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11.12.2014

3. Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“ der DFG - Ein Forschungsprojekt geht nach Halle


„Wie soziale Ungleichheiten den Behandlungs- und Versorgungsverlauf bei Diabetes Mellitus Typ-2 beeinflussen“ – mit diesem Thema beschäftigt sich Dr. Astrid Fink (Institut für Medizinische Soziologie) im Rahmen einer qualitativen Studie, die im Frühjahr 2015 startet und ein Jahr dauert. Frau Dr. Fink wird dabei die Sicht der Patienten analysieren.  Die Wissenschaftlerin konnte den Zuschlag für dieses von der DFG geförderte Projekt im Rahmen der 3. Nachwuchsakademie „Versorgungsforschung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewinnen.
 
 Soziale Ungleichheiten finden sich nicht nur in der Gesundheit, sondern auch in der gesundheitlichen Versorgung. Erkenntnisse über den Einfluss sozialer Ungleichheiten auf die Versorgung bei Diabetes Mellitus Typ-2 liegen bislang nur bruchstückhaft vor, da häufig nur ein einzelner Versorgungssektor (z.B. Akutklinik, Rehabilitation) analysiert wurde. Der Großteil der Studien folgt zudem einem quantitativen Ansatz, der oftmals nur beschreibende Ergebnisse zur Verfügung stellt. Wo die sozialen Ungleichheiten entlang des Versorgungspfades (erstmalig) auftreten und wie sie überhaupt entstehen, bleibt damit unbeantwortet.

Ziel des Projektes ist es, im Rahmen einer qualitativen Studie den Einfluss sozialer Ungleichheiten auf den Zugang, die Inanspruchnahme und die wahrgenommene Qualität der gesundheitlichen Versorgung bei Patienten mit Diabetes Mellitus Typ-2 zu explorieren. Die Studie richtet die Aufmerksamkeit auf die Perspektive der Patienten in unterschiedlichen Versorgungbereichen und wird auch die bisherigen Erfahrungen des Patienten im Gesundheitssystem berücksichtigen. Dabei soll analysiert werden, ob soziale Ungleichheiten mit dem Zugang, der Inanspruchnahme und der wahrgenommenen Qualität gesundheitlicher Versorgungsleistungen in unterschiedlichen Versorgungsphasen bei Diabetes Mellitus Typ-2 assoziiert sind. Eine weitere Fragestellung untersucht, ob sich bestimmte Faktoren identifizieren lassen, die den Effekt zwischen sozialer Ungleichheit und Versorgung vermitteln. 

Die Untersuchung ist als qualitative Querschnittstudie im Forschungsparadigma der Grounded Theory angelegt. In drei unterschiedlichen Versorgungsbereichen werden insgesamt 30 Teilnehmer rekrutiert, von denen jeweils die Hälfte aus einer hohen und einer niedrigen Statusgruppe kommen. Die Daten werden mittels leitfadengestützter Interviews erhoben, und der qualitativen Auswertung folgt der Entwurf einer Theorie. In diesem Projekt werden Schlüsselstellen im Versorgungsverlauf identifiziert, an denen die Erfahrungen von Patienten unterschiedlicher sozialer Herkunft variieren. Damit stellt es eine Grundlage für eine bessere Erklärung sozialer Ungleichheiten in der Versorgung dar. Die gebildete Theorie kann in einem nächsten Projekt empirisch geprüft werden und damit die bisherigen Erklärungsmodelle zur Produktion von Versorgungsungleichheiten und gesundheitlicher Ungleichheit ergänzen.

 

Halle, 11. Dezember 2014