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20.12.2018

100. Kind im Rahmen der „Be-Up“-Studie am UKH geboren

Ärztin Susanne Homeister, Leitende Hebamme Nicole Rostalski, Anne Bernhardt mit Tochter Nele, Hebamme Marion Unbekannt (v.l.n.r.)


Die kleine Nele ist das 100. Kind, das im Rahmen der „Be-Up: Geburt aktiv“-Studie zur Welt gekommen ist. Geboren wurde sie am Dienstag, 18. Dezember 2018, im Universitätsklinikum Halle (Saale). Die Klinik ist eine von zwölf, die an der Studie beteiligt sind. Die Mutter Anne Bernhardt hat sich im Vorfeld der Geburt dafür entschieden, an der Studie teilzunehmen.

 

„Be-Up: Geburt aktiv‘“ untersucht, inwieweit ein alternativ gestalteter Gebärraum eine Auswirkung auf die Geburt hat. Jeder Gebärraum ist so eingerichtet, dass Gebärende die Möglichkeit haben, während der Geburt unterschiedliche Körperhaltungen und Positionen einzunehmen und sich zu bewegen. Der alternative Raum ist jedoch etwas anders eingerichtet: Darin liegen eine hohe Matratze und eine Bodenmatte mit mobilen Schaumstoffelementen, auf denen die Frauen sich während der Wehen abstützen, anlehnen und sitzen können. Dazu gibt es Poster, die Anregungen für verschiedene Körperpositionen geben. Die Frauen können sich mit ihrer Begleitperson an einen Tisch setzen, etwas trinken oder essen, sie können zur Entspannung über einen Monitor Naturszenen ansehen oder auch das Licht selbst einstellen“, erklärt Dr. Gertrud M. Ayerle, die die Studie leitet.

 

Die Studie stütze sich auf bisherige Forschungserkenntnisse, dass unterschiedliche aufrechte Körperhaltungen während der Wehen und der Geburt die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine natürliche Geburt zu erleben. Diese lassen sich dadurch erklären, dass die Gebärmutter besser durchblutet werde, dass das Kind mit seinem Gewicht und die Schwerkraft mithelfen und das Kind sich besser im mütterlichen Becken bewegen könne. Außerdem gebe es Erkenntnisse, dass die Gebärenden mit ihrer Geburt zufriedener seien, wenn sie selbstbestimmt agieren können, sagt Ayerle.

 

Die Mutter von Nele war per Computer der Gruppe „Alternativer Gebärraum“ zugeordnet worden, darauf haben weder die Gebärenden noch die Kliniken Einfluss. Voraussetzung ist jedoch auch immer, dass die Räume entsprechend frei sind. „Unabhängig davon erhalten Mutter und Kind in allen Fällen die bestmögliche individuelle Hebammen-Betreuung und medizinische Überwachung, egal in welchem Raum sie sich zur Geburt befinden“, sagt die leitende Hebamme Nicole Rostalski. Wenn die Frau es möchte, und wenn bei der Geburt medizinische Maßnahmen erforderlich sind, kann auch im alternativen Gebärraum das Entbindungsbett genutzt werden. Vor der Entlassung aus der Klinik und drei Monate nach der Geburt gibt die Mutter - wie auch die anderen die Teilnehmerinnen der Studie - in einem Fragebogen Auskunft über ihre Geburtserfahrung sowie zur aktuellen Gesundheit von ihr und ihrem Kind.

 

Die Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ wird von der Universitätsmedizin Halle (Saale) in Kooperation mit der Hochschule für Gesundheit Bochum durchgeführt. Bis 2020 können rund 4.000 Frauen an der Studie teilnehmen. Sie kommt für schwangere Frauen in Frage, die ein Kind erwarten, das zum Ende der Schwangerschaft mit dem Kopf nach unten liegt, und die sich eine natürliche Geburt wünschen.

 

Weitere Informationen zur Studie sind im Internet zu finden unter: www.medizin.uni-halle.de/be-up oder www.be-up-studie.de.