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12.09.2011

Studie vorgelegt: Behandlung von Abhängigkeitserkrankten verbessern


Die Situation der Versorgung von Suchtkranken ist in Sachsen-Anhalt seit vielen Jahren in der Diskussion. Dies betrifft vor allem die Durchführung von qualifizierten Entzugsbehandlungen, die aus Sicht der beteiligten Therapeuten über das gesamte Bundesland eher uneinheitlich ist. Dies ist um so erstaunlicher, als die Gesundheitsberichterstattung des Landes eine weit überdurchschnittliche Krankheitslast von Bewohnern Sachsen-Anhalts gegenüber dem Bundesdurchschnitt hinsichtlich alkoholbezogener Krankenhausfälle, alkoholbedingter Lebererkrankungen, Rentenquote und Sterbequote, insbesondere bei Männern, festgestellt hat (Ministerium für Gesundheit und Soziales SA, 2008). In den Leitlinien der Fachgesellschaft umfasst die Akutbehandlung alkoholbedingter Störungsbilder, neben der reinen körperlichen Entgiftung, auch die Diagnostik der zugrundeliegenden Störung sowie der Komorbidität psychischer und somatischer (Folge-)Erkrankungen und eine störungsspezifische Einzel- und Gruppentherapie. In den Leitlinien wird auch ausgeführt, dass diese Therapieform die Behandlung des akuten Alkoholentzugssyndroms, der (häufig mehrere Wochen andauernden) Wiederherstellung neuropsychologischer und kognitiver Fähigkeiten, der komorbiden psychischen und körperlichen Erkrankungen und die Vermittlung in weiterführender Einrichtungen umfasst. Mit diesem Hintergrund wurde in den Jahren 2009 bis 2011 für das Bundesland Sachsen-Anhalt eine Befragung von Krankenhäusern und Einrichtungen durchgeführt, die eine "qualifizierte Entzugs- und Motivationsbehandlung von Abhängigkeitserkrankten" vorhalten. Ziel dieser Befragung war es insbesondere, Art und Umfang der Entzugsbehandlung hinsichtlich ihrer Strukturqualität (z.B. Personalschlüssel, Facharztzuständigkeit, Art und Umfang von Einzel- und Gruppentherapien, Zusatztherapien), die Vernetzung mit anderen Trägern (etwa der Zu- und Weitervermittlung) und der Ergebnisqualität zu erfassen. Dabei wurden sowohl Einrichtungen zur Behandlung von alkohol- als auch drogenkonsum-assoziierten Störungen berücksichtigt. Es wurden insgesamt 19 Stationen in 18 infrage kommenden Einrichtungen in Sachsen-Anhalt angeschrieben. Bis März 2011 wurde ein Informationsrücklauf von 14 dieser Einrichtungen (Ausschöpfungsquote 74 Prozent) zurückgesendet. Von den antwortenden Institutionen und Kliniken gaben die Hälfte (sieben) an, eine stationäre Einrichtung zur Entzugsbehandlung von Alkohol zu besitzen, eine ambulante Entzugstherapie oder Tagesklinik hingegen wird jeweils nur von vier Einrichtungen (29 Prozent) unterhalten. Demgegenüber wird über nur eine Station zum Entzug von illegalen Drogen berichtet. Der Schwerpunkt der Behandlung liegt bei der Alkoholabhängigkeit, die mehr als 80 Prozent aller Fälle umfasst, mit großem Abstand gefolgt von der multiplen Substanzabhängigkeit (sog. Polytoxikomanie, acht Prozent) und der Opiatabhängigkeit (drei Prozent). Daten zur Ergebnisqualität (z.B. Rückfälligkeit) in Form von katamnestischen Nachbefragungen (z. B. 12 Monate nach Therapiebeendigung) werden wiederum nur von vier der Einrichtungen durchgeführt. Zusammengenommen liegt aufgrund der erhobenen Daten der Schwerpunkt der Entzugsbehandlung in Sachsen-Anhalt bei Personen mit einer Alkoholabhängigkeit. Dies deckt sich insofern mit Daten aus dem Gesundheitsbericht des Bundeslandes, als die Krankheitslast bezüglich alkohol-assoziierter Störungen gegenüber dem Bundesdurchschnitt deutlich erhöht ist. Darüber hinaus werden zahlreiche Patienten innerhalb eines Jahres mehrfach, nämlich 2- mehr als 20mal wegen der gleichen alkoholbedingten Erkrankungen wiederholt stationär aufgenommen. Dies bedeutet erhebliche Belastungen für die jeweiligen Einrichtungen und Kostenträger verbunden und führt zur Chronifizierung der Abhängigen und ist eine signifikante Belastung für das Versorgungssystem, das bereits unter einer Reihe von weiteren Belastungsfaktoren (Kostendruck, Personalmangel im ärztlichen Bereich) zu leiden hat. Halle, 12. September 2011