Liebe Patienten, liebe Kollegen,

wir begrüßen Sie herzlich und möchten Ihnen einen Überblick des Spektrums des Bereiches der Allgemeinen und Viszeral (=Bauch) Chirurgie am Universitätsklinikum Halle geben.

 

Bauchtumorzentrum

Pankreaszentrum

Darmzentrum

Speiseröhrenzentrum

HIPEC und PIPAC

Leberchirurgie

Roboterassistierte Operationen

Hernien/ Bruchoperationen

In der Viszeralchirurgie, insbesondere in der onkologischen Viszeralchirurgie, hat es in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte gegeben, die an einigen Beispielen kurz erläutert werden. 

Pankreas: Das Pankreaskarzinom hat nach wie vor eine sehr schlechte Prognose und die meisten Patienten eignen sich leider nicht für eine operative Therapie. Mit Hilfe moderner präoperativer/neoadjuvanter Therapiekonzepte und mit einer Ausweitung chirurgischer Strategien, die auch Gefäßresektionen und multiviszerale Operationen beinhalten, gelingt es heutzutage jedoch immer häufiger, Patienten mit initial lokal nicht resektablen Tumoren einer potentiell kurativen Operation zuzuführen. Zusammen mit modernen adjuvanten Therapiestrategien haben sich die Überlebensraten nach Resektion eines Pankreaskarzinoms in den letzten Jahren verdoppelt. 

Leber und Gallenwege: Auch die Leberchirurgie hat sich weiterentwickelt, sowohl in der Therapie der häufigeren Lebermetastasen als auch von primären Lebertumoren. Die Chirurgie ist dabei eingebettet in moderne multimodale Therapiekonzepte, denn wie auch beim Pankreaskarzinom ist Chirurgie alleine häufig nicht genug. Primärtumore oder Metastasen, die früher als nicht resektabel galten, können heute vielfach erfolgreich reseziert werden. Leberhypertrophie-Induktion durch Verschluss der Pfortader ist eine gängige Methode. Zweizeitige Verfahren wie die „in-situ Split“ Leberresektion ist ein neues Verfahren, dass ausgedehnte Resektion von tumorbefallenen Lebersegmenten erlaubt. Parenchym-schonende anatomisch orientierende Resektionsverfahren (auch zentrale Resektionen) gehören zum Standard der modernen Leberchirurgie. 

Magen und Ösophagus: Stadien-abhängige interdisziplinäre Therapiekonzepte sind hier ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Bei Frühkarzinomen reicht das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten von endoskopischen Resektionsverfahren zu organ-erhaltenden Resektionen (z.B. die sogenannte Merendino Operation bei Frühkarzinomen des gastro-ösophagealen Überganges). Bei fortgeschrittenen Karzinomen ist vielfach eine Kombination aus moderner Chemotherapie mit aggressiver Chirurgie, ggf. mit Multiviszeralresektionen oder auch experimentellen Verfahren wie hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie (HIPEC) notwendig; letztere sollte aber nur unter Studienbedingungen durchgeführt werden.

Kolon und Rektum: Insbesondere in der kolorektalen Chirurgie sind minimal-invasive Verfahren heutzutage Standard, da sie Vorteile für die Patienten bieten und onkologisch zumindest gleichwertige Ergebnisse liefern. Fortschritte in der Chirurgie, Strahlen- und Chemotherapie von tiefsitzenden Rektumkarzinomen haben dazu geführt, dass diese Tumore heute häufig Sphinkter-erhaltend operiert werden können; der permanente künstliche Darmausgang kann vielfach vermieden werden. 

Viele Eingriffe -auch in der onkologischen Viszeralchirurgie- können heute minimal-invasiv durchgeführt werden. Allerdings ist die Sicherheit der Patienten entscheidend. Chirurgie muss so sicher und komplikationsarm wie möglich sein. Manche Eingriffe sollten auch heutzutage noch offen durchgeführt werden, wenn das minimal-invasive Verfahren nicht besser oder zumindest gleichwertig ist.