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08.12.2014

Betreuungsprobleme älterer insulinpflichtiger Diabetiker in der Allgemeinmedizin: Versorgungsstudie BAIDIA II gestartet


Seit einigen Jahren hat die Sektion Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät Halle einen Forschungsschwerpunkt im Bereich hausärztlicher Versorgung älterer Patienten. Denn dieser Aufgabenbereich wird zukünftig immer wichtiger. Gemeinsame Projekte mit Hausärzten, Medizinischen Fachangestellten (MFA) und Pflegefachkräften dienen dazu, Antworten und Hilfestellungen für die großen Herausforderungen im Versorgungsalltag in Sachsen-Anhalt zu entwickeln. Allzu bekannt sind die großen Probleme: Rückgang der Hausärzte speziell in den ländlichen Regionen, fortschreitende Alterung der Gesellschaft und notwendige Intensivierung der Zusammenarbeit von Hausärzten und Pflegefachkräften. 

Grundlage der jetzt gestarteten Versorgungsstudie BAIDIA II sind die Forschungsergebnisse aus BAIDIA I. Dabei stand die Umsetzung der hausärztlichen Insulintherapie in den Alltag älterer Patienten ebenso im Mittelpunkt, wie die berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Hausarztpraxis und Pflegefachkräften. Die Primärdaten der explorativen qualitativen Studie wurden aus Experteninterviews mit Hausärzten, MFA und Pflegefachkräften aus ambulanten und langzeitstationären Einrichtungen gewonnen und aufwändig analysiert. Das Projektteam bedankt sich für diese richtungsweisende Vorstudie herzlich bei der ehemaligen Mitarbeiterin der Sektion Allgemeinmedizin, Prof. Dr. phil. Susanne Grundke (jetzt Department Gesundheit und Pflege, HTW Saar). 

Ein zentrales Ergebnis von BAIDIA I war, dass komplexe Insulintherapien die Gefahr bergen, ältere Patienten zu verunsichern oder überfordern. Umso wichtiger ist die "gute Kommunikation" zwischen Hausarzt und Pflegefachkraft. Die Studienergebnisse zeigten jedoch, dass der Informationsaustausch an den Versorgungsschnittstellen zwischen Hausarzt und Pflegfachkraft häufig "lückenhaft" ist. Hier wünschen sich Hausärzte von Pflegefachkräften eine schnellere Rückmeldung zu kritischen Stoffwechselsituationen und Pflegefachkräfte von Hausärzten eindeutigere Instruktionen. Eine Schlussfolgerung von BAIDIA I ist demnach, dass ein verbesserter Informationsaustausch zwischen Hausarztpraxis und Pflegefachkräften sowohl Ärzten wie Pflegefachkräften und Patienten gleichermaßen dienen kann. 

Der Verbesserung der Abstimmung zwischen Hausärzten und Pflegefachkräften widmet sich nun die Versorgungsstudie BAIDIA II. Zwei unterschiedliche Formen der Anregung eines engeren Informationsaustausches werden ab Dezember 2014 in 16 Hausarztpraxen in Sachsen-Anhalt untersucht. Die Leiter der Studie, Professor Andreas Klement und Dr. Jens Abendroth wollen neben der subjektiven Wahrnehmung von Kommunikationsqualität auch beobachten, wie sich Merkmale der Patientensicherheit, wie die Vermeidung von dringlichen Hausbesuchs-einsätzen oder Krankenhauseinweisungen, aufgrund vermiedener Blutzucker-entgleisungen entwickeln werden. Erste Ergebnisse der Studie werden Mitte 2015 erwartet. Die Projektförderung erfolgt über einen Kooperationsvertrag zwischen dem Förderverein für Allgemeinmedizin Sachsen-Anhalt, dem Hausärzteverband und Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen-Anhalt und seitens der Arzneimittelindustrie. Für die Kooperationspartner ist der offizielle Start des Projektes am 1. Dezember 2014 Ausdruck ihrer Verantwortung für eine patientenorientierte, wirtschaftliche und zukunftsfähige hausärztliche Versorgung.