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01.11.2012

Gefährdete Personen sollen an der Vorsorge-Koloskopie gegen Darmkrebs teilnehmen – Bundesgesundheitsministerium (BMG) fördert Studie

Die Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie) wird seit 2002 in Deutschland zum Schutz vor Darmkrebs systematisch durchgeführt und ist bisher ein Erfolgsmodell. Nach zehn Jahren Erfahrung mit der Vorsorge-Koloskopie lässt sich bereits jetzt eine rückläufige Neuerkrankungsrate von Darmkrebs in Deutschland feststellen. Leider haben bislang jedoch nur etwa 18-20 Prozent der betreffenden Bundesbürger in der Altersgruppe der 55-75-Jährigen am Vorsorge-Koloskopieprogramm teilgenommen. Offensichtlich ist die Hemmschwelle vor der Darmuntersuchung bei vielen Menschen so hoch, dass sie nicht zur Darmkrebsvorsorge gehen. Falls alle 55-75-Jährigen teilnehmen würden, könnte die Neuerkrankungsrate für Darmkrebs (aktuell 73.000 Patienten/ Jahr) um mehr als 80 Prozent gesenkt werden.


Die jetzt an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg startende deutschlandweite „FAMKOL“-Studie greift dieses Problem auf und setzt den Fokus auf erstgradig Verwandte (Eltern, Geschwister, Kinder) von Patienten mit Darmkrebs. Erstgradig Verwandte von Darmkrebspatienten haben ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko im Vergleich zur Normalbevölkerung und werden daher in dieser Studie aktiv dazu eingeladen, eine Vorsorge-Koloskopie durchführen zu lassen. Die Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit mit einem Betrag von rund 600.000 Euro für drei Jahre (2012 – 2015) gefördert und steht unter der Schirmherrschaft der Stiftung LebensBlicke.

Das Hauptziel von FAMKOL ist im Sinne des Ziels 2b des Nationalen Krebsplans einschließlich des Ziels der Unterarbeitsgruppe “Risikoadaptierte Früherkennung” die Verdopplung der bisherigen Teilnahme­rate an der Vorsorge-Koloskopie auf etwa 50 Prozent durch eine nicht-ärztliche, motivierende Beratungsinterven­tion bei Verwandten ersten Grades von Darmkrebspatienten. Durch diese gezielte Beratung sollen die individuellen Barrieren abgebaut und die Bereitschaft zur Teilnahme an der Vorsorge-Koloskopie verbessert werden. Neu ist, dass die Einladung und die Beratung nicht von Ärzten, sondern von besonders geschulten Pflegefachkräften durchgeführt werden. 

Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Margarete Landenberger (Gesamtleitung) und Dr. Alexander Bauer vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität, übernehmen die Aufgabe, eine Schulung zu entwickeln und umzusetzen, die es Pflegekräften und Medizinischen Fachangestellten ermöglicht, gezielt auf die Sorgen und Beratungsbedarfe von Menschen mit familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko einzugehen und damit die Teilnahmebereitschaft für die Vorsorge-Koloskopie deutlich zu steigern. 

Die ärztliche Studienleitung übernehmen Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Universitätsklinikum Ulm, Prof. Dr. Max Reinshagen, Klinikum Braunschweig, Prof. Dr. Stephan Hollerbach, Allgemeines Krankenhaus Celle und Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Stiftung LebensBlicke. 

Ziel der Studie ist es, zu überprüfen, ob durch die Auswahl von Verwandten ersten Grades von Darmkrebspatienten eine besonders hohe präventive Wirkung erzielt werden kann und ob durch die Gesprächsführung durch besonders geschultes nicht-ärztliches Personal eine deutlich vermehrte Teilnahme an der Koloskopie erreicht werden kann. 

Die Förderung des BMG ermöglicht es, die FAMKOL-Studie in vielen deutschen Darmkrebszentren und in einer Reihe von gastroenterologischen Praxen in ganz Deutschland durchzuführen. 

Halle, 1. November 2012