-Klavier-Arpeggien. Mit Zunahme des Tempos übernimmt das Klavier die Hauptrolle und leitet zum Allegroteil in Sonatenhauptsatzform über, der mit einem markanten Tritonusmotiv im Tutti eröffnet wird, das sogleich aber vom Klavier weitergeführt wird. Eine Solo-Kadenz sucht man vergebens. Der Satz endet mit einem Rückgriff auf motivisch-thematisches Material der Introduktion. Felix Mendelssohn Bartholdy, Sinfonie d-Moll op. 107 ("Reformationssinfonie") Dem 1816 zur evangelischen Konfession konvertierten jungen Mendelssohn war es persönliches Anliegen, die 1830 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. gepriesene dreihundertste Wiederkehr des Augsburger Bekenntnisses - grundlegendes Credo der evangelischen Reichsstände zum lutherischen Glauben durch Ph. Melanchthon vor Kaiser Karl V. - mit einer ideenprogrammatischen Sinfonie zu feiern. Mit der sogenannten Reformationssinfonie, komponiert 1829/30, eröffnete Mendelssohn seine Sinfonik der Reifezeit. Allerdings wurde das Werk entgegen der ursprünglichen Absicht erst 1832 unter Leitung des Komponisten in Berlin uraufgeführt. Während der Entstehungszeit der Sinfonie stand Mendelssohn stark unter Einfluss des späteren Berliner Musikprofessors A. B. Marx, dessen musikästhetischen Bestrebungen der Entwicklung der Programmmusik galten. Nur so ist es zu verstehen, dass der Komponist hier eindeutig in den beiden Ecksätzen ideenprogrammatisch vorgeht, in dem er bekanntes kirchenmusikalisches Themenmaterial und entsprechende Kompositionspraxis verbindet. Der erste Satz offeriert auf der Grundlage des strengen altkirchlichen Palestrina-Stils die katholische Konfession unter Einbeziehung einer musikalischen Gebetsformel, dem sogenannten "Dresdner Amen", und eines aufsteigenden plagalen Skalenmotivs, namentlich in den hohen Streichern, wie es uns heute aus R.Wagners "Parsifal" als "Grals-Motiv" bekannt ist. Demgegenüber feiert der Finalsatz mit seiner steten Steigerung des lutherischen Chorals "Ein feste Burg ist unser Gott" den Sieg der Reformation. Somit bilden katholische Vokalpolyphonie versus protestantis chen Choral die Grundidee des Werkes. Die beiden Binnensätze, ein beschwingtes Scherzo und ein liedhaft langsamer Satz, weisen vermittelnden Charakter auf. Darüber hinaus bestehen auffallende Übereinstimmungen zu Beethovens neunter Sinfonie, u.a. in Bezug auf die Tonartenübereinstimmungen (d-Moll mit finaler Lösung nach D-Dur). Das Orchester der Medizinischen Fakultät (OMF) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde im Januar 1996 gegründet. Bestand es zunächst nur aus einem Doppelquartett, zeugt die schnell zunehmende Zahl der Musiker/Innen von der wachsenden Beliebtheit des Klangkörpers. Inzwischen sind mehr als fünfzig Laienmusiker in ihm vereint. Neben Mitarbeitern und Studenten/Innen der Medizinischen Fakultät finden sich Universitätsangehörige und Studenten/Innen anderer Fakultäten zum gemeinsamen Musizieren. Das Orchester arbeitet ohne finanzielle Unterstützung und trägt sich weitgehend selbst. Nur durch das außergewöhnliche Engagement aller Mitglieder ist in Zeiten eines allgemeinen kulturellen Niedergangs die Erfolgsgeschichte des Ensembles zu erklären. Das Orchestermotto "Freude am Musizieren" wird hier noch wörtlich genommen. Jeglicher kommerzielle Gedanke bleibt unberücksichtigt. Einnahmen aus Konzerten bzw. Spenden werden zu Notenkauf bzw. - leihe, Orchesterausstattung (z.B. Notenpulte) oder zur Finanzierung der Orchesterlager verwendet. Seit einigen Jahren arbeitet das Ensemble eng mit dem halleschen Verein "pro musica e.V." zusammen. Im Laufe des Bestehens hat sich das Orchester der Medizinischen Fakultät parallel zu seiner quantitativen Entwicklung auch qualitativ verbessern können. Dem Klangkörper stehen wöchentlich zwei Stunden Probenarbeit zur Verfügung. Das Repertoire des akademischen Ensembles konnte somit von barocken Meistern über Werke der Wiener Klassik bis zur Romantik und klassischen Moderne erweitert werden. Konzertmeister des Orchesters ist Dr.phil.Georg Maas, Professor am Institut für Musik der Martin-Luther-Universität. Gründer und Leiter des Orchesters der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist Dr.med.Volker Thäle, Oberarzt an der Universitätsklinik für Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin. Text: Dr. Volker Thäle