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16.11.2012

CARLA-Studie: Bluthochdruck in Halle - Zahl der Betroffenen deutlich über Vergleichsstudien. Auch bei Diabetes, Bauchumfang und Übergewicht auffällig erhöhte Werte

Nur noch wenige der etwa 1500 Teilnehmer der ersten Folgeuntersuchung der halleschen CARLA-Studie haben keinen Bluthochdruck. Während in der Basisuntersuchung schon bei 3 von 4 Teilnehmern ein Bluthochdruck festgestellt wurde, hat die erste Folgeuntersuchung gezeigt, dass 30 Prozent der Probanden die zur Basisuntersuchung keinen Bluthochdruck hatten, mittlerweile auch einen Bluthochdruck aufwiesen. „Der Anteil von Personen mit Bluthochdruck ist in Halle extrem hoch und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt“, sagt Studienleiter Dr. Alexander Kluttig (Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik). Eine abschließende Erklärung dafür haben die Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Halle (Saale) nicht. Dr. Kluttig: „Erfreulich ist allerdings, dass der Anteil der adäquat behandelten Patienten deutlich gestiegen ist im Vergleich zum ersten Untersuchungszeitraum.“ Bei der ersten Untersuchung wurde nur etwa ein Fünftel der bekannten Hypertoniker ausreichend behandelt, jetzt sind es etwa 42 Prozent.


Der Bluthochdruck ist in Halle im wahrsten Sinne des Wortes eine Volkskrankheit. Bereits bei der Basisuntersuchung hatten drei Viertel der Teilnehmer einen Blutdruck höher als 140/90 mm/Hg – dem allgemein üblichen Grenzwert für Bluthochdruck, bzw. nahmen blutdrucksenkende Medikamente ein. Beim Bluthochdruck sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.  Bei den über 65-Jährigen sind mehr als 80 Prozent betroffen, in den anderen Altersgruppen deutlich mehr als die Hälfte. 

Seit zehn Jahren läuft die CARLA-Studie (Cardiovascular Disease, Risk Factors, Living and Aeging in Halle). Ziel ist es, die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erfassen sowie die Risikofaktoren zu untersuchen. An der ersten Untersuchung nahmen zwischen 2002 und 2006 etwa 1800 Patienten im Alter zwischen 45 und 83 Jahren teil, die repräsentativ aus der Halleschen Bevölkerung über das Einwohnermeldeamt ausgewählt wurden. Zwischen 2007 und 2010 fand eine Folgeuntersuchung statt, deren erste Ergebnisse nun vorliegen. Eine zweite Folgeuntersuchung startet Anfang 2013. „Wir werden etwa 1500 Studienteilnehmer anschreiben“, sagt der Epidemiologe. Das Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik und die Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III (Kardiologie) führen die CARLA-Studie gemeinsam durch.

„In Halle treten Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen besonders häufig auf.“ Die bisherigen Ergebnisse der Studie zeigen, dass im regionalen Vergleich sowohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck als auch Risikofaktoren zum Teil häufiger vorkommen als in anderen Teilen Deutschlands. Vergleichbare Studien laufen in Greifswald, Essen, Dortmund und Augsburg. 

Eine mögliche Ursache für den Bluthochdruck ist das Übergewicht. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer ist leicht übergewichtig. „Zirka ein Drittel ist sogar stark übergewichtig.“ Besonders häufig ist ein erhöhter Taillen- bzw. Bauchumfang bei Männern und Frauen. So haben zwei Drittel der untersuchten Halleschen Frauen einen erhöhten Bauchumfang, in Essen jedoch nur 46 Prozent, auch bei den Männern liegen die Werte über den vergleichbaren Studien. Auch beim Diabetes liegt Halle über dem Durchschnitt der Vergleichsregionen (Halle zwölf Prozent, Essen sieben, Dortmund neun Prozent, Greifswald allerdings elf Prozent). Diabetes steht häufig im Zusammenhang mit dem Übergewicht. „Patienten mit Diabetes haben meist ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Nerven- und Sehstörungen“. 

Mit den Befunden aus der CARLA-Studie gibt es deutliche Indizien für eine Erklärung der nach wie vor auffällig hohen Herz-Kreislauf-Sterblichkeit im Land Sachsen-Anhalt. Das rechtfertigt verstärkte Initiativen für Maßnahmen der primären Prävention, die sowohl vom Gesundheitswesen als auch der Gesundheitspolitik ergriffen werden sollten. 

Halle, 16. November 2012